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IMPLEMENT – Neues EU-Projekt am Uniklinikum Freiburg

(24.8.2010) Antibiotika-Resistenzen nehmen immer stärker zu und werden zu einer Bedrohung der öffentlichen Gesundheit. Im Rahmen eines EU-Projekts sollen nun Gegenmaßnahmen erforscht werden.

(bw) Im Krankenhaus erworbene Infektionen stellen für Patienten ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Diese Infektionen führen nicht nur nachweislich zu einem deutlichen Anstieg der Sterbefälle, sondern außerdem zu steigenden Kosten im Gesundheitswesen.

Aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung gegenüber Antibiotika ist die effektive Behandlung dieser Infektionen oft äußerst schwierig. Speziell auf Intensivstationen sind zwei Infektionstypen von ganz herausragender Bedeutung: Zum einen die Zentralvenenkatheter-Infektionen und zum anderen eine durch künstliche Beatmung hervorgerufene Lungenentzündung. Klinische Studien konnten allerdings zeigen, dass durch die Anwendung definierter, „gebündelter“ pflegerischer und therapeutischer Maßnahmen eine erfolgreiche Verhütung und Behandlung von derartigen krankenhausbedingten Infektionen möglich ist.

Im Rahmen des EU-Projekts „IMPLEMENT“, das derzeit vom Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg geleitet wird, soll nun in verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten geprüft werden, inwiefern verschiedene Gegenmaßnahmen gegen die genannten Infektionen helfen können. „Zu solchen gebündelten Maßnahmen gehören beispielsweise die Händedesinfektion, die lokale Desinfektion der Einstichstelle, die optimale Auswahl der Punktionsstelle, das Einhalten der maximal möglichen hygienischen Schutzmaßnahmen und die tägliche Überprüfung der Indikation“, so Professor Dr. Uwe Frank, Koordinator des EU-Projekts. „Ein derartiges Maßnahmen-Bündel gilt nur dann als vollständig erfüllt, wenn alle fünf Punkte eingehalten werden. Also ein ‚Alles-oder-nichts’ Prinzip.“

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Weitere Informationen zum Projekt IMPLEMENT finden Sie hier…

Über einen Zeitraum von zwei Jahren soll im Rahmen des EU-Projektes der Erfolg solcher Maßnahmen genau beobachtet und deren Inhalte verbessert werden. Zu Beginn soll die Anwendung bereits etablierter Maßnahmen für die „gute klinische Versorgung“ betrachtet werden. „Dabei werden sowohl evidenz- als auch praxis-basierte Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert“, erklärt Professor Frank. In einem zweiten Schritt sollen die Hindernisse, die die Umsetzung der „guten klinischen Versorgung“ negativ beeinflussen, analysiert werden, um auf dem Boden dieser Einflussfaktoren geeignete neue beziehungsweise angepasste Implementierungs-Strategien zu entwickeln.

Basierend auf den Untersuchungsergebnissen soll schließlich im Rahmen einer Pilot-Testphase die praktische Umsetzbarkeit dieser neu-definierten Maßnahmen überprüft und deren Erfolgspotential gemessen werden. „Durch das EU-Projekt IMPLEMENT sollen letztlich nicht nur gesundheitspolitische Entscheidungsträger, sondern auch Krankenhausmanager sowie Mitarbeiter im Gesundheitsdienst mit neuen Erkenntnissen und Wissen ausgestattet werden“, so Professor Frank. „Wir wollen zeigen, wie eine verbesserte praktische Umsetzung moderner Verhütungs- und Behandlungsstrategien gegenüber im Krankenhaus erworbenen Infektionen aussehen soll.“

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