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Weg mit harten Brocken
(3.2.2010) Gallensteine sind nichts Ungewöhnliches. Oft werden sie gar nicht bemerkt und sind meist ungefährlich – bei Schmerzen muss dennoch operiert werden.
(hs) Das krosse, panierte Schweineschnitzel, das Butterbrot am Morgen – so umstritten derlei Nahrungsmittel sein mögen, gut verdaut werden sie nur mithilfe einer wichtigen Verdauungsflüssigkeit. In der Leber produziert hilft die Galle den Verdauungsenzymen im Darm Fette zu zersetzen und für den Körper verwertbar zu machen.
Ungünstige Veränderungen in der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit können chemische Reaktionen auslösen. In deren Folge verklumpen Gallensalze, Cholesterin und andere Bestandteile der Flüssigkeit und es beginnen sich kleine Kristalle zu bilden. Deren Oberfläche ist dann der Ansatzpunkt für die weitere Kristallisation und schon kann – meist in der Gallenblase – ein Stein heranwachsen.
„Gallensteine sind nichts Ungewöhnliches und werden in den meisten Fällen gar nicht bemerkt“, erklärt Prof. Dr. Robert Obermaier, Leber- und Gallenexperte der chirurgischen Universitätsklinik Freiburg. Entweder bleiben die meist rundlichen Brocken in der Gallenblase und fallen höchstens bei zufälligen Untersuchungen auf, oder sie werden vom Körper unbemerkt wieder herausgespült. Die harten Brocken können sich aber durchaus bemerkbar machen und sind dann nicht ungefährlich.Starke Schmerzen und schwere Entzündungen oder sogar eine Bauchspeicheldrüsenentzündung können die Folge sein.
Wiederkehrende Schmerzen im rechten Oberbauch, oft im Zusammenhang mit einer bräunlichen Verfärbung von Urin und Entfärbung von Stuhl nach fettreichen Speisen sind daher ein Alarmsignal. Bei diesen Symptomen sollte man sich von einem Arzt untersuchen lassen. Ein Ultraschall ist dabei meist Mittel der Wahl. Finden sich dann tatsächlich Gallensteine, muss operiert werden. „Therapieansätze mit Medikamenten oder der Stoßwellenmethode sind nicht Standard, da die Steine wiederkommen. Die operative Entfernung der Gallenblase ist heute die beste, weil erfolgreichste Behandlungsmethode bei Gallensteinen“, erklärt Robert Obermaier.
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Bei der Operation wird die Gallenblase komplett entfernt. Die Gallenflüssigkeit fließt danach ohne Umwege und Nachteile für den Patienten durch die Gallenwege direkt in den Verdauungstrakt. Obermaier: „Nach der Operation gibt es in der Regel keine Einschränkungen des gewohnten Lebenswandels. Lediglich bei sehr fettreichen Speisen kann bei manchen Patienten die Verdauung etwas durcheinanderkommen.“ In der Regel verwenden die Chirurgen minimalinvasive Operationstechniken. So werden Komplikationen weitgehend vermieden und allzu große Narben ausgeschlossen.
„In Sonderfällen bieten wir auch Operationen durch die Vagina, ohne Schnitte am Bauch, an“, erklärt Experte Obermaier. Diese „NOTES“ genannte Operationstechnik biete sich da an, wo wegen besonderer Lebensumstände keinesfalls sichtbare Narben entstehen dürfen. Obermaier betont jedoch, dass die NOTES-Technik noch nicht so ausgereift sei, wie die Standard-Operationen. Eine weitere moderne OP-Technik ist die sogenannte Ein-Schnitt-Gallenblasen- Entfernung.Wie der Name schon sagt, wird dabei nur ein zwei bis drei Zentimeter großer Schnitt im Bauchnabel vorgenommen und nur durch diesen operiert. Bei der herkömmlichen laparoskopischen Methode sind es vier kleine Schnitte.
Als besonders anfällig für Gallensteine gelten vor allem Frauen nordeuropäischen Typs mit heller Haut jenseits der 40. Ab diesem Alter haben etwa 32 Prozent der Frauen und rund 16 Prozent der Männer einmal Gallensteine. Übergewicht scheint auch ein Risiko-Faktor zu sein, gemeinsam mit genetischen Dispositionen und fettreicher Ernährung. Wer sich gesund und fettarm ernährt, hat bessere Chancen, von Steinen im eigenen Körper verschont zu bleiben.














