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Erkennung und Behandlung von bösartigen Weichteiltumoren (Sarkome)

Bösartige Weichgewebsgeschwülste werden auch als Weichteil-Sarkome bezeichnet (von griech. sarkos = Fleisch). Beim Erwachsenen entstehen Weichteilsarkome am häufigsten an den Extremitäten (Arme und Beine), können aber auch an jeder anderen Stelle im Körper auftreten. Die Entstehungsursache bleibt meist unklar.

Diagnostik:

Die Aussicht auf Heilung hängt sehr vom Erkrankungsstadium ab: Je früher ein Sarkom entdeckt wird, das heißt je kleiner der Haupttumor ist und je weniger er anderes Gewebe angegriffen hat, desto besser ist auch die Aussicht auf Behandlungserfolg. Die Diagnose beim Erwachsenen wird häufig sehr verzögert gestellt.Woran liegt das?
In erster Linie ist die Symptomatik nicht sehr ausgeprägt. Meist fällt dem Betroffenen als erstes Symptom eine schmerzlose Schwellung oder Verhärtung des Gewebes auf. Diese vergrößert sich allmählich, in wenigen Fällen auch sehr rasch. Da Weichteilsarkome oft in tieferen Schichten des Körpers entstehen, können sie bei ihrer Entdeckung, wenn sie sich von außen fühlen lassen, schon recht groß sein. Bei jedem unklaren Weichteiltumor und Verdacht auf einen bösartigen Weichteiltumor müssen verschiedene Untersuchungen zur Abklärung durchgeführt werden. Diese beinhalten immer eine körperliche Untersuchung, eine Sonographie (Ultraschall) und eine Kernspintomographie (MRT) mit Kontrastmittel. Hiermit ist eine genaue räumliche Zuordnung des Tumors möglich. Mit keinem der bildgebenden Verfahren kann jedoch sicher festgestellt werden, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Deshalb werden in einer kleinen Operation Gewebeproben aus dem Tumor entnommen und anschließend von Pathologen mikroskopisch untersucht.

Algorithmus zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen:


(Bannasch H, Eisenhardt SU, Grosu A-L, Heinz J, Momeni A, Stark GB: The diagnosis and treatment of soft tissue sarcomas of the limbs. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(3): 32–8.)

Behandlung:

Da Sarkome relativ selten vorkommen, sollte die Behandlung immer an einem Zentrum erfolgen, an dem alle notwendigen Fachdisziplinen zur Verfügung stehen. Am Universitätsklinikum Freiburg werden alle erwachsenen Patienten mit einem Sarkom in der interdisziplinären Sarkomkonferenz des CCCF (= „Comprehensive Cancer Center Freiburg). besprochen.
Hier wird die Behandlung durch spezialisierte Vertreter aller relevanten Abteilungen geplant:

Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie
Department für Orthopädie und Traumatologie
Abteilung Plastische und Handchirurgie
Abteilung Hämatologie und Onkologie
Klinik für Strahlenheilkunde
Klinik für Radiologie
Institut für Pathologie

In der Abteilung Plastische und Handchirurgie werden in erster Linie Sarkome an den Extremitäten (Arme und Beine) und an der restlichen Körperoberfläche operativ behandelt. Die mit Abstand wichtigste Therapiemaßnahmen bei Weichteilsarkomen ist die Operation. Dies gilt für den Ersttumor, örtliche Rückfälle und auch Fernabsiedlungen (Metastasen). Häufig erfolgt zusätzlich zur Operation eine Bestrahlung (vor, während oder nach der OP), insbesondere bei großen, tief sitzenden Tumoren. Die Chemotherapie kommt meistens nur im metastasierten Stadium zur Anwendung. Ziel der Operation ist es, das Tumorgewebe möglichst radikal zu entfernen und dabei die Funktion so weit als möglich zu erhalten. Die oftmals erforderliche Mitentfernung von Gefäßen, Nerven oder Sehnen zieht häufig wiederherstellende Maßnahmen nach sich, die arterielle und venöse Bypässe, den Nervenersatz oder Verlagerung von Sehnen zur Kompensation eines Funktionsverlustes umfassen. Gewebeverluste können ausgeglichen werden, indem so genannte Lappenplastiken zum Einsatz kommen. Diese werden entweder aus der direkten Umgebung gewonnen („gestielte Lappenplastik“) oder „mikrochirurgisch“ mit Anschluss der Gefäße unter dem Mikroskop verpflanzt. Diese Techniken erlauben die großzügige Operation des Tumors mit gutem Sicherheitsabstand bei maximalem Funktionserhalt.

Mehr Informationen zum Thema Weichteilsarkome beim Erwachsenen finden Sie unter www.krebsinformationsdienst.de.

Die Weichteilsarkome des Kindesalters unterscheiden sich in ihren Eigenschaften wesentlich von denen des Erwachsenen. Die Aussagen dieses Textes können daher nicht auf kindliche Sarkome übertragen werden.

Mehr zu Krebs bei Kindern finden Eltern und Betroffene unter www.kinderkrebsinfo.de.

Einen aktuellen Artikel in ampuls online finden Sie hier.

Originalarbeiten zur Thematik finden Sie hier.

 

Kontakt:
Ltd. Oberarzt Professor Dr. H. Bannasch

 

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