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Konsum von rotem Fleisch steigert Sterberisiko
(22.03.2012) Rindersteak, Burger und Co. – weniger ist gesünder. Der Verzicht auf rotes Fleisch senkt das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Krebs zu sterben und vermindert insgesamt das Risiko eines frühzeitigen Todes.
Zu viel rotes Fleisch ist ungesund
/ Foto: Deutscher Fleischerverband
Forscher der Harvard School of Public Health in Boston haben erkannt, dass der Verzehr von rotem Fleisch die Gefahr erhöht, an Krebs oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Er steigert auch insgesamt das Risiko eines frühzeitigen Todes. Die Ergebnisse der Wissenschaftler basieren auf den Daten von 83.644 Frauen und 37.698 Männern, die an zwei großen Studien in den USA teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Studien wurden die Essgewohnheiten und Gesundheitszustände der Männer über einen Zeitraum von 22 Jahren, die der Frauen über 28 Jahre beobachtet. Fast 24.000 Teilnehmer/Innen starben in dieser Zeit, darunter ein Viertel an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und knapp 9.500 an Krebs.
„Das Ergebnis der Studie zeigt, wie wichtig es ist den Konsum an rotem Fleisch, also Fleisch von Rind, Schwein, Schaf oder Wild, grundsätzlich einzuschränken“, sagt Dr. Anja Osterhues, Ernährungsexpertin der Sektion Tumorepidemiologie des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer CCCF am Universitätsklinikum Freiburg. „Wir sollten pro Woche nicht mehr als 300 bis 500 Gramm rotes Fleisch, inklusive Wurstwaren, essen. Besser ist es stattdessen Fisch oder Geflügel auf den Speiseplan zu setzen.“
Fleisch ist ein Hauptlieferant für Eiweiß und Fett. Es enthält vergleichsweise viele gesättigte Fettsäuren und den Fettbegleitstoff Cholesterin. In großen Mengen sind diese allerdings Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei der Zubereitung von rotem Fleisch können zudem krebserregende Stoffe entstehen, wie beispielsweise Nitrosamine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Das Eisen in rotem Fleisch kann sich ebenfalls negativ auf die Gesundheit auswirken, da es nicht nur die Nitrosaminbildung fördert, sondern auch die Bildung freier Radikale begünstigen kann. Freie Radikale können die Zellen schädigen und damit zu Fehlern in der Zellsteuerung führen.
Der Natriumgehalt in rotem Fleisch kann zudem den Blutdruck erhöhen. Nitrate und Nitrite, die beim Pökeln von Fleisch verwendet werden, können eine Funktionsstörung der innersten Zellschicht der Gefäße verursachen. Diese so genannte endotheliale Dysfunktion kann der Anfang einer Arterienverkalkung sein.
Die Wissenschaft hat bisher viele Argumente gegen eine fleischlastige Ernährung gefunden. Konkrete Beweise aus einer Studie, wie der Verzehr von rotem Fleisch das Sterberisiko beeinflussen kann, fehlten aber bisher. Die Forscher aus Boston konnten das nun mit ihrer Studie belegen und kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis: Wer täglich eine Portion unverarbeitetes rotes Fleisch ist, etwa ein Steak in der Größe eines Kartenspiels, erhöht sein Sterberisiko um 13 Prozent. Wer jeden Tag eine Portion verarbeitetes rotes Fleisch isst, zum Beispiel eine Bratwurst, erhöht es sogar um 20 Prozent.
Die Forscher machten auch eine Gegenanalyse und errechneten, was passiert wenn man eine Mahlzeit mit rotem Fleisch gegen Fisch oder Geflügel austauscht. Das Sterberisiko sinkt dann um 7 beziehungsweise 14 Prozent, bei Nüssen um 19 Prozent, bei Hülsenfrüchten um 10 Prozent, bei fettarmen Milchprodukten um 10 Prozent und bei Vollkornprodukten um 14 Prozent.
Hätten die an der Studie teilnehmenden Männer täglich nur weniger als eine halbe Portion roten Fleisches gegessen, wäre die Zahl der Todesfälle um 9,3 Prozent gesunken, bei Frauen um 7,6 Prozent.
Die Studie wurde in den Archives of Internal Medicine veröffentlicht:
(2012.doi:10.1001/archinternmed.2011)











