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Notfalltransfusion

Nur eine Transfusion, die keinen zeitlichen Aufschub oder keine Zeit für vorbereitende Untersuchungen zulässt (z.B. Patient im manifesten hämorrhagischen Schock), rechtfertigt die Bezeichnung und die Indikation zur "Notfalltransfusion".

Vorgehen und Ablauf

Vorgehen in Kürze
  1. Siehe auch Aushang an den Telefonen auf den Stationen und im Schockraum "Notfallanforderung Blutprodukte" Telefonisch Anforderung in der Blutbank über Notfalltelefon 40000 oder Tel. 37770
    • WER? fordert an: Name/anfordernder Arzt
    • FÜR WEN? Name und Geburtsdatum des Patienten
    • WOHIN? liefern
    • ANZAHL?
    • TELEFONNUMMER? für Rückfragen
  2. Der Transportdienst bringt die Blutprodukte mit Transportgarantie
  3. Blutabnahme und Probenröhrchen möglichst rasch zur Blutbank schicken Blutabnahme möglichst vor Infusionstherapie/ vor Transfusion, wenn nicht möglich, dann aus zweitem Zugang
  4. Schriftliche Anforderung an Blutbank per FAX Nr.3921 senden oder zusammen mit der Blutprobe durch Transportdienst
  • Von der Blutbank werden sofort bis 6 Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 Rh negativ (D negativ), ungekreuzt (d.h. ohne Vorliegen der Ergebnisse der Blutgruppenbestimmung und der Verträglichkeitsprobe) ausgegeben.
    Weitere EK werden nach Bestimmung der Blutgruppe und Verträglichkeitstestung ABD-kompatibel ausgegeben. Hierfür benötigt die Blutbank so schnell wie möglich die Blutprobe des Patienten.
  • Liegt das Ergebnis der Blutgruppenbestimmung vor und/oder ist die Blutgruppe des Patienten bekannt, werden ABD-kompatibel bzw. Rh-kompatible Erythrozytenkonzentrate, ungekreuzt ausgegeben.
  • EK, die in der Blutbank für den Patienten gekreuzt auf Abruf bereitstehen und zur Notfall-Transfusion abgerufen werden, werden sofort mit Transportgarantie ausgegeben.
  • Liegt ein Blutgruppenbefund mit bekanntem Antikörper vor, werden diese soweit in vertretbarer Zeit möglich, beachtet.
  • Werden mehr als 6 EK und gleichzeitig auch Plasmen und TK angefordert, werden hiervon bis maximal 6 EK in einer ersten Lieferung sofort ausgegeben. Weitere angeforderte EK, Plasmen und TK werden in einem zweiten Transport nachgeliefert. Dieses Vorgehen soll Verzögerungen bei der Ausgabe durch die Blutbank-EDV vermeiden helfen.
  • Gefrierfrischplasmen werden mit der Blutgruppe AB und bei bekannter Blutgruppe des Patienten möglichst blutgruppenkompatibel ausgegeben.
  • Thrombozytenkonzentrate werden nach ABD-Kurzbestimmung möglichst blutgruppenkompatibel ausgegeben.

Ergebnis der Verträglichkeitsprobe

Das Ergebnis der Verträglichkeitsprobe wird dem transfundierenden Arzt umgehend per Fax auf dem Notfall-Formular nachgereicht.

ACHTUNG!

Vor Transfusion ist auch in Notfallsituationen ein AB-Bedside-Test anzusetzen und das Ergebnis in der Krankenakte zu dokumentieren.

Die zur Notfalltransfusion ungekreuzt bereitgestellten Erythrozytenkonzentrate sind keine "Universalkonserven". Bei Patienten mit entsprechenden irregulären Antikörpern (z.B. anti-c) führt die Transfusion dieser Konserve zu hämolytischen Transfusionsreaktionen! Diese Erythrozytenkonzentrate dürfen daher nur im vitalen Notstand ohne Vorliegen der Ergebnisse der Blutgruppenbestimmung und der Verträglichkeitsprobe transfundiert werden.

ACHTUNG!

Die Risiken einer vitalen Bedrohung des Patienten einerseits und der Transfusion ohne entsprechende Voruntersuchungen andererseits werden vom transfundierenden Arzt in die Entscheidung zur Notfalltransfusion einbezogen und verantwortet. Von seiten des klinisch behandelnden Arztes ist die Notfalltransfusion als solche schriftlich zu dokumentieren.

Definition

Risiken

Indikation

Transport und Transportgarantie im Notfall

Anforderung und Durchführung

Positive Kreuzprobe

Checkliste Notfalltransfusion - (separate Anzeige der Checkliste)

Blutabnahme durch den Notarzt

Transfusion von Rh-inkompatiblen Blutkomponenten

Gesamtdokument

unterer Abschluss
Impressum