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Betreuung von Herzen

(4.11.2009) „Hauptsache gesund“ – für die Eltern von rund 6000 Kindern jährlich trifft dieser Satz nicht zu: Angeborene Herzfehler sind die häufigste Fehlbildung bei Neugeborenen. Einer von ihnen war Lenny.

(bw) „Ist er nicht süß?“ Professorin Brigitte Stiller, die Ärztliche Direktorin der Pädiatrischen Kardiologie des Universitätsklinikums Feiburg hält ein Foto in der Hand, dass Lenny am Tag seiner Entlassung zeigt.

Lenny wog gerade einmal 1800 Gramm, als er sechs Wochen zu früh auf die Welt kam. Bereits vor der Geburt hatten die Ärzte bei ihm einen schweren Herzfehler festgestellt. Zwei Wochen nach seiner Geburt wurde er deshalb von den Kinderherzchirurgen operiert. Anschließend setzten die Kinderkardiologen dem Jungen mittels eines Herzkatheters einen Stent ein.

Lenny war der jüngste Patient, der je in Freiburg nach der so genannten Hybrid-Norwood Methode behandelt wurde. Noch vor dem eigentlich errechneten Geburtstermin konnten die Ärzte Lenny entlassen. „Solche Erfolge lassen sich nur durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine hervorragende Kommunikation mit den Herzchirurgen erzielen“, betont Stiller.

Die Kinderherzchirurgen unter der Leitung von Professor Dr. Christian Schlensak operieren über 200 Kinder im Jahr. „Unser Spektrum beinhaltet alle komplexen Eingriffe, die vom Neugeborenen bis zum Erwachsenenalter durchgeführt werden“, sagt Schlensak. Und so wie die Kinderkardiologen die Herzchirurgen brauchen, brauchen diese die Kinderärzte. Denn ohne eine gute Diagnostik, ohne die Vorbereitung und vor allem ohne die medizinische Betreuung nach der Operation würden die Erfolge ausbleiben.

In der Klinik für Pädiatrische Kardiologie des Universitätsklinikums Freiburg stehen sämtliche modernen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zur Verfügung. „Unsere nicht invasiven diagnostischen Möglichkeiten, insbesondere der Herz- Ultraschall, sind so gut, dass wir Herzkatheter fast ausschließlich zur Behandlung, nicht aber zum Erkennen von angeborenen Herzfehlern, einsetzen“, betont Professorin Stiller. So können beispielsweise bereits bei Jugendlichen über einen Herzkatheter neue Herzklappen eingesetzt werden, ohne den Brustraum zu öffnen.

Kontakt

Prof. Dr. Brigitte Stiller
Pädiatrische Kardiologie und angeborene Herzfehler Tel.: 0761/ 270 4313
E-Mail: brigitte.stiller@uniklinik-freiburg.de

Seit diesem Jahr steht zudem ein Laufband zur Verfügung, auf dem Kinder, während sie laufen, untersucht werden können. Auch wenn viele der kleinen Patienten stationär auf der eigenen kinderkardiologischen Station behandelt werden müssen, spielt die ambulante Betreuung eine große Rolle. „Bei der ambulanten Betreuung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern legen wir auf die enge Kooperation mit den mitbetreuenden Kollegen in den Praxen besonderen Wert“, so Stiller. „Mittlerweile hat sich hier ein enges Netzwerk ausgebildet. Wir tauschen regelmäßig Befunde auf elektronischem Wege aus und beurteilen diese gemeinsam. Ebenso betreuen wir Familien, die ein Kind mit einem Herzfehler erwarten bereits während der Schwangerschagft intensiv.“

Aber nicht nur Kinder werden von den Kinderzexperten behandelt, sondern auch Erwachsene, die mit einem angeborenen Herzfehler leben. Für sie gibt es eine spezielle Sprechstunde zusammen mit der Abteilung Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg. Dabei profitieren die Erwachsenen mit einem angebornen Herzfehler davon, dass Professorin Stiller die einzige zertifizierte Kinderkardiologin in Freiburg ist, die auch Erwachsene behandeln darf. So hilft die enge Zusammenarbeit der einzelnen Fachdisziplinen, betroffene Kinder möglichst unbeschwert aufwachsen zu lassen und erwachsenen Betroffenen den Alltag zu erleichtern.

                                                                                                                                   zurück...