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„Time is Brain!“ – Notfall Schlaganfall
(31.8.2010) „Ich glaube, mich trifft der Schlag“ – Die Symptome eines Schlaganfalls treffen die Betroffenen meist aus heiterem Himmel. Wenn es zu einem Schlaganfall kommt, zählt buchstäblich jede Minute. Denn unmittelbar nach Symptombeginn fangen die betroffenen Hirnzellen an abzusterben. Je rascher sich der Patient in eine geeignete Behandlung begibt, desto höher die Chancen für den Heilungsprozess. Viele kommen aber zu spät ins Krankenhaus.
(bw) In Deutschland erleiden jährlich etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall. 20 bis 30 Prozent von ihnen versterben in den ersten vier Wochen. Und von denen, die überleben, leiden die meisten ihr Leben lang unter Behinderungen. Nur 20 Prozent der Betroffenen erholen sich wieder so gut, dass sie wie vor dem Schlaganfall leben können.
Die Zeit entscheidet
„Ob ein Patient den Schlaganfall überlebt, oder wie sehr er behindert sein wird, hängt stark von der Akutbehandlung und der Rehabilitationsbehandlung ab“, so Professor Dr. Cornelius Weiller, Ärztlicher Direktor der Neurologie des Universitätsklinikums Freiburg. „’Time is Brain!’ ist dabei oberstes Gebot“. Doch obwohl die meisten Menschen wissen, dass sie im Falle eines Schlaganfalls den Notarzt verständigen müssen, warten sie in der akuten Situation zu lange.
Viele Schlaganfall-Betroffene deuten ihre Beschwerden nicht als Zeichen eines Schlaganfalls und rufen deshalb keine Hilfe. „Und leider kommt es auch immer wieder vor, dass Patienten, die nachts Symptome eines Schlaganfalls bemerken, den Morgen abwarten und erst einmal zu ihrem Hausarzt gehen“, weiß Professor Weiller zu berichten. Viele Patienten mit einem akuten Schlaganfall kommen deshalb oft zu spät ins Krankenhaus. Denn je länger man nach dem Einsetzen der Symptome mit der Behandlung wartet, desto mehr Hirnzellen sterben ab. Und nur für frühzeitig eingelieferte Patienten kommt eine akute Behandlungsmaßnahmen wie die der Thrombolyse in Frage.
Die Thrombolyse ist eine medikamentöse Therapie die bei Menschen angewendet wird, die einen Schlaganfall durch eine Mangeldurchblutung erlitten haben, was in etwa 85 Prozent aller Schlaganfälle der Fall ist. „Mit Hilfe der Thrombolyse versucht man, das verschlossene oder verengte Blutgefäß wieder zu öffnen“, erklärt Professor Weiller. Diese Behandlung ist die derzeit einzige spezifische Therapie für den Schlaganfall durch Mangeldurchblutung und nur innerhalb der ersten drei Stunden nach einem Schlaganfall zugelassen.
Stroke-Units bieten eine optimale Therapie
Wird ein Patient mit den typischen Symptomen in die Klinik eingeliefert, kann ein Neurologe schon durch Befragung und körperliche Untersuchung die Diagnose „Schlaganfall“ stellen. Danach wird mit Hilfe einer Computertomographie geklärt, ob der Schlaganfall durch eine Blutung oder durch eine Mangeldurchblutung ausgelöst wurde. Eine anschließende Untersuchung im Kernspintomographen erlaubt eine Aussage über das bereits zugrunde gegangene und das noch gefährdete Gehirngewebe zu treffen.
Am Universitätsklinikum Freiburg werden Schlaganfalls-Patienten, wie in anderen großen Krankenhäusern, in Schlaganfall-Einheiten, so genannten „Stroke-Units“ versorgt. Auf diesen speziellen Akutstationen werden die Patienten nach einem strukturierten Akutbehandlungskonzept behandelt und überwacht. Die Teams bestehen aus Pflegern, Neurologen, Internisten, Neuroradiologen und bei Bedarf auch Neurochirurgen. Für die Zeit nach der Akuttherapie stehen zusätzlich Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zur Verfügung.
„Die Behandlung in der Stroke Unit konzentriert sich auf die akute, instabile Krankheitsphase. Die Patienten verbringen hier im Schnitt drei bis fünf Tage“, so Professor Weiller. Anschließend werden die meisten Patienten auf eine Allgemeinstation verlegt, bevor sie nach Hause oder in eine Reha-Einrichtung entlassen werden. Der Ärztliche Direktor der Neurologie betont die Notwendigkeit der relativ teuren Stroke Units: „Mit der Einführung der Schlaganfall-Einheiten ist die Sterblichkeit und die Schwere der verbleibenden Behinderungen gesunken. Die Zahl der Patienten, die in Pflegeheimen versorgt werden muss, konnte um 25 Prozent reduziert werden.“
Infokasten
Mögliche Symptome eines Schlaganfalls:
Mehr Informationen zum Thema Schlaganfall finden Sie auf den Seiten des
Kompetenznetzes Schlaganfall |














