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Jede Minute zählt
(4.1.2010) Ein brennender Schmerz im Brustkorb, der bis in den Arm und den Unterkiefer ziehen kann, kalter Schweiß, das Gefühl nicht mehr atmen zu können und Todesangst – die klassischen Anzeichen eines Herzinfarkts.
(bw) Bei einem Herzinfarkt werden eine oder gleich mehrere Herzkranzgefässe verstopft, so dass das Herzgewebe nicht mehr richtig durchblutet wird. Dies führt dazu, dass Teile des Herzmuskels absterben und das Herz nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut in den Kreislauf zu pumpen. Grund für einen solchen Verschluss sind oft so genannte „arteriosklerotische“ Ablagerungen an der Arterienwand. Im Bereich der Ablagerungen kann es nun zu einem Einriss der Gefäßinnenhaut kommen. An der Einrisswunde bildet sich jetzt ein Gerinnsel, das sich plötzlich lösen und so die Herzkranzgefäße verschließen kann. Kommt es zu einem solchen Verschluss, ist Eile geboten.
Jeder Stunde stirbt der Herzmuskel weiter ab
„Jeder der Anzeichen eines Herzinfarktes verspürt, sollte lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig den Notarzt rufen“, rät Professor Dr. Manfred Zehender, Leitender Oberarzt der kardiologischen Abteilung des Universitätsklinikums Freiburg. Bestätigt der Notarzt den Verdacht auf einen Herzinfarkt, wird der Patient im Universitätsklinikum Freiburg gar nicht erst in die allgemeine Notaufnahme gebracht, sondern direkt in das Herzkatheterlabor. Denn das wichtigste ist jetzt, dass die Herzkranzarterie so schnell wie möglich wieder geöffnet wird. „In der ersten Stunde nach dem Infarkt können wir noch bis zu 90 Prozent des untergehenden Muskelgewebes retten“, so Professor Zehender. „In jeder weiteren Stunde gehen jeweils 10 bis 30 Prozent des Muskels verloren.“
Im Katheterlabor kann der Herzmuskel gerettet werden
Im Herzkatheterlabor wird dem Patienten ein dünner Katheter über eine Vene im Arm oder über eine Arterie in der Leiste bis zum Herz geschoben. Mit Hilfe des Katheters kann jetzt ein Röntgenkontrastmittel direkt in die Herzgefäße gespritzt werden und so die verengte Stelle im Herzen genau lokalisiert werden. Über den Katheterzugang wird dann ein winziger Ballon eingeführt, mit dem man das verengte Gefäß wieder weiten kann. Um ein Wiederverschließen des Gefäßes zu verhindern, wird eine röhrenförmige Gefäßstütze, ein sogenannter „Stent“ eingeführt. „Wir behandeln jährlich rund 700 Patienten mit dem Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt oder ein akutes Koronarsyndrom. In über 90 Prozent der Fälle ist die Behandlung im Herzkatheterlabor erfolgreich und ausreichend, um den Patienten langfristig zu helfen“, so Professor Zehender. Es gibt unterschiedliche Arten von Stents. So gibt es beispielsweise Stents, die mit Medikamenten beschichtet sind und einen Wiederverschluß verhindern sollen. Dabei kann man nicht pauschal sagen, welcher Stent der beste ist, weiß Professor Zehender: „Wir müssen individuell von Patient zu Patient entscheiden, welches in der gegebenen Situation der beste Stent und das erfolgreichste Therapiekonzept darstellt.“
Die Homepage der Abteilung Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg finden Sie hier…














