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Multiples Myelom – Auf dem Weg zur Heilung?

(6.3.2009) Das multiple Myelom (MM) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der Plasmazellen, also Zellen des blutbildenden Systems, entarten. Jährlich erkranken in Deutschland rund 5200 Menschen neu an der Krebserkrankung, die vorwiegend ab einem Alter von 60 Jahren auftritt und dann, vor allem durch die deutlich höhere Lebenserwartung, expotentiell zunimmt.

Am Universitätsklinikum Freiburg werden in der Abteilung Hämatologie und Onkologie pro Jahr rund 260 Patienten mit der Diagnose multiples Myelom behandelt. Mit steigender Tendenz, wie die Oberärztin Prof. Monika Engelhardt feststellt. Besonders betroffen sind die Wirbelsäule, Beckenknochen, Rippen und Schädel. „Der betroffene Knochen kann dann aussehen als ob er von kleinen Schrotkugeln durchlöchert wäre“, sagt Engelhardt. „Unspezifische Symptome wie Schmerzen, Müdigkeit und Knochenbrüche werden häufig verkannt und erschweren die Diagnose, so dass sich fast 60 Prozent der Patienten bei Diagnosestellung bereits im fortgeschrittenen Krankheitsstadium befinden“, erklärt sie.

„Im Durchschnitt dauert es mehr als ein halbes Jahr, bis die Patienten eine definitive Diagnose erhalten. Das ist zu lang.“ Eine besondere Bedeutung kommt also dem Erkennen der Erkrankung zu. Am Universitätsklinikum wurde daher mit dem Ludwig Heilmeyer Zentrum für Tumorerkrankungen ein Kompetenzzentrum gegründet mit dem Ziel, durch die Bündelung der Diagnosestellung sowie die verbesserte Information von Patienten und Ärzten die Erkrankung schneller zu erkennen und durch die jeweils besten Therapien effektiver behandeln zu können. Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser kann er aufgehalten werden.

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„Obwohl es zur Zeit noch kein Behandlungsverfahren gibt, durch das Knochenbeteiligungen geheilt werden können, gibt es sehr viele Patienten, die unter der derzeit optimalen Therapie eine Besserung der Krankheitszeichen und eine Verminderung der Krankheitskomplikationen erreichen können. Einige Patienten erreichen sogar eine Rückbildung der Myelom-Knochenherde für eine Anzahl von Jahren. Das heißt, sie leben ohne ein Zeichen der Knochenerkrankung“, erklärt Engelhardt. Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt vor allem vom Krebsstadium, zum Teil aber auch vom Gesundheitszustand und Alter des Patienten ab. „In frühen Krankheitsstadien besteht meist kein Grund, sofort mit einer Behandlung zu beginnen“, so Engelhardt.

Eine Behandlung erfolgt, wenn das Myelom fortschreitet oder zusätzliche Krankheiten auftreten, die nicht erfolgreich mit anderen Methoden behandelt werden können: Das Standardverfahren ist dabei meist eine Chemo- oder Strahlentherapie. Bei jüngeren Patienten kann auch eine Stammzelltransplantation durchgeführt werden. Dabei werden dem Patienten eigene Stammzellen entnommen. Diese Zellen haben die Fähigkeit, verschiedene Blutzellen zu bilden. Nach der Chemotherapie werden die Stammzellen in den Körper eingebracht, wo sie sich wieder im Knochenmark ansiedeln. Im Idealfall sollten nun alle Myelomzellen vernichtet sein.

Kontakt

Universitätsklinikum Freiburg
Abteilung Innere Medizin I
Tel. 0761 / 270 – 3246,
Fax: 0761 / 270 – 3684

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Es können jedoch auch nach der Stammzelltransplantation noch Myelomzellen vorhanden, von denen die Krankheit nach Monaten oder Jahren erneut ausgehen kann. Neben der Diagnose und Behandlung von multiplen Myelom-Patienten wird an der Universitätsklinik Freiburg auch intensiv an der weiteren Erforschung der Erkrankung gearbeitet. Denn die pathogenetische Ursache der Erkrankung ist weitgehend unbekannt. Diskutiert wird der Einfluss radioaktiver Strahlung; zum Teil wurden verschiedene genetische Translokationen beschrieben, deren Einfluss aber noch nicht geklärt sind. Mutationen in Onkogenen wurden ebenfalls beobachtet. „Leider ist das multiple Myelom – trotz erheblicher Fortschritte in der systemischen und supportiven Therapie – meist nicht heilbar“, erklärt Engelhardt. „Aber wir verstehen die Mechanismen der Erkrankung immer besser und es gibt viele neue, innovative Medikamente und damit wächst die Chance, um das multiple Myelom noch nachhaltiger therapieren zu können.“

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