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Neue Methode gegen Sodbrennen

(9.9.2010) Menschen, die unter ständigem Sodbrennen leiden, müssen jahrelang Medikamente einnehmen oder sich einer Operation unterziehen. Am Uniklinikum Freiburg gibt es jetzt eine neue Methode gegen den Reflux.

(bw) Es brennt, schmerzt und kann gefährlich werden: Sodbrennen. Jeder zweite Erwachsene in Deutschland kennt die Beschwerden. Sodbrennen selbst ist noch keine Krankheit, sondern eine Symptom, das mit unterschiedlichen Krankheiten zusammenhängen kann. Solange Sodbrennen nur gelegentlich auftritt, besteht keine Gefahr. Tritt es jedoch mehrmals in der Woche auf, verätzt die Magensäure auf Dauer die empfindliche Schleimhaut in der Speiseröhre.

„Die Folge ist eine Entzündung der Speiseröhre, die so genannte Refluxösophagitis“, so PD Dr. Andreas Fischer, Leiter der chirurgischen Endoskopie des Universitätsklinikums Freiburg. „Tritt eine solche Entzündung immer wieder auf, besteht die Gefahr, dass sich die betroffenen Schleimhautzellen verändern und sich Speiseröhrenkrebs entwickelt.“

Ausgelöst wird Sodbrennen dadurch, dass der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig funktioniert. Die Folge: Magensäure kann in die Speiseröhre fließen, Mediziner sprechen dann von einem so genannten Reflux. Ein solcher Reflux wir in der Regel mit säurehemmenden Medikamenten behandelt. Doch in schwereren Fällen helfen dieses Medikamente nicht auf Dauer.

Bisher mussten sich die Betroffenen dann einer Operation unterziehen. Bei der so genannten Fundoplicatio, wird ein Teil des Magens als Manschette um den Mageneingang gelegt und mit einzelnen Nähten fixiert. Dadurch wird der Magensäurerückfluss in die Speiseröhre reduziert. Die Chirurgen gelangen mit Hilfe der so genanten Schlüssellochchirurgie von außen an Magen und Speiseröhre.

Seit kurzem bietet die chirurgische Endoskopie des Universitätsklinikum Freiburg als eine der ersten Kliniken in Deutschland eine neue Methode an, die ohne Operation auskommt. „Diese neue Methode nennt sich endoluminale Fundoplicatio“, erklärt Oberarzt Fischer. „Dabei wird mit Hilfe eines biegsamen Endoskops, das wie bei einer Magenspiegelung durch den Mund geführt wird, aus dem Gewebe am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen eine Art innerer Ring gebildet. Dadurch wird der erschlaffte Verschluss verstärkt und die Magensäure fließt nicht mehr in die Speiseröhre.“ Für diese Methode wird ein herkömmliches Endoskop mit einem speziell entwickelten Aufsatz verwendet.

Die ersten Ergebnisse, die in der Abteilung für Allgemein und- Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg mit dieser Methode gemacht wurden, sind durchweg positiv. „Die Patienten können schneller als nach einer Operation das Krankenhaus wieder verlassen und brauchen in der Regel keine Medikamente gegen Sodbrennen mehr einzunehmen“, berichtet der Endoskopiespezialist Fischer. Die neue Methode kommt allerdings nur für Patienten mit bestimmten anatomischen Voraussetzungen in Frage.

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Weitere Informationen zur Interdisziplinären Endoskopie des Universitätsklinikums finden Sie hier…

Auch wenn noch gar kein Grund für eine konventionellen Operation oder neue Behandlungsmethode ansteht, sollten alle Betroffenen, die häufiger unter Sodbrennen leiden, sich einer Magenspiegelung unterziehen. „Nur so können wir rechtzeitig eingreifen und bösartige Veränderungen zuvorkommen oder dieses frühzeitig entfernen“, warnt Dr. Fischer.

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