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Hilfe aus Großmutters Kräuterschrank
(22.9.2010) Die Pflanzenheilkunde gehört zu den ältesten medizinischen Therapien. Getreu dem Motto „Was Großmutter noch wusste“ stellen wir Ihnen einige der alten und trotzdem noch immer aktuellen Heilpflanzen vor.
(sg) Um die Pflanzenheilkunde zu beherrschen muss zuerst die Heilpflanzenkunde, also das Wissen um die verschiedenen Heilpflanzen erworben werden. In beidem ist Dr. Roman Huber vom Zentrum für Naturheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg Experte. Er und sein Team stellen die oft belächelten Hausmittel auf ein wissenschaftliches Fundament und behandeln ihre Patienten mit modernsten naturheilkundlichen Verfahren.
Erkältungsbeschwerden natürlich lindern
In der Erkältungszeit empfiehlt Dr. Huber zu allererst Wärme. Warme Füße und warme Bäder sind die Basis einer natürlichen Vorbeugung. Denn sinkt die Temperatur der Füße, hat dies Auswirkungen auf die Vermehrung unerwünschter Keime im Rachenraum. Auch wenn es einen dann doch erwischt hat, sind Wärme und Schwitzkuren gut. Allerdings immer so, dass der Kreislauf nicht zu sehr belastet wird. Optimal wirken hier Holunder und Lindenblüten Tee. Heiß getrunken sind sie schweißtreibend. Zwiebeln helfen, die verstopften Nebenhöhlen zu befreien, in dem man sie einfach auf die Haut rechts und links der Nase auflegt. Auch Spülkuren mit Salzwasser und Inhalationen mit Kamillenblüten lassen Schnupfengeplagte wieder freier durchatmen. Gegen Kopfschmerzen, nicht nur bei Erkältungen, hilft Pfefferminzöl. Dies wird an den Schläfen oder der Stirn eingerieben und verschafft rasche Linderung. Hustenreiz kann mit Spitzwegerich-Honig oder Eibischsirup gelindert werden. Mit Thymiantee dagegen wird der Husten durch besseres Abhusten von Schleim bekämpft.
Den Magen kurieren
Zitronenmelisse ist in Deutschland heimisch und kann sehr gut im Garten oder auf dem Balkon gezogen werden. Als Tee angewendet wirkt sie allgemein beruhigend und entkrampft den Magen. Wichtig ist hier, den Tee abgedeckt ziehen zu lassen. Auch Haferschleim ist ein Magenberuhiger. Oft als ungeliebte Kindheitserinnerung bekannt, kann er einen gereizten Magen kurieren. Bei Blähungen hilft Fencheltee. Dieser ist besonders auch bei Koliken im Kindesalter als natürliche Alternative verbreitet. Auch Anis und Kümmel wirken den unangenehmen und schmerzhaften Blähungen entgegen. Die Bitterstoffe in Enzian und Wermut helfen den Appetit anzuregen.
Gut für Haut, Gelenke und Sehnen
Salben aus der Ringelblume, auch Calendula genannt, helfen gegen Hautentzündungen. Gegen Insektenstiche zerdrückte man früher Spitzwegerichblätter auf der Haut. Beinwell ist seit alters her als Kraut gegen Prellungen, Entzündungen der Knochenhaut und Sehnenscheidenentzündungen überliefert. Auch heute noch populär bei diesen Blessuren ist das Einreiben mit Salben aus der Arnikapflanze.
Erholsamer Schlaf dank Mutter Natur
KontaktDr. Roman Huber Prof. Dr. Dipl. Psych. Dieter Riemann
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Baldrian, Melisse und Hopfen sind Wirkstoffe die Professor Dieter Riemann, Leiter der Sektion für Klinische Psychologie und Psychophysiologie, aus der Schlafmedizin kennt. Für seine Patienten sind diese eine Alternative zu synthetischen Schlafmitteln. Professor Riemann bedauert, dass es nicht mehr Forschungsergebnisse über die schlaffördernden Wirkungen der Pflanzen gibt. „Trotzdem würde ich keinem Patienten ein Mittel ausreden wollen, dass ihn schlafen lässt“, erklärt Riemann.
Informieren Sie sich!
Ob aus dem eigenen Kräutergarten oder aus einer fachkundigen Apotheke, Heilpflanzen können auf vielfältige Weise Beschwerden lindern. Allerdings sollten sie immer zuvor mit einem Experten klären, ob für Sie ein Risiko, zum Beispiel durch eine Allergie besteht. Auch bei der Zubereitung gilt es ein paar Regeln zu beachten.
Soll aus Pflanzen, deren Heilwirkung in den ätherischen Ölen liegt, Tee zubereitet werden, muss darauf geachtet werden, dass der Topf beim Ziehenlassen abgedeckt ist. In Teebeuteln und abgestandener Pflanzenware ist der Wirkstoffgehalt häufig reduziert, insbesondere wenn es sich um leicht flüchtige Wirkstoffe wie zum Beispiel ätherische Öle handelt. Produkte aus dem Drogeriemarkt sind häufig niedriger konzentriert als Produkte in Apotheken beziehungsweise als die Dosierung die in Studien wirksam war. Ist der Wirkstoff zu niedrig dosiert, wird die erwünschte Wirkung ausbleiben.
Am Zentrum für Naturheilkunde können Sie sich immer wieder in verschiedenen Veranstaltungen über die Möglichkeiten der Pflanzenheilkunde informieren.














