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Erhöht Stress den Blutdruck?

(15.12.2009) Forschern der Uniklinik Freiburg gelungen, ein neues Gen zu finden, das den Einfluss von Stress auf den Blutdruck bremsen kann.

Die Volkskrankheit Bluthochdruck trägt durch ihre Häufigkeit und ihre Spätfolgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz in hohem Maße zur Gesamtsterblichkeit in der Bevölkerung bei. In den meisten Fällen ist die genaue Ursache für die so genannte Hypertonie nicht bekannt.

Oft ist sie auf ein multifaktorielles Geschehen aus genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Fehlfunktionen der Blutgefäße zurückzuführen. Man spricht in solchen Fällen von „essentieller Hypertonie“. Wissenschaftler sind seit langem fieberhaft dabei, die molekularen Ursachen für die Entstehung einer Hypertonie zu suchen.

Jetzt ist es Freiburger Forschern gelungen, ein neues Gen zu finden, dass den Einfluss von Stress auf den Blutdruck bremsen kann. Professor Dr. Lutz Hein, Abteilungsdirektor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie des Universitätsklinikums Freiburg, hat zusammen mit einem internationalen Wissenschaftler-Team die Rolle dieses Gens, Phosducin, bei der Blutdruckregulation aufgeklärt. Die Ergebnisse werden in der Dezember-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“ vorgestellt.

Phosducin kann die Signal-Übertragung in den Zellen kontrollieren, indem es sich an so genannte G-Proteine bindet. Rezeptoren, die G-Proteine steuern, sind an vielen Stellen des Herz-Kreislaufsystems, beispielsweise im Herz, in Nervenzellen oder Blutgefäßen, vorhanden. Dies gibt Phosducin viele Möglichkeiten, in die Herz-Kreislaufregulation einzugreifen. Mit Hilfe transgener Modelle, bei denen das Gen für Phosducin ausgeschaltet wurde, konnten die Wissenschaftler die Funktion von Phosducin entschlüsseln: „Phosducin bremst die elektrische Aktivität von sympathischen Nervenzellen, die durch die Freisetzung von Noradrenalin eine pathologische Blutdrucksteigerung hervorrufen können. Fehlt Phosducin, ist der Blutdruck insbesondere in Stresssituationen stark erhöht“, erklärt Dr. Nadine Beetz, Erstautorin der Studie.

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Die Studie finden Sie hier...

Die Freiburger Wissenschaftler konnten zusammen mit Genetikern aus Milwaukee, USA und Münster weiter zeigen, dass Phosducin auch beim Menschen den Blutdruck in Stresssituationen kontrolliert. Eine so genannte Assoziationsstudie in Studiengruppen afro-amerikanischer und franco-kanadischer Abstammung lieferte den Beweis, dass bestimmte genetische Veränderungen in dem DNA-Abschnitt, der den genetischen Code für das Protein Phosducin trägt, mit einer Blutdruckerhöhung einhergehen.

Je nach Genotyp für einen bestimmten DNA-Basenaustausch war der systolische Blutdruck um bis zu 15 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule) erhöht. Die Relevanz der Befunde unterstreicht Professor Hein so: „Beim Menschen weiß man, dass eine Erhöhung des Blutdrucks um nur zehn mm Hg die Wahrscheinlichkeit für eine Herzkreislauferkrankung nahezu verdoppelt“.Die Forscher suchen nun nach Wegen, um die Funktion von Phosducin durch neue Medikamente zu steuern.

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