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Nierenbeckenentzündung: Gefährlich und unangenehm

(27.10.2009) Akute Infektionen des Nierenbeckens treten bei Frauen viel häufiger auf als bei Männern. Wenn sie nicht auskuriert wird, kann die Nierenbeckenentzündung auch chronisch verlaufen. Doch wird man sie dann wieder los?

Wenn die Keime wandern…

Die akute Nierenbeckenentzündung ist meist die Folge einer aufsteigenden Blaseninfektion: Dabei wandern Bakterien über die eine oder beide Harnleitern von der Blase bis hinauf ins Nierenbecken. Normalerweise sind im Urin und im Harntrakt keine Keime. „Es gibt aber einige Faktoren, die die Keimaktivität begünstigen, so dass diese bis zur Niere aufsteigen“, weiß Professor Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Urologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Eine häufige Ursache sind Harnabflussstörungen, die unter anderem durch Nierensteine oder auch Fehlbildungen des Harntraktes begünstigt werden. Weitere Risikofaktoren sind Schwangerschaft und sexuelle Aktivität, Stoffwechselstörungen -wie die Zuckerkrankheit- oder Eingriffe an den Harnwegen. Auch sollte man die Hände von Intimsprays und parfümierten Seifen lassen, weil sie das Hautmilieu im Genitalbereich verändern und die Abwehr schwächen: Damit bilden sie ein gutes Nährmedium für Bakterien. Weil die weibliche Harnröhre kürzer ist als männliche, erkranken Frauen öfter an einer Harnwegsentzündung als Männer. Mit den Jahren dreht sich das Verhältnis aber um: In der älteren Generation sind mehr Männer davon betroffen. Ursache ist meist eine vergrößerte Prostata, die den Harnabfluss behindert.

 

Von typischen und untypischen Symptomen

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Eine Infektion des Nierenbeckens oder des Nierengewebes wird meist von hohem Fieber, Schmerzen in der Nierengegend, Übelkeit und schmerzhaftem Wasserlassen begleitet. „Wenn die Krankheit nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt wird, kann es zu kleinen Narben und Abszessen in den Nieren kommen, die zu einer Verminderung der Nierenfunktion führen. Aus der akuten kann sich dann eine chronische Nierenbeckenentzündung entwickeln“, erklärt der Urologe.

Die chronische Nierenbeckenentzündung kann einige Zeit ohne Symptome verlaufen. Auch können untypische Symptome auftreten, wie Kopfschmerzen und Brechreiz. Wenn dann ausscheidungspflichtige Substanzen wie Stoffwechselendprodukte nicht mehr über die Niere abgegeben werden können, bekommt der Urin eine trüb-rötliche Färbung. Wenn die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann es zu Nierenversagen mit Dialysepflicht kommen.

Wichtig: Die schnelle und gründliche Therapie

„Man sollte bei den ersten Krankheitsanzeichen zum Arzt gehen. Wenn die Krankheit rechtzeitig durch eine Blut- und Urinuntersuchung erkannt und sofort therapiert wird, heilt die Nierenbeckenentzündung gewöhnlich folgenlos aus“, so Professor Wetterauer. Gegen die Entzündung wird mit Antibiotika mit breitem Wirkungsspektrum behandelt.

Ist der Erreger identifiziert, kann die Therapie mit einem testgerechten Antibiotikum angepasst werden. Wenn Nierensteine die Auslöser für die Nierenbeckenentzündung sind, müssen diese im Zuge der Behandlung beseitigt werden. Vor allem sollte man während der Therapie ausreichend trinken, um die Keime aus der Niere zu spülen - mindestens zwei Liter am Tag. Auch Bettruhe ist wichtig, und man sollte logischerweise die Finger von allen nierenschädigenden Medikamenten lassen.

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