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Multiple Sklerose - Eine Krankheit mit 1000 Gesichtern

(6.10.2009) Multiple Sklerose ist ein lebenslanger Angriff auf die Kommandozentrale des Körpers- das zentrale Nervensystem (ZNS). Häufig auftretende Symptome sind Taubheit in unterschiedlichen Bereichen des Körpers, spastische Lähmungen in Armen und Beinen, Blasenstörung, Sehstörungen und Erschöpfungszustände. Multiple Sklerose wird oft als Krankheit mit 1000 Gesichtern bezeichnet.

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(re) Das zentrale Nervensystem (ZNS) besteht aus dem Gehirn und dem Rückenmark und steuert unsere Bewegungen, wertet Sinnesempfindungen aus und koordiniert das Zusammenwirken zwischen verschiedenen Körperteilen und Organen. Die Angriffe körpereigener Abwehrzellen auf den Schutzmantel der Nerven, die so genannte Myelinscheide, können im gesamten ZNS auftreten. Daher kann die Multiple Sklerose (MS) sehr vielgestaltige neurologische Symptome verursachen.
Häufig auftretende Symptome sind Taubheit in unterschiedlichen Bereichen des Körpers, spastische Lähmungen in Armen und Beinen, Blasenstörung, Sehstörungen und Erschöpfungszustände. Multiple Sklerose wird oft als Krankheit mit 1000 Gesichtern bezeichnet. Zu Recht, denn den Verlauf einer Multiplen Sklerose vorherzusagen ist kaum möglich, da die Erkrankung keinem einheitlichen Muster folgt.

Wechselnde Symptome

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Multiple Sklerose
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Am Samstag, den 31. Oktober 2009
von 9.00 bis 12.45 Uhr
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Die Symptome treten in ganz unterschiedlichen Gruppierungen auf. Dabei können die Symptome selbst wechseln und ihren Schweregrad und die Dauer ändern. Die Ungewissheit, wie sich die Erkrankung weiter entwickeln wird und welchen Einfluss sie auf das tägliche Leben haben wird, macht vielen Betroffenen sehr zu schaffen.
Die Erkrankung ist nicht heilbar, der Verlauf kann jedoch günstig beeinflusst werden. „Entgegen der landläufigen Meinung führt MS nicht immer zu schweren Behinderungen. Auch viele Jahre nach Beginn der Erkrankung bleibt die Mehrzahl der Patienten in Behandlung gehfähig“, erläutert Professor Dr. Sebastian Rauer, Oberarzt der Neurologischen Abteilung des Universitätsklinikums Freiburg. „Eine Diagnose kann nur durch das Ausschlussverfahren gestellt werden. Wir führen die vielen Untersuchungen, wie MRT, Analyse der Nervenflüssigkeit und elektrophysiologische Tests an einem Tag in unserer Tagesklinik durch. Meist stehen dann noch am selben Tag eine Diagnose und eine Therapieempfehlung fest“, erklärt Rauer weiter. Ein Merkmal der Krankheit ist der Verlauf in Schüben. Als Schub wird das rasche - innerhalb von Stunden bis Tagen - Auftreten von Symptomen bezeichnet. Die Symptome bilden sich anschließend vollständig oder teilweise zurück. „Bei der akuten Behandlung eines Schubes wird meist Cortison eingesetzt. In schweren Fällen kann auch eine Plasmapherese notwendig sein“, so Professor Rauer.

Die Ursache für MS ist ungeklärt

Kontakt

Prof. Dr. Sebastian Rauer
Neurologische Universitätsklinik Freiburg
Tel.: 0761 270-5306
E-Mail: sebastian.rauer@uniklinik-freiburg.de

Ungeklärt ist die Ursache von Multipler Sklerose. Fest steht: Ungefähr 120.000 Bundesbürger sind an MS erkrankt. In gemäßigten Klimazonen tritt die Krankheit am häufigsten auf. Verschiedenen Studien zu Folge nimmt die Häufigkeit mit der Entfernung vom Äquator zu. MS wird meist bei Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren festgestellt. Frauen erkranken doppelt so häufig an Multipler Sklerose wie Männer. Die Krankheit ist nicht im klassischen Sinne vererbbar.

Aber die genetische Prädisposition, also die Veranlagung zu erkranken, ist bei Kindern von an MS leidender Eltern um den Faktor 20 erhöht. Trotz der vielen Fragezeichen kann man schon einiges für MS-Patienten tun. Dabei gilt: Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto geringer das Risiko zukünftiger, anhaltender Nervenschädigungen. Auch das Erholungspotential des Körpers kann so bestmöglich genutzt und unterstützt werden. Moderne Immunmodulatoren sind oft in der Lage, das Fortschreiten der MS zu verlangsamen und Schübe zu unterdrücken.

„Mit Hilfe der Immunmodulatoren können wir die Anzahl neuer Schübe um 30 bis 70 Prozent und das Entstehen neuer Krankheitsherde im MRT um bis zu 90 Prozent verringern“, so Rauer. Außerdem empfiehlt er die ergänzende Behandlung und Prophylaxe der Symptome durch Hausärzte, Urologen, Augenärzte und Physiotherapeuten. Eine Heilung ist jedoch noch nicht in Sicht. Aber die Forschung wird intensiv weiter betrieben: „Wir führen ständig Studien zu neuen Medikamenten und auch experimentelle Therapien durch, um die Erkenntnisse über MS zu erweitern und erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten zu finden“, so Rauer.

                                                                                                                                       zurück...