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Der Rücken macht die Pein im Bein
(29.7.2009) Der Po schmerzt, durch den Schenkel und bis in die Füße zieht es unangenehm. Dabei fehlt dem Bein doch nichts! Wer diese Symptome kennt weiß schnell: Es ist der Ischiasnerv.
Eingeklemmt und gereizt sitzt er in der unteren Wirbelsäule und sendet seine Schmerzsignale. Der Nerv führt ins Bein – deshalb schmerzt es dort, obwohl der Nerv selbst die Ursache ist.
Probleme mit dem Ischiasnerv sind eine der gängigsten Varianten der Volkskrankheit „Rückenschmerzen“. Über die Hälfte aller Deutschen machen in ihrem Leben Erfahrungen mit Rückenproblemen. Davon ist in mindestens zehn Prozent der Fälle der Ischiasnerv betroffen. Die Betroffenen haben eine so genannte Ischialgie. „Dahinter kann ein Bandscheibenvorfall stecken oder etwa eine Verengung des Nervenkanals in der Wirbelsäule“, sagt Professor Dr. Josef Zentner, Rücken-Experte des Universitätsklinikums Freiburg.
Wie entstehen nun der Schmerz und das Ziehen im Bein? Zunächst ist der Ischias-Nerv einer der wichtigsten Nervenstränge, der vom Rücken in das Bein zieht. Aus der unteren Körperhälfte leitet das Nervenbündel Informationen aus den Schenkeln und den Füssen über das Rückenmark ins Gehirn. Ohne Ischias hätten wir keine Kontrolle über unsere Beine. Erfährt der Nerv im Rücken nun selbst einen Reiz - zum Beispiel durch eine verrutschte Bandscheibe - weist unser Schmerzzentrum diesen Reiz dem Ursprung des Nervenbündels zu. Das ist in der Regel ein sehr genau definierbarer Bereich entlang eines Beines. Nur selten sind beide Seiten betroffen. Je nach Belastung des Nervs spürt der Betroffene nur ein leichtes Ziehen, oder er kann im schlimmsten Fall kaum mehr gehen.
Nur wenn ein Patient selten und vorübergehend mit dem Ischias zu tun hat, kann er hoffen von alleine wieder zu gesunden. Ein Gang zum Arzt schafft auf jeden Fall mehr Gewissheit. Patienten, die mit Lähmungserscheinungen oder gar mit einem Verlust der Kontrolle über die Blase konfrontiert sind, müssen sogar sehr dringend einen Experten aufsuchen. „Heutzutage setzt die Medizin auf eine abgestufte Behandlungsmethode“, betont dabei Rücken-Experte Zentner: „In den wenigsten Fällen muss operiert werden“. Stattdessen versuchen der Experte und seine Kollegen in den meisten Fällen zunächst die so genannte „konservative Behandlung“ des Problems. Das kann zum Beispiel durch individuelle Physiotherapie oder auch durch Medikamente geschehen. „Erst wenn diese Methoden nach zwei bis drei Wochen keine Besserung bringen - und das ist nur selten so - raten wir einem Patienten zur Operation“, sagt Zentner.
Kontakt Oberarzt Dr. Ulrich Hubbe
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Am Universitätsklinikum Freiburg sind Ärzte mit einem außerordentlich großen Repertoire an Behandlungs- und Operationsmethoden für Ischiasprobleme vertreten. Damit ist sichergestellt, dass für Patienten auf jeden Fall die individuell richtige Methode gefunden und bereitgestellt werden kann. „Es wurde in der Vergangenheit oft und zu schnell operiert“, sagt Zentner. Heute würde man sehr sorgfältig abwägen, ob dies überhaupt nötig ist.
Am besten schützen sich Patienten vor solcherlei Erwägungen allerdings durch regelmäßige und sinnvolle Prävention. Egal ob Rückenschule, Gymnastik, Schwimmen oder Fitnesstraining – wer den Rücken trainiert und dabei nicht überlastet, ist am besten vor Ischias-Sorgen gefeit.














