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Schmerzhafte Tage

(26.07.2012) Durchschnittlich 400 Monatsblutungen hat eine Frau in ihren fruchtbaren Jahren. Doch auf dieses Monat für Monat wiederkehrende Phänomen würden einige Frauen lieber verzichten.

Alle vier Wochen ist es wieder so weit: Wird die während eines Zyklus herangereifte Eizelle nicht befruchtet, stößt der Organismus die vorsorglich für die Einnistung eines Embryos vorbereitete Schleimhaut ab. Durchschnittlich 400 Monatsblutungen hat eine Frau in ihren fruchtbaren Jahren.

Krampfhafte Schmerzen und Übelkeit

Doch auf dieses Monat für Monat wiederkehrende Phänomen würden einige Frauen lieber verzichten. Denn bei bis zu 30 Prozent der Frauen geht die monatliche Blutung mit krampfartigen Schmerzen im Unterbauch, Übelkeit, Durchfall oder Rückenschmerzen einher. „Probleme während der Menstruation können verschiede Ursachen haben“, erklärt Professor Dr. Hans-Peter Zahradnik, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Klinik für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. „ Bisweilen werden sie durch Muskelknoten so genannte Myome in der Gebärmutter oder versprengte Gebärmutterschleimhaut, man nennt dies Endometriose verursacht.“ Solche rein anatomischen Ursachen können vom Gynäkologen zielgerichtet und ursachenbezogen behandelt werden.

Jüngere Frauen häufiger betroffen

Bei vielen Frauen, die unter Menstruationsbeschwerden leiden, kann der Frauenarzt aber keine anatomischen Ursachen feststellen. Gerade jüngere Frauen klagen über monatlich wiederkehrende Probleme. „Junge Frauen sind deshalb häufiger betroffen, weil bestimmte Gewebshormone in der Gebärmutter nicht gleichgewichtig gebildet werden“, so Professor Zahradnik. "Neben der ausgleichenden Enzymhemmung durch bestimmte Schmerzmittel (COX 2 Hemmer) sind es aber auch Hormone selbst," so der Experte, "die gegen die monatlichen Beschwerden eingesetzt werden können."

Pille kann helfen

Das bekannteste Mittel ist die Pille, vor allem dann, wenn gleichzeitig eine Schwangerschaftsverhütung gewünscht wird. Sie verändert die Hormonspiegel und verhindert den Eisprung. Dadurch baut sich die Gebärmutterschleimhaut weniger stark auf, die Blutungen werden schwächer und die lokalen Hormonspiegel normalisieren sich. „Frauen, denen die üblichen Pillen nicht helfen, raten wir zu bestimmten Präparaten, teilweise auch zu einer durchgehenden Einnahme. Wir haben in unserem Labor vor kurzem eine in vitro Untersuchung abgeschlossen, die den besonderen Therapie-Effekt bestimmter Gestagene erklärt. Dr. Aida Hanjalic-Beck hat diese Ergebnisse eben erfolgreich in einer sehr angesehenen Fachzeitschrift publiziert.“ berichtet Professo Zahradnik.

Weitere Informationen

Endokrinologische Sprechstunde:
Tel.: 0761 / 270-31870
Internet: www.uniklinik-freiburg.de/frauenklinik/live/endokrinologie/stoerungen.html

Psyche spielt eine Rolle

Zahradnik weist aber auch noch auf einen anderen Punkt hin, der bei Regelbeschwerden nicht außer Acht gelassen werden darf: Der psychologische Aspekt. Lernmechanismen, Konditionierungen und Ängste vor dem nicht beeinflussbaren Wiederauftreten der Schmerzen, spielen dabei eine wichtige Rolle. Professor Zahradnik: „In welchen Ausmaß Konflikt-, beziehungsweise Stressverarbeitung für die Entstehung schmerzhafter Regelblutungen verantwortlich sind, müssen allerdings weitere Untersuchungen zeigen.“ Sicher scheint aber, dass weder hormonelle noch psychische Faktoren unabhängig vom Umfeld der Frau betrachtet werden können.

Sport lindert Schmerz

Eine gute Strategie, um leichtere schmerzhafte Regelblutungen in Schach zu halten, ist Sport. Adäquate körperliche Bewegung verbessert die Durchblutung der Gebärmuttermuskulatur und kann so Verkrampfungen lösen. „Auch wenn Sport nicht die Ursachen bekämpfen kann, kann er doch zu einer Linderung der Schmerzen führen“, weiß Professor Zahradnik. „Und vor allem lenkt Sport ganz einfach von den Schmerzen ab und fördert das Allgemeinbefinden.“

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