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Gerstenkorn – Der "Pickel" am Auge

(24.7.2009) Es ist lästig und schmerzt: Das Gerstenkorn kann in schlimmen Fällen sogar das Sichtfeld einschränken. Eine chirurgische Behandlung ist aber meist nicht erforderlich, da Gerstenkörner oft von alleine abheilen.

(ab) Das Gerstenkorn ist eine Entzündung verstopfter Lidranddrüsen am Auge. Verantwortlich dafür sind in der Regel Bakterien, die sich in der Umgebung einer verstopften Talgdrüse ansammeln. Das aufgestaute Drüsensekret führt dann zu einer Entzündung, ganz wie bei einem Pickel. Die beteiligten Keime gehören zur Keimflora, die auf der Körperoberfläche natürlicherweise vorkommt.
„Typische Symptome des Gerstenkorns sind eine oft eitrige und schmerzhafte Schwellung, Rötung des Lidrandes und Reizung der Bindehaut“, erzählt Professor Dr. Hans Mittelviefhaus, Leiter der Ambulanz der Abteilung Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Durch die im Bindegewebe des Lides ablaufende Reizreaktion kommt es zur Schwellung und Vorwölbung des Lidrandes. Die Entzündung neigt zu einer spontanen Resorption und Entleerung des aufgestauten Drüsensekretes.

Gerstenkörner sind recht häufig. Wenn jemand allerdings immer wieder darunter leidet, sollte er unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, um durch vorbeugende Maßnahmen der Lidpflege Folgeschäden zu verhindern. Gelegentlich müssen auch Allgemeinerkrankungen ausgeschlossen werden, die mit einer Schwächung des Immunsystems einhergehen, wie beispielsweise ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus.
Je größer das Gerstenkorn wird, desto mehr Beschwerden bereitet es: es drückt auf das Auge, das Lid spannt und lässt sich manchmal kaum mehr öffnen. Das Gerstenkorn ist zwar schmerzhaft, aber eigentlich ungefährlich. „Nur wenn die Schmerzen zunehmen, die Lidfunktion beeinträchtigt oder das Sehfeld eingeschränkt ist, wird es unangenehm“, weiß der Augenspezialist. Das Gerstenkorn sollte daher möglichst frühzeitig und richtig behandelt werden.

Frühe Behandlung verhindert späte Folgen

Oft bilden sich kleine Gerstenkörner von alleine zurück, wenn das aufgestaute Drüsensekret von den weißen Blutkörperchen abgebaut wird und sich auf natürlichem Wege entleert. Dies kann durch lokale Wärmeanwendung und Maßnahmen zur Lidrandhygiene unterstützt werden. Gelegentlich sucht sich das entzündliche Sekret aber einen neuen Weg, indem sich die Schwellung zur Bindehautseite nach innen oder auf die Lidkante hin entleert, um dadurch den Selbstheilungsprozess einzuleiten. Die Schwellung platzt dann nach vorne, also auf die Vorderseite des Lides auf. Das entzündliche Sekret sollte dann entfernt und die Lidränder gereinigt werden.
Auf keinen Fall sollte man an einem Gerstenkorn herumdrücken. „Das Risiko, dass sich dadurch eine Infektion ausbreitet, ist einfach zu groß“, mahnt Prof. Mittelviefhaus. Wenn das Gerstenkorn sich im Falle einer Abkapselung nicht von alleine entleert, kann der Augenarzt mit einem kleinen Schnitt nachhelfen. „Im normalen Fall heilt das Gerstenkorn aber von selber ab. Allerdings benötigt die Heilung oft sechs bis acht Wochen, viel Pflege und Geduld“, äußert Professor Mittelviefhaus. Desinfizierende Cremes und antibiotische Salben helfen, die Infektion zu beseitigen. Entscheidend für die Heilung sind jedoch die mechanische Reinigung sowie eine Massage der Lidkanten, durch die das aufgestaute Sekret auf natürlichem Wege entleert werden kann. Hilfreich ist dabei die vorherige Anwendung von Wärme, um das Drüsensekret zu verflüssigen und dadurch den Abfluss zu erleichtern.

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