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Die Nacht im Nacken
(14.5.2010) Viele Menschen finden keinen ruhigen Schlaf und leiden darunter. Wenn man nachts nicht schlafen kann, geht man schnell auf dem Zahnfleisch. Welche Lösungen bietet die Schlafmedizin an?
(bw) Was für die meisten Erholung, ist für andere ein Problem. Wenn man nachts nicht schlafen kann, geht man schnell auf dem Zahnfleisch. Und das geht vielen so: Mehr als die Hälfte der Deutschen leidet unter Schlafstörungen. „Liegt man aber über einen längeren Zeitraum hinweg fast jede Nacht etwa eine halbe Stunde wach, beginnt man von einer Störung zu sprechen“, so Professor Dr. Dieter Riemann, Psychologe und Schlafmediziner am Universitätsklinikum Freiburg.
Vor allem, wenn sich die Sache dann verselbstständigt und man auch ohne ersichtlichen Grund ewig die Decke anstarrt und am nächsten Tag extrem müde ist oder unter Konzentrations- und Leistungsstörungen leidet. Die Ursachen für Einschlafprobleme oder nicht erholsamen Schlaf sind oft psychischer Natur. Manchmal allerdings beruht der schlechte Schlaf auf körperlichen Ursachen wie einer Schilddrüsenfehlfunktion, Herz-Kreislauf- Problemen oder zu hohem Blutdruck.
Aber körperliche Probleme können nicht nur der Grund, sondern auch die Folge von Schlafstörungen sein. „Neueste Daten aus der Grundlagenforschung und epidemiologische Untersuchungen sprechen dafür, dass chronischer Schlafmangel zu Gewichtszunahme, Diabetes, Bluthochdruck und gegebenenfalls zum Vollbild des sogenannten metabolischen Syndroms führen kann“, berichtet Professor Riemann. Darüber hinaus führt Schlafmangel zu Einbußen bei Konzentration, Gedächtnis und Aufmerksamkeit.
Kontakt:Spezialsprechstunde für Schlafstörungen in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie: Anmeldung und Information: 07 61/2 70-65 80 |
Chronisch schlechter Schlaf kann das Risiko erhöhen, an einer Depression zu erkranken. Damit es gar nicht so weit kommt, hat der Schlafmediziner Riemann einige Tipps: Er empfiehlt Entspannungstechniken wie etwa die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder das autogene Training. Mentale Techniken wie Ruhebild oder Fantasiereisen können ebenfalls sehr hilfreich sein. Unter Umständen kann auch ein späteres Zubettgehen schnelleres Einschlafen fördern, da dadurch abends ein höherer „Schlafdruck“ erzielt werden kann. Dies empfiehlt sich besonders bei Menschen, die aus Angst vor der Schlaflosigkeit zu früh ins Bett gehen, wenn sie noch gar nicht müde sind.
Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus auch am Wochenende ist ebenso dem guten Einschlafen zuträglich. Vom Alkohol als Einschlafhilfe sollte man die Finger lassen, er ist diesbezüglich ein „tückischer Freund“. Und Schlafmittel sollten nur kurzfristig in absoluten Krisensituationen als Einschlafhilfe eingesetzt werden. „Wichtig ist außerdem, das Schlafzimmer frei von Aktivitätsreizen wie zum Beispiel einem Computer zu machen, genauso wie der Fernseher dort eigentlich nichts zu suchen hat.“














