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Hirnschrittmacher: Kleine Elektroden mit großer Wirkung

(8.6.2010) Bewegungsstörungen wie Tremor oder Schüttellähmung schränken die Lebensqualität der Betroffenen stark sein. Eine Tiefe Hirnstimulation kann die Symptome unterdrücken.

(bw) Anziehen, Essen, Schreiben und andere ganz alltägliche Verrichtungen sind für Menschen mit nicht kontrollierbaren Bewegungsstörungen fast unmöglich. Ursache von Tremor oder Schüttellähmung sind häufig die Parkinson´sche Erkrankung oder erblich erworbene Bewegungsstörungen.

Der Leidensdruck für diese Patienten, die selbst einfachste Tätigkeiten nicht verrichten können, ist immens hoch. „Die Ursache dieser Erkrankungen beruht auf einer gestörten Kommunikation tief liegender Kerngebiete im Gehirn, den so genannten Basalganglien“, erklärt PD Dr. Marcus Pinsker, Leitender Oberarzt, der die Operationen gemeinsam mit Professor Dr. Guido Nikkhah, Ärztlicher Direktor der Stereotaktischen Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg, durchführt. „Hier kommt es zu einem Ungleichgewicht aktivierender und hemmender Botenstoffe.“ Um Patienten mit solchen Erkrankungen helfen zu können, wurden bis vor etwa zehn Jahren mit großer Präzision kleine Kerngebiete im Gehirn dauerhaft ausgeschaltet.

In den letzten zehn Jahren hat sich aber immer mehr eine neue Methode durchgesetzt: Die Tiefe Hirnstimulation. Bei dieser Methode werden dauerhafte dünne Elektroden in spezielle Kerngebiete des Gehirns implantiert, sowie deren Anschluss an ein Schrittmacher-System, das unter der Haut platziert wird. Durch ein Hochfrequenzsignal wird die krankhafte überregte Aktivität in diesen Arealen gehemmt. Mit Hilfe dieses Eingriffs können die Hauptsymptome größtenteils unterdrückt werden.

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Die Homepage der Stereotaktischen Neurochirurgie finden Sie hier...

Das hat zur Folge, dass Patienten nicht mehr so viele Medikamente einnehmen müssen und sich ihre Lebensqualität merklich verbessert. „Der große Vorteil dieser Technik liegt in der Reversibilität, das heißt, nach Ausschalten des Geräts lässt sich der präoperative Zustand wieder herstellen“, so Professor Nikkhah. „Darüber hinaus können wir durch verschiedene Änderungen der Stimulationsparameter auch im Langzeitverlauf positiv auf die Symptomatik einwirken.“

Die Beratung und Betreuung der Patientinnen und Patienten und Angehörigen erfolgt in der Stereotaktischen Neurochirurgie des Universitätsklinikums Freiburg in enger Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. Vor dem Eingriff beraten sich Neurologen sowie Kinderneurologen und Psychiater in interdisziplinären Konferenzen bezüglich der Entscheidung. „Wir haben das Ziel“, so die beiden Neurochirurgen, „jedem Patienten mit Bewegungsstörungen einen individuellen Behandlungspfad aufzuzeigen, der sowohl die noch verbleibenden konservativen Möglichkeiten voll ausschöpft, als auch die Chancen und Risiken eines operativen Eingriffs mit in Betracht zieht.“

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