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Nadelstichverletzung

Risiko einer HIV-Übertragung | Indikation zur HIV-PEP | Dreifach-Standard-Kombination der PEP| Postexpositionelle Hepatitis-B-Prophylaxe

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Einverständnis-Erklärung für den HIV-Test (Öffnen durch Klicken auf das PDF-Symbol links).
Nadelstich- und Schnittverletzungen bzw. Schleimhautkontaminationen mit potentiell infektiösem Material muss umgehend an die Arbeitsmedizin (Tel.: 2010) gemeldet werden. Die dortigen Ärzte stellen die Indikation zu notwendigen Hepatitis- und oder HIV-Schnelltesten sowie zur postexpositionellen Impf-Prophylaxe (Hepatitis B).
Weitere Informationen zum HIV-Test finden Sie auch unter www.hiv.net.
Bei der Möglichkeit einer HIV-Exposition ist schnelles Handeln unumgänglich. Eine postexpositionelle medikamentöse Prophylaxe (PEP) muss unverzüglich begonnen werden. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Station Frerichs II, an die HIV-Ambulanz oder an Feiertagen und Abenden/Nächten an die Notaufnahme. Dort stehen die Medikamente zur PEP bereit und die Ärzte klären die Notwendigkeit der medikamentösen Prophylaxe mit Ihnen ab.
Im folgenden sind tabellarisch die deutsch-österreichischen Empfehlungen zur PEP aufgeführt (Stand November 2004, ausführliche Fassung unter www.rki.de)
Abb.1. Sofortmaßnahmen nach HIV-Exposition
Sofortmassnahmen



Tab.1 Risiko für eine HIV-Übertragung nach Art der Exposition dargestellt im Verhältnis zum Durchschnitt Pfeil nach oben

Art der Exposition Expositionsrisiko in
Relation zum
mittleren Risiko
Sehr tiefe Stich- oder Schnittverletzungen 16:1
Sichtbare frische Blutspuren auf dem verletzenden Instrument 5:1
Verletzende Kanüle oder Nadel war zuvor in einer Vene oder Arterie plaziert 5:1
Indexperson hat hohe Viruslast (akute HIV-Infektion, AIDS ohne ART) 6:1
Exposition von Schleimhaut 1:10
Exposition von entzündlich veränderten Hautpartien 1:10

Tab.2 Indikation zur HIV-PEP bei beruflicher HIV-Exposition Pfeil nach oben

Perkutane Verletzung mit Injektionsnadel oder anderer Hohlraumnadel Körperflüssigkeit mit hoher Viruskonzentration: Blut, Liquor, Punktatmaterial, Organmaterial, Viruskulturmaterial empfehlen
Tiefe Verletzung, sichtbares Blut empfehlen
Nadel nach intravenöser Injektion empfehlen
Indexpatient hat AIDS oder eine hohe HI-Virus-Konzentration empfehlen
Oberflächliche Verletzung anbieten
Perkutaner Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten als Blut (Urin, Speichel) nicht empfehlen
Kontakt zu Schleimhaut oder verletzter geschädigter Haut mit Flüssigkeiten mit hoher Viruskonzentration anbieten
Kontakt von intakter Haut mit Blut (auch bei hoher Viruskonzentration) nicht empfehlen
Haut- oder Schleimhautkontakt mit Körperflüssigkeiten wie Urin oder Speichel nicht empfehlen

Tab.3 Dreifach-Standard-Kombination der PEP und Alternativen
(Bei Schwangerschaft nur Zidovudin und Lamivudin) Pfeil nach oben

Zidovudin+Lamivudin = Combivir 2 mal 450mg Nelfinavir (Viracept, 2 mal 1250mg)
oder
Indinavir (Crixivan, 3 mal 800mg)
oder
Lopinavir/rit (Kaletra, 2 mal 400/100mg)
oder
Efavirenz (Sustiva/Stocrin 1 mal 600mg)
 
Stavudin (Zerit) 2 mal 40mg Didanosin (Videx) 2 mal 200mg Saquinavir (Fortovase) 3 mal 1200mg
Falls Standard-Medikamente nicht verfügbar sind, können auch andere zur HIV-Therapie zugelassene Medikamente eingesetzt werden - Abacavir (Ziagen) und Nevirapin (Viramune) sollten jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen für eine PEP eingesetzt werden. Efavirenz ist in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Behandlungsdauer: Die Prophylaxe sollte sicherheitshalber 4 Wochen lang durchgeführt werden. Kürzere Behandlungszeiträume erscheinen auf der Grundlage der in-vitro-Daten möglich, sind bisher jedoch nicht klinisch untersucht.

Tab.4. Postexpositionelle Hepatitis-B-Prophylaxe Pfeil nach oben

Spender: HbsAg Empfänger: Anti-HBs Prophylaxe
Negativ   keine
Positiv/Unbekannt > 100 IU/l keine
Positiv/Unbekannt > 10 < 100 UI/l 1 Boosterimpfung
Positiv/Unbekannt < 10 UI/l Passiv-Aktiv-Immunisierung



unterer Abschluss
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