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Eine Leber aus Stein
(15.2.2010) Bei einer Leberzirrhose verhärtet, vernarbt und schrumpft die Leber und gibt so Stück für Stück ihre Aufgaben auf. Das wird oft gar nicht bemerkt, denn die Symptome können sehr unterschiedlich sein.
Wir Menschen haben die merkwürdige Angewohnheit, uns beim Feiern gerne auf unterschiedlichste Art und Weise zu vergiften. Damit wir auf Partys darauf nicht verzichten müssen, haben wir ja schließlich unsere Leber, sozusagen das Klärwerk unseres Körpers. Sie kümmert sich darum, Giftstoffe die wir uns freiwillig oder unfreiwillig zugeführt haben wieder aus dem Körper zu entfernen.
Eigentlich Grund genug, uns diese so lange wie möglich zu erhalten. Obwohl unsere Gesetzgebung die Altersgrenze für den Verkauf von Alkohol immer weiter nach oben setzt, kommen Jugendliche immer früher damit in Kontakt. Wer in kürzerer Zeit mehr trinken kann, kann oft auch mit höherem Ansehen rechnen. Bei Erwachsenen sind leicht erhöhte Leberwerte heutzutage nichts mehr Besonderes.
Wer sich jeden Abend ein Gläschen Wein oder ein Feierabendbier gönnt, aber auch wer durch Übergewicht seine Körperfunktionen belastet, kann dauerhaft leicht erhöhte Leberwerte vorweisen. „Dies wird häufig zu wenig beachtet. Auf diese Weise werden immer wieder chronische Lebererkrankungen übersehen, weil die leichte Erhöhung durch den Lebenswandel gerechtfertigt wird“, warnProfessor Dr. Robert Thimme, Geschäftsführender Oberarzt der Abteilung Innere Medizin II und Leiter des Leberzentrums des Universitätsklinikums Freiburg. Auf diese Weise kann zum Beispiel eine Hepatitis verschleiert werden.
Hintergrund
Klug mit der Leber umgehen
Zwar kann die Leber mit 15 Prozent ihrer Größe noch ihre lebenserhaltenden Aufgaben erfüllen, doch die Leistungsminderung und die damit einhergehende Minderung der Lebensqualität wird sich nicht mehr bessern. Die Frage nach Medikamenten ist die falsche. Wer aber ein Verständnis dafür entwickelt, auf welche Weise wir unsere Leber selbst schützen, kann durch klugen Umgang alles dafür tun, was notwendig ist, um sie zu erhalten. |
Die Folge daraus kann eine unbemerkt fortschreitende Leberzirrhose sein. Dabei verhärtet, vernarbt und schrumpft die Leber und gibt so Stück für Stück ihre Aufgaben auf. Das wird oft gar nicht bemerkt, denn die Symptome können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein oder anfangs sogar völlig fehlen. Zentrale Anzeichen sind aber Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, da die Leber immer weiter ihre Entgiftungsfunktion einstellt und so immer weniger entgiftetes Blut in unserem Gehirn ankommt. „Weitere Anzeichen können sogenannte Leberhautzeichen sein. Dazu zählen rot gefärbte Kleinfingerballen sowie gelbliche Haut und Augen“, erklärt Prof. Thimme.
Da die Leber bei einer Zirrhose immer blutundurchlässiger wird, können sich um diese herum Umgehungskreisläufe bilden. Nicht jedes Venensystem ist aber für den so entstandenen erhöhten Blutdruck geeignet. Deshalb platzen diese häufig, was zu inneren Blutungen führen kann. „Außerdem kann der entstandene Überdruck auch zu einer Wasseransammlung in der Bauchregion führen“, warnt Prof. Thimme.














