spac
spacmenufooter
spacer
spacer
spacer
spac

Schuppenflechte – Attacke gegen die eigene Haut

(12.1.2010) Schuppenflechte ist eine chronische Entzündung der Haut. Die Krankheit kann einzelne Hautstellen befallen, sich aber auch auf den gesamten Körper ausbreiten.

„Für die Schuppenflechte verantwortlich ist eine Störung der körpereigenen T-Zellen: Dabei richtet sich das Immunsystem bei einem fehlgesteuerten Angriff gegen die Zellen der Oberhaut“, erklärt Professor Dr. Christoph Schempp, Oberarzt in der Abteilung Dermatologie des Universitätsklinikums Freiburg und Leiter des Kompetenzzentrums skintegral.

„Es folgt eine Entzündungsreaktion. Die betroffenen Oberhautzellen vermehren sich stark, die Hautstellen verdicken sich und schuppen.“
Der beschleunigte Stoffwechselprozess führt dazu, dass sich die Haut nicht wie beim gesunden Menschen innerhalb von knapp 26 Tagen erneuert, sondern überschießend in etwa sechs Tagen. Die Krankheit verläuft in Schüben. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, rötliche, teils juckende und mit Schuppen bedeckte Herde. Häufig betroffen sind Stellen an den Ellbogen, den Knien und der Kopfhaut. Allerdings kann sie sich auch auf den ganzen Körper mitsamt Schleimhäuten, Gelenken und Nägel ausbreiten. Die Dauer der Schübe variiert zwischen Tagen und Jahren. Auch die Stärke der Beschwerden schwankt: Abhängig von Jahreszeit, Ernährung und psychischem Befinden können sie kaum wahrnehmbar sein oder aber sogar den Bewegungsapparat behindern.

Keine Zivilisationskrankheit

Etwa zwei Prozent der Deutschen leiden an einer mehr oder weniger ausgeprägten Form der Schuppenflechte. „Sie kommt in allen Altersgruppen vor, beginnt aber häufig in der Pubertät“, weiß der Dermatologe, „und sie betrifft Männer und Frauen gleichermaßen“. Zwar ist die Krankheit nicht ansteckend, aber vererbbar. Neben den genetischen, gibt es viele weitere Faktoren, die den Krankheitsausbruch auslösen, den Verlauf verschlimmern können: Dazu gehören Infektionen, Alkoholgenuss, Rauchen, bestimmte Medikamente und Stress. Omega-3-Fettsäuren, Obst und Gemüse haben dagegen einen positiven Einfluss. Doch eine Zivilisationskrankheit ist die Schuppenflechte nicht: Schon vor 2.000 Jahren gab es Beschreibungen einer schuppenden Hauterkrankung, die an Schuppenflechte erinnert. Bis vor etwa 150 Jahren wurde sie jedoch mit Krätze oder Lepra verwechselt.

Breites Behandlungsspektrum

Kontakt

Schuppenflechte-Sprechstunde der Universitäts-Hautklinik Freiburg
Tel.: 0761 / 270-67 37

Die Schuppenflechte ist nicht heilbar, doch die modernen Behandlungsmethoden können die Symptome lindern und sogar zeitweilig verschwinden lassen. Das Behandlungsspektrum reicht von pflegenden Salben bis hin zu starken, das Immunsystem hemmenden Medikamenten. „Je nach Alter, Gesundheitszustand und Lebensgewohnheiten des Erkrankten sollte die Therapie individuell zugeschnitten, Medikamente und physikalische Therapien kombiniert werden“, rät Professor Schempp. Bei einem akuten Schub muss zunächst die Hornschicht durch Verbände mit Wirkstoffen wie Salicylsäure, Harnstoff oder Milchsäure beseitigt werden. Erst dann können Medikamente gegen die Entzündung der Schuppenflechte zu ihrem Wirkort, den lebenden Hautzellen, vordringen. Die Basis jeder Behandlung ist aber die regelmäßige, sorgfältige und individuell abgestimmte Hautpflege.

                                                                                                                    zurück...