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Modellzentrum geht neue Wege

Das Forschungs- und Behandlungszentrum für Chronische Immundefizienz (CCI) wurde eröffnet. amPuls interviewte Professor Dr. Stephan Ehl, Leitender Oberarzt im CCI.

                                                                                                Von Anna Buck und Rebecca Esenwein

amPuls: Was ist das Centrum für Chronische Immundefizienz?

Professor Dr. Stephan Ehl: Das CCI wurde vom Klinikum und der Medizinischen Fakultät eingerichtet, mit dem Ziel, das Problem Chronische Immundefizienz besser zu verstehen, zu erkennen und zu behandeln. Das Besondere am CCI ist das altersübergreifende Konzept, die Interdisziplinarität und der Charakter als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum. Dies bedeutet, dass Kinderärzte und Internisten, Spezialisten für das Abwehrsystem, für Infektionserkrankungen und für Bluterkrankungen und Knochentransplantation sowie Mediziner und Biologen in einer eigenständigen Einrichtung zusammenarbeiten.

amPuls: Was ist Immundefizienz und wie kommt es dazu?

Professor Ehl:
Immundefizienz macht sich vor allem durch Infektanfälligkeit bemerkbar. Häufige, hartnäckige oder ungewöhnliche Infektionen können ein Hinweis auf eine Abwehrschwäche sein. Sie zeigt sich aber auch häufig durch eine Störung der Immunregulation mit der Folge von Fieberschüben, Milz- und Lymphdrüsenschwellungen, Granulomen, entzündlichen Darmerkrankungen und verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Ursache von Immundefizienz sind häufig genetische, das heißt angeborene, Erkrankungen. Das bedeutet aber nicht, dass nur Kinder betroffen sind. Forschungsergebnisse aus Freiburg haben wesentlich dazu beigetragen, zu verstehen, dass auch Immundefizienzerkrankungen, die sich erst im Erwachsenenalter zeigen, durch genetische Defekte bedingt sein können.

amPuls: Warum ein Zentrum für Immundefizienz?


Professor Ehl: Immundefizienz wird immer noch zu selten erkannt und richtig behandelt. Viele Patienten haben keine gute Anlaufstelle. Immundefizienzerkrankungen sind aber auch Modellerkrankungen der molekularen Medizin. Weitreichende Erkenntnisse über das Abwehrsystem wurden durch genaue Charakterisierung von Patienten mit angeborenen Immundefekten gewonnen. Die Untersuchung von Immundefizienzerkrankungen ist auch eine entscheidende Basis für das Verständnis der Entstehung von Infektionserkrankungen mit Folgen für die Impfstoffentwicklung. amPuls: Sie bezeichnen das CCI als Modellzentrum, warum? Mit der Einrichtung des CCI sind Klinikum und Fakultät neue Wege gegangen. Modellzentrum ist strukturell gemeint. Die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler werden in einer eigenständigen Einrichtung zusammengefasst. Natürlich bleibt das CCI dennoch eng verzahnt mit der Kinderklinik und der Medizinischen Klinik, sowie mit den wissenschaftlichen Instituten.

amPuls: Wie kann ich mich als Patient ans CCI wenden?


Professor Ehl: In der Regel erfolgt die Zuweisung über den Hausarzt, der den Verdacht auf eine Immundefizienz äußert. Aber auch die direkte Kontaktaufnahme mit dem CCI ist möglich. Wir haben zwei Ambulanzportale, eines in der Kinderklinik und eines in der Inneren Medizin
.

Kontakt

Prof. Dr. Hans Hartmut Peter
Prof. Dr. Stephan Ehl
Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI)
Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg
Tel.: 0761 / 270 – 3449
Fax: 0761 / 270 – 3446

amPuls: Welche Pläne oder Ziele haben Sie für die Zukunft?

Professor Ehl: Zunächst einmal liegt uns viel daran, Patienten, die unsere Hilfe und unseren Rat suchen, nach den neusten medizinischen Kenntnissen zu diagnostizieren und zu behandeln. Darüber hinaus arbeiten wir daran, neue Ursachen und Erscheinungsformen der Immundefizienz aufzuklären, neue Behandlungsansätze zu finden und diese Ergebnisse rasch aus der Forschung in die Anwendung zu bringen. In struktureller Hinsicht ist auch noch viel aufzubauen. Wichtige Professorenstellen sind zu besetzen und die immer noch verstreuten CCI-Einrichtungen müssen räumlich zusammengeführt werden. In zwei Jahren erfolgt eine erste Zwischenbegutachtung durch das Ministerium bis dahin müssen wir überzeugend darstellen können, dass das CCI auf dem richtigen Weg ist. Das ist eine große Herausforderung. Wir haben aber das Glück, ein hervorragendes Team von Mitarbeitern gewonnen zu haben, die sich dieser Herausforderung mit viel Einsatz, aber auch mit viel Freude stellen.

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