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Gefährliche Überfunktion
(3.8.2209) Eine Überfunktion der Schilddrüse ist gefährlicher als bisher angenommen. Schon eine leichte Überfunktion im Alter verkürzt die Lebensdauer deutlich.
(bw) Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes. Sie steuert und treibt wie ein Motor unseren Stoffwechsel an. Fängt der Stoffwechsel-Motor an zu stottern, oder überdreht er, kommt unser ganzer Körper ins Schlingern. Und das stärker, als bisher angenommen, wie Forscher aus Belgien jetzt im renommierten Fachmagazin „Lancet“ berichten.
Produziert die Schilddrüse zu große Mengen Hormone, führt dies zu schweren Folgen: Eine Metaanalyse durch belgische Forscher ergab, dass sich die Sterblichkeit von Menschen, insbesondere von Männern ab dem 60. Lebensjahr, um 41 Prozent erhöht, auch wenn sie an einer nur leichten Überfunktion leiden. „Angesichts der neuen Erkenntnisse ist auch bei einer leichten Schilddrüsenüberfunktion zur Therapie zu raten“, sagt Professor Dr. Jochen Seufert, Leiter der Endokrinologie des Universitätsklinikums Freiburg.
Die Überfunktion der Schilddrüse fällt meist zufällig bei einer Laboruntersuchung auf. Der Arzt erkennt sie an einer erniedrigten Konzentration des Hormons Thyreotropin (TSH) im Blut. „Dieses Hormon aus der Hirnanhangdrüse regt beim Gesunden in geregelter Form die Bildung der Schilddrüsenhormone an“, erklärt Professor Seufert. „Wenn bei Schilddrüsenerkrankungen deren Zellen aber zuviel Hormon produzieren, wird das TSH unterdrückt. Dies weist auf eine Überfunktion in der Schilddrüse hin.“ Langfristig wird dadurch der Körper geschädigt: Patienten mit einer Überfunktion erkranken im Alter häufiger an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, die tödliche Schlaganfälle begünstigt. Bei Frauen kommt es außerdem häufiger zum Knochenschwund, der Osteoporose.
Eine Behandlung könnte aber auch Beschwerden lindern, die bisher nicht mit einer Überfunktion der Schilddrüse in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Angststörungen. „Es gibt einige Untersuchungen, die zeigen, dass Schilddrüsenhormone auf die Zentren im Gehirn wirken, die das Gefühlsleben steuern“, so Professor Seufert.














