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Spezial-Sprechstunde: chronischer Rückenschmerz |
Chronische Rückenschmerzen sind die häufigste Ursache chronischer Schmerzerkrankungen. In Deutschland leiden ca. 12% der Bevölkerung an Rückenbeschwerden, die länger als 6 Monate andauern. Die Ursachen dieses Beschwerdebildes können sehr unterschiedlich sein: während bei einigen Patienten beispielsweise am Anfang der Beschwerdeentwicklung ein Bandscheibenvorfall steht oder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule bestehen, treten die Rückenbeschwerden bei anderen Patienten ohne nachweisbare organische Schädigung auf. Darüber hinaus hat sich in wissenschaftlichen Studien gezeigt, dass Bildgebung (Röntgen / Computertomographie - CT / Magnetresonanz-Tomographie - MRT) bei der Beurteilung chronischer Rückenbeschwerden nur einen geringen Aussagewert haben. Zum einen können Nervenquetschungen durch knöcherne Engen oder Bandscheibenvorfälle zu Lähmungen und Inkontinenz führen, dabei jedoch völlig schmerzlos ablaufen. Zum anderen können Schmerzfasern, die Strukturen der Wirbelsäule und ihre Muskulatur versorgen, chronisch - durch in der Bildgebung nicht sichtbare Entzündungsprozesse - aufrecht erhalten werden; hier können Operationen sogar zu einer Verschlechterung führen! Entscheidend ist, dass bei Rückenschmerzen nicht der Röntgen-Befund, sondern die Beschwerden des Patienten behandelt werden.
Aus der Forschung weiß man inzwischen, dass psychosoziale Belastungsfaktoren, wie familiäre oder berufliche Konflikte eine wesentliche Rolle bei der Chronifizierung von Rückenbeschwerden darstellen. Wichtig ist es daher, den Rückenschmerz in seinen zahlreichen Einzelkomponenten zu erfassen und entsprechend zu behandeln.
Diese Möglichkeit der Diagnostik und Therapie ist im Interdisziplinären Schmerzzentrum mit seinem Team aus verschiedenen Fachärzten, Schmerzpsychologen und Physiotherapeuten gegeben.
Bei komplexen und chronischen Rückenproblemen bieten wir eine umfassende Diagnostik im Rahmen eines 1-2-tägigen tagesstationären Aufenthaltes an. Die multidisziplinäre Diagnostik beinhaltet neurochirurgische, anästhesiologische, neurologische, schmerzpsychologische, physiotherapeutische und interventionelle schmerztherapeutische Methoden (z.B. Blockaden / Infiltrationen von Nervenwurzeln und Wirbelgelenken und des Iliosacralgelenkes). Die ausführliche Diagnostik ermöglicht uns, ein individuelles Krankheitsmodell und einen Behandlungsplan zu erstellen, einschließlich konservativer und - falls notwendig - operativer Therapie.





