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Gürtelrose: Wie Feuer unter der Haut
(9.4.2010) Das Virus schlummert jahrelang, sein Ausbruch trifft vor allem ältere Menschen. Wird die Gürtelrose schnell behandelt, ist eine Abheilung in zwei bis drei Wochen möglich.
Fast jeder kennt den Krankheitserreger. Bei den meisten Erwachsenen liegt der Kontakt mit dem Varicella-Zoster-Virus (VZV) aber sehr lange Zeit zurück. Die VZV-Erstinfektion ist bei 90-95 Prozent der Bevölkerung bis zum 15. Lebensjahr bereits aufgetreten und führt zu Varizellen, den so genannten Windpocken.
Das Varicella-Zoster-Virus wird durch Tröpfcheninfektion oder in direktem Kontakt übertragen. Ist die Krankheit überstanden, wähnen sich Patienten und Angehörige resistent gegen eine wiederholte Infektion und damit in Sicherheit.
Dabei hat sich das Virus zu diesem Zeitpunkt bereits fest eingenistet. Das Zoster-Virus verlässt uns in der Regel nie mehr. In den Nervenfasern des Rückens, den Ganglien der Hinterwurzeln, finden die Viren zeitlebens einen vor dem Immunsystem geschützten Zufluchtsort.
Für einen gesunden Erwachsenen besteht dabei kein Grund zur Beunruhigung. Das Virus bleibt unter Kontrolle, da die Erinnerung des Immunsystems und damit die Antikörper für eine effiziente Abwehr bestehen bleiben. Schlecht sind die Aussichten nur dann, wenn der eigene Körper geschwächt ist: Sei es durch andere Infektionen, Immunschwäche, starken Stress oder weitere körperliche Belastungen – sie begünstigen einen erneuten Ausbruch des ungebetenen Gasts. So sind zunehmend auch jüngere Patienten von einem Herpes Zoster, der so genannten Gürtelrose, betroffen. Diese Zweiterkrankung, die auf dem Windpockenvirus beruht, resultiert aus einer endogenen Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus.
In Deutschland erkranken etwa. 400.000 Menschen jährlich.
„In den meisten Fällen treten zunächst ein Kribbeln, Jucken, manchmal auch stechend einschießende Schmerzen ohne sichtbare Anzeichen auf. „Alle Körperregionen können betroffen sein. Neben dem Rumpf also auch Kopf, Hals, Schleimhäute, Arme und Beine. Fieber und Abgeschlagenheit sind in der Anfangsphase keine Seltenheit“, sagt Oberärztin Dorothée Nashan, Expertin für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Freiburg. „Gewöhnlich ist die einseitige segmentale Ausprägung der Symptome und Hautveränderungen wegweisendes Kriterium.“ Primäre Hautzeichen sind zumeist leicht erhabene scharf begrenzte Hautrötungen, auf denen sich klare, gruppiert stehende, kleine Bläschen bilden. Nach zwei bis sieben Tagen trüben die Bläschen oft ein; sie, können aber auch konfluierend und blutig erscheinen, dann sekundär eintrocknen oder aber auch im Verlauf Erosionen und Krusten bilden.
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Nach zwei bis drei Wochen ist eine Abheilung möglich. Meist trifft die Gürtelrose ältere Menschen. Zwei Drittel der Patienten sind älter als 50 Jahre. Bei Ihnen geht es darum, schnell und richtig zu reagieren um schlimme Folgen der Krankheit zu vermeiden. Einerseits muss das Virus und die Entzündung bekämpft werden. Andererseits ist eine Therapie gegen Schmerzen von besonderer Bedeutung.
„Die Schmerzen können sehr stark sein und sehr lange, auch nach vollständiger Abheilung der Haut bleiben“, so Nashan. In der akuten Phase spricht man vom Zoster-Schmerz, welchem dann langfristig die postzosterische Neuralgie folgen kann. Der Schmerzreiz wird bei der Gürtelrose oft durch bloße Berührung ausgelöst. Er kann beispielsweise durch das Reiben der eigenen Kleidung oder das Anlegen eines Autogurtes hervorgerufen werden. Es bedarf also einer frühzeitigen und gezielten Schmerztherapie.
Bei einer raschen Behandlung der Gürtelrose wird in der Regel eine zügige und vollständige Heilung erreicht. Während bei älteren Patienten fast immer eine antivirale Therapie angebracht ist, kann bei jungen und gesunden Patienten auf diese verzichtet werden, da sie die Heilung mit der eigenen Immunkompetenz schaffen. Für die Entscheidung einer antiviralen - wie auch Schmerztherapie sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Patienten mit der Diagnose “Gürtelrose“ müssen die Ansteckungsgefahr ihrer Erkrankung kennen. Solange Bläschen auf der Haut sind, ist sie besonders hoch. Über Kontakt und Schmierinfektionen können die Erreger übertragen werden und bei bisher nicht infizierten Menschen zu Windpocken führen. Mittlerweile gibt es eine effektive Impfung gegen die Krankheit. In Deutschland sind mehrere Lebend-Impfstoffe gegen Windpocken zugelassen. Kommt es trotz Impfung zu einem Ausbruch, so ist die Gürtelrose in der Regel deutlich weniger ausgeprägt.














