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Gefahrenquelle Gefäßerkrankungen

(18.8.2010) Wenn die Gefäße unseres Körpers nicht mehr durchgängig sind, können unterschiedlichste Beschwerden entstehen. Manche sind nur unangenehm, andere tödlich. Von Herzinfarkt, Kreislaufschwächen und Krampfadern.

Wie durch ein kilometerlanges Röhrchen pumpt unser Herz Blut durch unseren Körper. Auf diese Weise wird der eingeatmete Sauerstoff in allen Körperregionen verteilt. Dabei fließt das Blut von der Hauptschlagader, der Aorta, in andere große Arterien und von dort weiter in kleine und kleinste Arterien. Auf dem Weg zurück fließt es durch die wesentlich dünnwandigeren Venen. Diese haben türähnliche Klappen, die den Blutfluss in die falsche Richtung verhindern.

Zwar stellt Blut die wichtigste Körperflüssigkeit dar, daneben gibt es aber noch die Lymphflüssigkeit. Diese fließt durch feine Lymphbahnen und transportiert Abwehrzellen sowie Abbauprodukte des Stoffwechsels. „Wie wichtig die Abwehrzellen für uns sind, wird oft erst im Krankheitsfall bemerkt“, erklärt Prof. Dr. Christoph Hehrlein, Leiter des interdisziplinären Gefäßzentrums des Universitätsklinikums Freiburg.

Denn wenn die Gefäße unseres Körpers nicht mehr durchgängig sind, können unterschiedlichste Beschwerden entstehen. Manche sind nur unangenehm, andere tödlich. Die Ursachen für Gefäßerkrankungen sind sehr unterschiedlich. Bei vielen arteriellen Leiden geht die Arteriosklerose voraus. Dabei setzt sich in den Gefäßwänden fetthaltiges Material ab, in dem sich später Kalk einlagert. Dadurch kann es zu mittleren bis schweren Funktionsstörungen der betroffenen Körperregionen kommen.

Kontakt

Die Ambulanz des interdisziplinären Gefäßzentrums erreichen Sie unter:
Tel.: 07 61/2 70-77 95

Eine Gefäßerkrankung entsteht meist durch Entzündungen, Blutgerinnsel oder Gefäßwandschädigungen. Auf diese Weise wird der Rückfluss des Blutes zum Herzen behindert. „Die Ursachen hierfür liegen entweder in der genetischen Veranlagung oder dem Lebenstil des Patienten“, beschreibt Professor Hehrlein. Deshalb ist es für den behandelnden Arzt wichtig, nach anderen Fällen im familiären Umkreis zu fragen, ebenso wie begünstigende Faktoren im alltäglichen Leben herauszufinden. Arterielle Gefäßerkrankungen werden beispielsweise durch Abhören, Abtasten oder durch Ultraschall und eine Darstellung mit Kontrastmitteln der entsprechenden Körperregionen diagnostiziert.

Venöse Leiden können oft in einem frühen Stadium nur erkannt werden, wenn bereits eine Venenklappenstörung eingetreten ist. Oft kann der gestaute Blutfluss aber an der schmerzenden Stelle ertastet werden. Außerdem gibt das Ultraschallbild meistens einen guten Aufschluss darüber. „Auch wenn arterielle Gefäßerkrankungen häufig erst im höheren Alter auftreten, werden sie doch meistens schon durch die Lebensgewohnheit in jungen Jahren begünstigt“, warnt Professor Hehrlein. Ihr Verlauf ist meistens schleichend. Anfangs kann noch mit Medikamenten, Operationen oder einfachem Training Abhilfe geschaffen werden. Später kann es oft sehr plötzlich zu einem arteriellen Verschluss kommen, was zu schweren Behinderungen oder sogar zum Tod des Betroffenen führen kann.

Venöse Gefäßerkrankungen werden hingegen von der Bevölkerung häufig als harmloser empfunden, da sie in manchen Fällen auch unbehandelt wieder vergehen. Aber auch mit Venenerkrankungen entstehen oft sehr schwere Folgeerkrankungen, wie eine Lungenembolie. Auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall steigt. Um diese Gefahr zu mindern, sollten Sie optische Auffälligkeiten der Venen von Ihrem Arzt untersuchen lassen.

Bei der Therapie einer arteriellen Gefäßerkrankung geht es um die Weitung der Gefäße, damit die Durchblutung und die Versorgung der betroffenen Körperregionen und Organe verbessert wird. Hierzu können Medikamente oder eine Bypassoperation in Betracht gezogen werden, je nach Art der Ursachen. „Da venöse Gefäßerkrankungen meist in den Beinen vorkommen, kann man diesen mit Kompressionsbandagen und -strümpfen sowie Medikamenten entgegenwirken“, rät Professor Hehrlein. Krampfadern können außerdem operativ entfernt werden.

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