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Tumoren des Mediastinums

Inhaltsübersicht

Was ist das Mediastinum?

Als Mediastinum bezeichnet der Arzt einen Raum im Brustkorb, der seitlich von den beiden Lungenflügeln begrenzt ist, vorne vom Brustbein und hinten von der Wirbelsäule. In diesem Raum, dem Mediastinum, befindet sich das Herz mit den großen Gefäßen, die Thymusdrüse, die Luftröhre, sowie Lymphknoten und Bindegewebe. Den Abschluss des Mediastinums zum Bauch hin bildet das Zwerchfell, währenddessen der Abschluss dieses Raums zum Hals relativ fließend ist. So kann etwa die Schilddrüse vom Hals aus weit in das Mediastinum reichen.

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Allgemeines zu Tumoren des Mediastinums

Was sind Mediastinaltumoren?

Als Tumor des Mediastinums bezeichnet man alle Geschwulste und Neubildungen, die von Geweben ausgehen, die sich im Mediastinum befinden. Dieses können Tumoren sein, die vom Thymus ausgehen (Thymome), von den Lymphknoten (Lymphome), von bindegewebigen Anteilen, von der Schilddrüse oder auch von den Nervensträngen. Darüber hinaus sind auch viele sehr seltene Tumoren möglich, etwa Keimzelltumore. Nicht selten gibt es im Bereich des Mediastinums auch gutartige Zysten. Das Mediastinum wird in drei Abschnitte geteilt: Das vordere, das mittlere und das hintere Mediastinum.

Insgesamt sind Mediastinaltumore selten. Die Lokalisation der verschiedenen Tumore hängt auch mit dem Alter des Patienten zusammen. Bei Kindern kommen Tumore häufig im hinteren Mediastinum vor und gehen nicht selten von den Nervensträngen aus. Bei Erwachsenen hingegen finden sich die meisten Tumore im Mediastinum. Dabei handelt es sich häufig um Lymphome oder Thymome. Die meisten Mediastinaltumore im Erwachsenenalter treten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Welche Symptome kommen vor?

Einteilung

Etwa die Hälfte der Mediastinaltumore werden zufällig anhand eines Röntgenbildes entdeckt. Wenn Symptome auftreten, dann sind sie zumeist durch den Druck des Tumors auf andere Strukturen bedingt. Bei Mediastinaltumoren kann Husten, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Fieber und Nachtschweiß oder auch Heiserkeit auftreten. In seltenen Fällen kommt es auch zu Bluthusten.

Die Diagnose kann häufig auf Grund der Röntgenaufnahmen oder auch eines Computertomograms des Brustkorbs vermutet werden. Auf Grund der Vielfältigkeit der möglichen verschiedenen Tumore ist es jedoch in den allermeisten Fällen unumgänglich, eine Probe (Biopsie) des Tumors zu erhalten.                                                                                               Abb. 1: Einteilung in vorderes, mittleres und hinteres                                                                                        Mediastinum.


Welche Behandlungsformen gibt es?

Die Behandlung eines Mediastinaltumors hängt von seinen besonderen Eigenschaften ab, je nachdem um welche Form des Tumors es sich handelt. In vielen Fällen ist die operative Entfernung des Tumors notwendig. Andere hingegen werden mit Medikamenten (Chemotherapie) oder auch mit Bestrahlung behandelt.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose bei einem Mediastinaltumor hängt sehr von der Art des Tumors ab, so dass keine allgemeine Abschätzung gegeben werden kann. Unbehandelt können mediastinale Tumoren Komplikationen entwickeln, dadurch, dass sie in die großen Gefäße einwachsen oder diese verschließen, so dass es zu einer Stauung des Blutes vor dem Herzen kommen kann (Vena cava superior Syndrom).

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Tumoren des vorderen Mediastinums

Die vier häufigsten Tumoren des vorderen Mediastinums sind Thymome, Teratome, Lymphome und Schilddrüsentumoren.

Thymome

Thymome gehen von der Thymusdrüse aus, die sich zwischen dem Brustbein und den großen Gefäßen befindet. Die Thymusdrüse ist bei Kindern für die Ausbildung des Immunsystems wichtig, bildet sich jedoch im Erwachsenenalter üblicherweise zu einem kleinen, kaum sichtbaren Rest zurück.

Thymome treten am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, häufiger bei Männern als bei Frauen. Etwa 1/3 der Patienten zeigt sich mit Symptomen, die durch das Einwachsen des Tumors in andere benachbarte Strukturen verursacht werden, etwa mit Brustschmerzen, Atemnot oder Husten. Etwa 1/3 der Patienten haben gleichzeitig eine Myasthenie , eine seltene Autoimmunerkrankung. Insbesondere bei Patienten mit einer Myasthenie kann der Tumor sehr klein sein und sich in der normalen Drüse verbergen.

Eine sichere Diagnose kann in der Regel nur durch eine großzügige Gewebeprobe gestellt werden, die in den meisten Fällen mit einer Operation erreicht wird. Bei einer solchen Operation wird zumeist das Thymom vollständig entfernt, so dass die Diagnosestellung und die Behandlung in einem Schritt erfolgt. Die Mehrzahl der Thymome sind gutartig, so dass keine weitere Behandlung notwendig ist.

Teratome

Teratome sind seltene Tumoren, die von Keimzellen ausgehen können, die sich im Bereich des Mediastinums befinden. Am häufigsten sind Teratome bei jungen Erwachsenen zu finden und machen meist keine Beschwerden, es sei denn es handelt sich um sehr große Tumore. Teratome können von sehr unterschiedlichem Charakter sein, sowohl gut- als auch bösartig. Häufig sind Zysten in ihnen zu finden, darüber hinaus auch Verkalkungen. Die Behandlung besteht in der Regel in der operativen Entfernung, unabhängig davon, ob diese gut- oder bösartig sind.

Lymphome

Lymphome machen etwa 10 bis 20% der Tumoren des vorderen Mediastinums aus und gehen häufig von dort befindlichen Lymphknoten aus. Meistens treten sie im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf. Auch bei den Lymphomen gibt es ganz unterschiedliche Formen, die sehr verschiedene Behandlungsmaßnahmen erfordern. Die exakte Diagnose kann zumeist erst nach Entnahme einer größeren Gewebeprobe gestellt werden. Wenn die Diagnose sicher ist, erfordern Lymphome in der Regel keine operative Entfernung. Nicht selten jedoch kann die genaue Diagnose erst nach einer Operation gestellt werden. Chemotherapie und Bestrahlung sind die häufigsten Behandlungsmaßnahmen bei einem Lymphom. Die Prognose hängt vom genauen Typ des Lymphoms ab.

Schilddrüsentumore

Schilddrüsentumore können sich von der eigentlichen Schilddrüse am Hals direkt bis in das Mediastinum erstrecken, oder es handelt sich um Tumore, die von überschüssigem Schilddrüsengewebe ausgehen, welches sich im Mediastinum befindet. Die Diagnose eines Schilddrüsentumors kann häufig anhand spezieller Untersuchungen gestellt werden. Die operative Entfernung ist angezeigt, wenn es sich möglicherweise um einen bösartigen Tumor handeln könnte oder es sich um eine sehr große Schilddrüse handelt.

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Tumoren des hinteren Mediastinums

Neurinom

Mehr als ¾ der Tumoren des hinteren Mediastinums gehen von den Nervensträngen aus. Die Geschwulste entwickeln sich zumeist ohne Beschwerden, können aber gelegentlich zu Druckerscheinungen führen mit Schmerzen, Kribbelgefühl oder auch Taubheitsgefühl. Die Region der Nervenirritation hängt sehr von der Lokalisation des Tumors ab.

Die Therapie besteht zumeist in der operativen Entfernung.

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Tumorähnliche Veränderungen

Hyperplasie des Thymus

Hierunter versteht man eine Lymphfollikelhyperplasie (Vergrößerung der Zellen des Thymus), aber ohne Größenzunahme des gesamten Thymus. Dieses Phänomen beobachtet man bei 75% von Patienten mit Myasthenia gravis (Autoimmunerkrankung mit rascher Muskelermüdung). Zudem kommt es auch noch bei Lupus erythematodes, Morbus Addison, rheumatoider Arthritis und Leberzirrhose vor. Eine „echte“ Thymushyperplasie mit Vergrößerung des Organs wird selten beobachtet. Als Therapie der Wahl gilt die operative Entfernung des Thymus.

Morbus Castleman (giant lymph node hyperplasia)

Dieses Syndrom geht mit einer erheblichen Lymphknotenvergrößerung einher. Es handelt sich jedoch um eine gutartige Erkrankung. Man vermutet, dass die Lyphknotenvergrößerung als Reaktion auf zumeist entzündliche Prozesse hervorgerufen wird.

Zysten

Dies sind die häufigsten Formen der mediastinalen Raumforderungen, insbesondere bei jüngeren Menschen. Sie sind meist angeboren. Im vorderen Mediastinum sind Thymuszysten, perikardiale und bronchogene Zysten häufig. Im hinteren Mediastinum finden sich gastroenterale Zysten. Bei allen Formen sollte die operative Entfernung bei Beschwerden erwogen werden.

Entzündungen

Im Rahmen von Systemerkrankungen wie Tuberkolose, Sarkoidose oder Pilzinfektionen kommt es häufig zu einer Lymphknotenvergrößerung, welche auch als mediastinale Raumforderung, zumeist des vorderen Mediastinums imponieren können. Therapiert werden sollte die zugrunde liegende Erkrankung.

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