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Kompetenzbereich Medizinische Physik
(Leitender Physiker Dr. rer. nat. G. Bruggmoser)
Die Medizinische Physik ist bei Behandlungen mit radioaktiven Stoffen oder ionisierender Strahlung für die Bereiche Patientendosimetrie, Entwicklung und Anwendung komplexer Verfahren und Ausrüstungen, Optimierung, Qualitätssicherung incl. – Kontrolle sowie bei sonstigen Fragen des Strahlenschutzes zuständig. Dazu gehört die Ausarbeitung und Optimierung des physikalischen Inhalts der Bestrahlungsplanung und die Mitwirkung bei der Entwicklung und Bereitstellung neuer Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Aktuelle und künftige Innovationen im Rahmen der Planung und der Applikation von Strahlung erhöhen die Wertigkeit der Strahlentherapie in der Tumorbehandlung.
Forschungsschwerpunkte des Funktionsbereichs Medizinische Physik
- Entwicklung und Einführung von segmentierten Multi-Elektroden in der interstitiellen Hyperthermie.
- Wertigkeit der Anwendung von Navigationssystemen in der Brachytherapie im Afterloadingverfahren
- Einführung nonkoplanarer, konformierender Bestrahlungstechniken (stereotaktischer Konvergenzbestrahlung für die Einzeittherapie, fraktionierter stereotaktische Konvergenzbestrahlung in der Maske, stereotaktische Bestrahlungen im Körperstammbereich, konformierte Vielfelderkonvergenzbestrahlung, dynamische Rotationstechnik sowie Methoden der Qualitätssicherung in den genannten Bereichen. In allen diesen Bereichen wurden Überprüfungen der Übereinstimmung errechneter und gemessener Dosisverteilungen durchgeführt.
- Einführung spezieller Methoden zur Verbesserung der Lagerung und Repositionierung der Patienten. Zur Lagerungs- und Positionierungserfassung und Analyse wurde der Localizer eines Neuronavigationssystems für Patienten mit Zielvolumina im Beckenbereich konditioniert und eingesetzt und die messtechnische Verfolgung statistische ausgewertet.
- Integration heterogener bildgebender Modalitäten in der Strahlentherapie unter besonderer Berücksichtigung des Kommunikationsstandards DICOM-RT.
Der Funktionsbereich Medizinische Physik betreut die Linearbeschleuniger, Planungssysteme und die Bildgebung der Klinik in Zusammenarbeit mit dem Med.Phys.Engineering Labor. Für Zwei der Bestrahlungsgeräte unterschiedlicher Hersteller, wurden im Rahmen der Beschaffung von der Gutachterkommission der DFG jeweils ein On-Board-Imaging sowie eine Positionierungseinrichtung bewilligt. Im Rahmen einer geförderten Studie werden die Praktikabilität der Systeme und die notwendigen QS Maßnahmen untersucht. Ein hochwertig ausgestattetes Dosimetrielabor kann nicht zur präzisen klinischen Dosimetrie, sondern auch für die Mikrodosimetrie experimenteller Bestrahlungen herangezogen werden.
Kooperationen bestehen sowohl innerhalb des Universitätsklinikums (Bildgebende und Funktionelle Medizinische Physik), als auch zu Institutionen wie dem DKFZ in Heidelberg oder auch dem Universitätsklinikum in Utrecht (NL). Letztere kooperiert mit uns im Rahmen des Projekts interstitielle Hyperthermie.
Die Drittmittelförderung erfolgte bis zur gegenwärtigen Anwendung der Hyperthermie durch Mittel der DFG, der Krebshilfe und dem MWK Baden Württemberg. Gegenwärtige fördert die Industrie einige Projekte zur klinischen Dosimetrie, zur Lagerung und Repositionierung, zur QA bei stereotaktischen Techniken sowie zur Etablierung der IGRT (siehe Anlage).
Der Funktionsbereich Medizinische Physik beteiligt sich im Rahmen der Lehre am Kursus Radiologie einschließlich Strahlenschutzkurs für Medizinstudenten. Weiterhin ist der Funktionsbereich ermächtigt, Physiker im Fach Strahlentherapie auszubilden.





