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Epilepsien - Wie Gewitter im Gehirn
(15.04.2009) Es begann mit einem Zucken im kleinen Finger. Wenig später plagten heftige Kopfschmerzen die 25-Jährige. Der Arzt diagnostizierte Migräne. Als die Medikamente nicht anschlugen, kam der Hinweis per Zufall: Epilepsie.
Vom kleinen Zittern zum großen Erschüttern
(ab)
Epilepsien sind in ihrer Ausprägung genauso vielfältig wie die Ursachen für ihre Entstehung. „Deshalb kommen Fehldiagnosen häufig vor“, erklärt Professor Dr. Andreas Schulze-Bonhage, Leiter des Epilepsiezentrums am Universitätsklinikum Freiburg.
Er muss es wissen, denn nicht selten kommen Betroffene mit Verdacht auf Epilepsie erst nach Fehldiagnosen und wirkungslosen Therapien zu ihm ins Epilepsiezentrum Freiburg. „Das liegt an dem Bild, das die meisten von Epilepsien haben“, meint der Epilepsiediagnostiker, „viele denken bei Epilepsien nur an zuckende, in sich verkrampfte Menschen, die am Boden liegen.“ Doch Epileptische Anfälle können sich auf unterschiedliche Weise ausdrücken: Ein Zucken im kleinen Zeh oder im Augenlid, weiße Blitze im Augenwinkel, ein Gewitter im Kopf, Geistesabwesenheit oder Verkrampfungen einzelner Körperteile oder des gesamten Körpers.
Daher sprechen Mediziner nicht von der Epilepsie, sondern von Epilepsien. „Wenn unsere Patienten hören, dass sie an epileptischen Anfällen erkrankt sind, überrascht es sie“, weiß Professor Schulze-Bonhage, „und viele reagieren betroffen
oder ängstlich, obwohl sie noch Glück gehabt haben, denn Epilepsie ist die Nervenkrankheit mit den besten Heilungschancen.“
Forschung und Behandlung im Epilepsiezentrum
Epileptische Anfälle können jeden treffen, denn sie sind die häufigste chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Fast fünf Prozent der deutschen Bevölkerung erlebten schon einmal epileptische Anfälle. Eine aktive Epilepsie entwickeln dagegen weniger als ein Prozent in Europa.
KontaktProf. Dr. Andreas Schulze-Bonhage |
„Nahezu alle Betroffenen können durch Medikamente oder Operationen geheilt werden“, sagt Prof. Dr. Schulze-Bonhage, der mit seinem Team seit der Entstehung des Freiburger Epilepsiezentrums im Jahr 1999 über Epilepsien forscht und Patienten chirurgisch wie pharmakologisch behandelt.
Die klinische Patientenversorgung erfolgt in enger Kooperation mit dem Epilepsiezentrum Kork und der neuropädiatrischen Abteilungen der Universitätsklinika in Heidelberg und Kiel.
Im Jahr 2008 wurden innerhalb des Verbunds 100 epilepsiechirurgische Eingriffe durchgeführt. „Damit ist der Verbund mittlerweile ein führendes epilepsiechirurgisches Zentrum Europas“, so Prof. Dr. Andreas Schulze-Bonhage und blickt stolz auf die zehnjährige Erfolgsgeschichte des Epilepsiezentrums.














