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Ein zweites Gesicht
(26.04.2011) Schwere Verletzungen im Gesicht werden am Universitätsklinikum Freiburg behandelt. Moderne Technik hilft bei der Rekonstruktion
Neue Augenhöhle: Ehe operiert
wird,
werden
die neuen Oberflächen am Modell
exakt
berechnet
(Foto: S. Gombert)
Damit hatte Claudia Schuhmann (Name von der Redaktion geändert) nicht gerechnet. Als sie sich wegen ihres verstopften linken Nasenflügels am Universitätsklinikum Freiburg untersuchen ließ, entdeckten die Ärzte einen bösartigen Tumor in der oberen linken Wange. Damals war sie gerade 14 Jahre alt. Nach insgesamt zwei Chemotherapien und mehreren Operationen war sie tumorfrei und überzeugt, geheilt zu sein. Bis der Krebs nach sieben Jahren wieder zurückkam.
2009 musste Frau Schuhmann erneut zur Bestrahlung. „Ein neuer Tumor hatte sich auf der anderen Seite, in der rechten Wange, gebildet“, beschreibt
Dr. Marc Metzger, Oberarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, den Zustand seiner Patientin, als sie auf
seine Station überwiesen wurde. Nach der Bestrahlung, die das Leben der Patientin gerettet hatte, mussten Wange und Augenboden wieder hergestellt werden. Um die Wange aufzubauen, entnahm Metzger Knochen aus dem Schädel seiner Patientin und formte daraus ein neues Jochbein. Mit einem Transplantat aus Muskulatur und Haut ihres Rückens konnte er das Gesicht vollständig rekonstruieren.
„Je nachdem, welche Verletzungen vorliegen, können wir den Augapfel auch mit einem von uns entwickelten Implantat wieder in die ursprüngliche Position bringen“, erklärt Metzger und fügt begeistert hinzu: „Dieses Orbitaimplantat hat die Augenchirurgie revolutioniert, denn es ist das erste, das der anatomischen Sollform der Augenhöhle angepasst wird.“
Vortragsveranstaltung „Das zweite Gesicht“
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In der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gibt es zudem die Möglichkeit, individuelle Modelle aus Daten von computertomografischen Aufnah- men zu erzeugen. Diese Modelle können dazu genutzt werden, vor den Operationen große Defekte im Bereich des Gesichtes durch die Anfertigung von speziellen Implantaten zu ersetzen. Mit ihr werden dann neue Oberflächen für die Augenhöhle berechnet, auf die das Implantat schon vor der Operation angepasst wird. So ist bereits bei der ersten Operation eine exakte anatomische
Rekonstruktion der Augenhöhle möglich. Lange Operationszeiten und nachträgliche Eingriffe werden damit vermieden.
Moderne Technik gibt auch im Operationssaal den Ton an. Die Ärzte benutzen ein spezielles Navigationssystem, mit dem sie die Position der Instrumente auf einem Bildschirm präzise verfolgen. Um auch während des operativen Eingriffs den Zustand des Patienten kontrollieren zu können, setzt Metzger die Digitale Volumentomografie ein, die ebenfalls ein dreidimensionales Bild liefert.
„Dieses Gerät gibt es momentan nur in wenigen Kliniken. Es ist handwagengroß, sodass wir es in jedem OP-Saal einsetzen können. Ohne dass die Patientin aufwachen muss, können wir erkennen, ob wir ihr Gesicht perfekt rekonstruiert haben. Das hat natürlich den Vorteil, dass man nicht zweimal operieren muss“, berichtet Metzger.
Claudia Schuhmann ist heute 36 Jahre alt und hat eine kleine Tochter. Dank Metzger und seinem Team sind ihr die Operationen im Gesicht kaum anzusehen.














