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Missachtung von Therapiestandards kostet Leben

In Deutschland erhalten fast 8000 Frauen jährlich die erschütternde Diagnose Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Und obwohl die Aussichten, nach der Diagnose eines Ovarialkarzinoms die nächsten fünf Jahre zu überleben, gestiegen sind, werden in Deutschland immer noch viele Frauen falsch behandelt.

(bw) „Viele deutsche Kliniken verschenken einen großen Teil der Heilungschancen, weil sie sich nicht an die Therapiestandards halten“, beklagt Professorin Dr. Annette Hasenburg, leitende Oberärztin der Universitäts-Frauenklinik Freiburg. Entscheidend für eine möglichst lange Überlebenszeit einer Patientin mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom ist die Kombination von State-of-the-Art-Operation und State-of-the-Art-Chemotherapie. Die optimale Therapie bei einem Ovarialkarzinom besteht aus der kompletten Tumorentfernung und einer anschließenden Platin-Taxan haltigen Chemotherapie.

Die operative Vorgehensweise ist standardisiert, um einen bestmöglichen Therapieerfolg zu erreichen erklärt Professorin Dr. Annette Hasenburg. Nach der Qualitätssicherungserhebung der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) werden zwar circa 80 Prozent der Frauen mit dem aktuellen Standard Platin-Taxan behandelt, eine optimale Operation erhalten jedoch nur knapp 40 Prozent der Patientinnen. Frauen, bei denen weder die Operation noch die Chemotherapie den Leitlinien entsprach, hatten ein mehr als fünffach erhöhtes Risiko an ihrer Erkrankung zu versterben als nach einer optimalen Kombinationstherapie. So ist die leitliniengerechte Behandlung nach dem Tumorstadium der zweitwichtigste Prognosefaktor für das Überleben der Patientinnen.

Standards werden nicht immer in die Praxis übernommen

Ein Problem in Deutschland scheint zu sein, dass evidenzbasierte und publizierte Standards nur teilweise in die Praxis übernommen werden. An der Frauenklinik des Universitätsklinikums Freiburg wird nicht nur seit Jahren nach den internationalen Standards therapiert. Die Frauenklinik, unter der Leitung des Ärztlichen Direktors Professor Dr. Gerald Gitsch, nimmt auch regelmäßig an Studien zur Verbesserung der Standards in der Krebsbehandlung teil.

 

Gute Therapieerfolge in Freiburg

Kontakt

Prof. Dr. Annette Hasenburg
Universitätsklinikum Freiburg
Department Universitäts-Frauenklinik
Telefon: 0761 / 270-2944
E-Mail: annette.hasenburg@uniklinik-freiburg.de

Die Homepage der Frauenklinik finden Sie hier...

An der Frauenklinik Freiburg erreicht man durch die strikte Einhaltung der Therapiestandards, durch regelmäßige Qualitätskontrollen und nicht zuletzt durch die Erfahrung, die über 150 große gynäkologische Karzinomoperationen pro Jahr mit sich bringen, überdurchschnittlich gute Operationserfolge. Um Kollegen für das Problem der ungenügenden Behandlung von Frauen mit einem Ovarialkarzinom zu sensibilisieren, werden an der Universitäts-Frauenklinik Freiburg regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen für niedergelassene Gynäkologen und Ärzte anderer Kliniken angeboten. Aber auch die betroffenen Frauen können selbst etwas tun: Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologischer Onkologie (AGO) hat ihre Studien im Internet veröffentlicht. Dort sind unter www.eierstock-krebs.de alle in Frage kommenden deutschen Kliniken danach gekennzeichnet, ob sie sich an Qualitätsprojekten beteiligten und ob sie an Studien teilnehmen oder nicht.

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