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Untersuchungsspektrum und Hinweise auf Weiterversendungen
Virusisolierung | Kurzzeitkultur | Antigennachweis | PCR | Quantitativer Genomnachweis | Serologie | Andere
A. Virusisolierung
| Virus | Aus welchem Material? | Aussage |
| Herpes-simplex-Virus 1+2 (HSV) | Bläscheninhalt; Genitalabstrich; BAL; Rachenabstrich bzw. Spülwasser; | Beweis einer HSV-Infektion/-Reaktivierung; Isolierung von HSV aus BAL jedoch nicht sicher mit klin. Symp. assoziiert |
| Enteroviren (Coxsackie-, Echo-, Polioviren) | Stuhl; evtl. Rachenabstrich | Beweis einer Enterovirusinfektion, keine sichere Assoziation mit klin. Symp.
Bei Meningitis/Enzephalitis auch: PCR |
| Influenza-A+B-Viren | Rachenabstrich; BAL; NPS | Beweis einer Influenzavirusinfektion; siehe auch PCR |
| Adenoviren | Stuhl; NPS; Rachenabstrich; Konjunktivalabstrich | Beweis einer Adenovirus-Infektion oder -Reaktivierung |
B. Kurzzeitkulturverfahren
| Virus | Aus welchem Material? | Aussage |
| Cytomegalovirus (CMV) | Urin | Bei Neugeborenen Beweis der konnatalen Infektion; Beweis der frischen Infektion bei vorher Seronegativen. Sonst geringe Korrelation mit klin. Symp.
Besser: Antigenämie. |
C. Antigennachweisverfahren
| Virus | Aus welchem Material? | Aussage |
| Rotaviren | Stuhl | Untersuchung findet in der Abteilung Mikrobiologie statt |
| Cytomegalovirus (CMV-Antigenämie; pp65) | EDTA-Blut (10ml) | Relativ hohe Korrelation mit CMV-assoziierter klin. Symp., jedoch nicht bei lokalen Läsionen (Colitis o.ä.) Hier besser Kurzzeitkultur (s.o.) |
D. PCR qualitativ
*Testverfahren noch nicht abschließend validiert; keine akkreditierten Verfahren.
| Virus | Aus welchem Material? | Aussage |
| Adenoviren* | BAL, NPS, Serum (KM-Transplantierte), Stuhl | BAL+NPS: Adenovirusinfektion des Respirationstrakts. Serum: Disseminierte Infektion; Stuhl: Gastroenteritis |
| Bocaviren (humane) | BAL, NPS | BAL+NPS: Infektion mit Bocaviren; klinische Relevanz noch nicht geklärt |
| Cytomegalovirus (CMV) | EDTA-Blut (10 ml); Liquor (1ml), Biopsien, Fruchtwasser | EDTA-Blut. Quantitative Auswertung: ab ca. 5 000 Kopien/ml Plasma klinisch relevante Reaktivierung. Im Fruchtwasser ab 100 000 Kopien/ml hohe Schädigungswahrscheinlichkeit. Bei V.a. CMV-Enzephalitis Methode der Wahl; Biopsien besser: esser: Kurzzeitkultur (höhere Korrelation mit Klinik) |
| Herpes-simplex-Virus (HSV) 1+2 | Liquor (1ml); EDTA-Blut bei V.a. Herpes neonatorum oder disseminierte HSV-Infektion des Immun-supprimierten (1ml); Augenabstrich; Biopsien, Abstriche von ungewöhnlichen Lokalisationen | Beweis der HSV-Enzephalitis oder -Meningitis bzw. Myelitis, der Virämie, der Keratitis. Bei Läsionen im Mund-Rachenbereich, Genitalbereich und Gastrointestinaltrakt wird die Virusisolierung bevorzugt (klinischer Zusammenhang sicherer) |
| Varicella-Zoster-Virus (VZV) | Liquor (1 ml); Bläscheninhalt | Beweis der VZV-Enzephalitis; Beweis eines Zosters (bei klinisch nicht eindeutigen Fällen V.a. unter Immunsuppression) |
| Epstein-Barr-Virus (EBV) | EDTA-Blut (1 ml) | Bei V.a. Entstehung einer PTLD (post transplantation lymphoproliferative disease) und zur Verlaufskontrolle EBV-assoziierter Nasopharynx-Ca. Werte unter 1000 Kopien/ml sind ohne Krankheitswert. Ab ca. 5000 Kopien/ml oder bei plötzlichem Anstieg möglicher Hinweis auf PTLD. |
| Enteroviren | Liquor; evtl. Myokardbiopsie | Beweis der Enterovirus-Meningitis/Enzephalitis; bei Myokarditis niedrige Sensitivität. Besser: In-situ-Methoden (Pathologie) |
| Hepatitis-C-Virus (HCV) | Serum oder EDTA-Blut (1ml) | Beweis der aktiven HCV-Infektion; Nachweisgrenze 12IU/ml. Therapiekontrolle |
| Hepatitis-B-Virus (HBV) | Serum oder EDTA-Blut (2ml) | Therapieindikation und -kontrolle; Unter 105 Kopien geringe Progressiontendenz; Infektiösität ab ca. 1000 Kopien/ml. |
| HIV quantitative PCR (Abbott M2000) | EDTA-Blut (10ml) | Therapiekontrolle bzw. -indikation; hochsensitive Methode, quantitativer Nachweis ab 40 Kopien/ml, unter 40 Kopien keine Quantifizierung möglich |
| Humane Metapneumoviren (HMPV)* | NPS; BAL; Rachenabstrich | Beweis der Infektionen mit HMPV |
| Influenzavirus A+B Viren | Rachenabstrich; NPS; BAL | Beweis der Influenzavirusinfektion. Sensitivste Methode. PCR max. 7 Tage positiv (bei Immunsuppression auch länger) |
| Parvovirus B19 | Serum oder EDTA-Blut, Fruchtwasser (1ml)
EDTA-Knochenmark (1ml) |
Bei V.a. Parvovirus-assoziierte Anämie oder intrauterine Infektion einzige aussagekräftige Untersuchung; Serologie in diesen Fällen unzuverlässig. Positive Befunde aus Knochenmark mit fraglicher klin. Relevanz; kann auch bei Gesunden nachgewiesen werden |
| Respiratory-Syncytial-Virus (RSV)* | NPS; BAL; Rachenabstrich | Beweis der Infektion mit RSV |
| Papillomviren | Cervixbürste | Nachweis einer Infektion mit Papillomviren, die genaue Interpretation des Befundes hängt vom Virustyp und Verlauf ab. |
| Parainfluenzaviren 1 und 3 | NPS; BAL; Rachenabstrich | Beweis der Infektion mit Parainflueanzaviren. |
F. Serologische Untersuchungen
*Testverfahren noch nicht abschließend validiert; keine akkreditierten Verfahren.
| Virus | Testverfahren | Aussage |
| Adenoviren | ELISA-IgG | Viele verschiedene kreuzreaktive Serotypen; Anstieg der Antikörper frühestens nach 8 bis 10 Tagen. Im Einzelserum keine zeitliche Zuordnung positiver Befunde möglich. Besser: Antigennachweis oder PCR |
| Cytomegalovirus (CMV) | LIAISON-IgG, IgM, LIAISON IgG-Avidität (Chemilumineszenz-Immunoassay) Immunfluoreszenz IgG, IgM | Positives IgG: Seropositivität nach Infektion zu irgendeinem Zeitpunkt. IgM häufig positiv im Rahmen verschiedener Grunderkrankungen, auch nach klinisch stummen Reaktivierungen. Persistiert lange. Ausschluß der frischen Infektion (innerhalb der vergangenen 3 bis 5 Monate) durch Aviditätsbestimmung möglich. Bei Immunsuppression verzögerte Aviditätsreifung. Bei Immungesunden kann niedrige Avidität Infektion in den vergangenen 3 bis 5 Monaten beweisen. Ungeeignete Methode zur Überwachung von Reaktivierungen. Geeignet: Antigenämie, Kurzzeitkultur. |
| Denguevirus | ELISA IgM und IgG | Negative Antikörper in den ersten 4 bis 7 Tagen der Erkrankung möglich. Positive Antikörper vor allem der IgG-Klasse können Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren (z.B. nach Gelbfieberimpfung) darstellen. |
| Epstein-Barr-Virus (EBV) |
ChLIA EBNA-I-IgG, VCA-IgM, VCA-IgG
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Positives EBNA-I-IgG schließt frische Infektion aus. EBNA-I-IgG wird frühestens nach 6 Wochen, meist erst nach ca. 3 Monaten gebildet. Bei negativen EBNA-I-Antikörpern folgt Messung im ChLIA-VCA-IgM und VCA-IgG im IFT mit Avidität. In ca. 10% der frischen Infektionen kein IgM messbar. Niedrige Avidität (Index < 0,25) belegt frische Infektion. In seltenen Fällen kann ein Verlaufsserum zur endgültigen Beurteilung notwendig sein. EBV-Serologie als Verlaufsmarker bei Nasopharynx-Ca: VCA-IgA; Parameter müssen immer mit der selben Methode gemessen werden. Besser: quantitative EBV-PCR. |
| FSME-Virus | ELISA IgG, IgM | IgG: Immunitätsnachweis nach durchgemachter Infektion; für Impftiter kein international anerkannter Grenzwert; daher Nachimpfung nach Herstellerangaben, nicht nach Titerhöhe. IgM: Hinweis auf frische Infektion; auch nach Impfung nachweisbar. IgM kann auch persistieren und unspezifisch sein. Meldung ans Gesundheitsamt erst nach Absicherung der Diagnose. |
| Hantaviren (Bunyaviren) | rekombinanter Lineassay IgG und IgM | Nachweis von IgG-Antikörpern gegen Hantavirusantigene: Beweis der Hantavirusinfektion. Bei positiver Bande gegen Toscanavirus wird ein IgM-Test durchgeführt, um eine frühere Infektion auszuschließen. |
| Hepatitis-A-Virus (HAV) | HAV-Gesamtantikörper, HAV-IgM (ChLIA) | Positiver Gesamtantikörper-Test ohne IgM-Nachweis: Immunität (ab 20 IU/ml positiv) IgM: Hinweis auf frische Infektion; auch nach Impfung nachweisbar. IgM muss deutlich positiv sein, um spezifisch frische Infektion nachzuweisen. Bei Autoimmunhepatitis manchmal niedrig positives IgM messbar. Quantifizierung der HAV-Antikörper bei Impfstudien etc. möglich. |
| Hepatitis-B-Virus (HBV) | ChLIA Anti-HBc-IgG, HBsAg, Anti-HBs LIAISON Anti-HBc-IgM, Anti-HBe, HBeAg | Frische Infektion: HBsAg, Anti-HBc-IgG und -IgM, HBeAg oder evtl. schon Anti-HBe. Chron. Infektion: HBsAg länger als 6 Monate nachweisbar. Chron. aktiv: HBeAg, evtl. Anti-HBc-IgM Chron. persistierend: Anti-HBe Bei Vorliegen von Praecore-Mutanten negatives HBeAg bei hoher Viruslast (PCR) Durchgemachte: Anti-HBc, Anti-HBs Isoliertes Anti-HBc in einigen Fällen assoziiert mit HCV-Infektion. |
| Hepatitis-C-Virus (HCV) | Anti-HCV-IgG ChLIA Recombinanter Lineassay |
Hinweis auf HCV-Infektion Bestätigung der HCV-Infektion (PCR) |
| Hepatitis-Delta-Virus (HDV) | Anti-Delta-Antikörper | Hinweis auf Infektion mit Hepatitis-D-Virus; nur bei gleichzeitiger Hepatitis-B-Virus-Infektion möglich |
| Hepatitis-E-Virus* | Recombinanter Immunoblot IgG und evtl. IgM | Bei der derzeitigen epidemiologischen Situation ist positives IgG quasi beweisend für HEV-Infektion. Ggf. kann ein IgM-Blot durchgeführt werden. |
| Herpes-simplex-Virus (HSV) | ChLIA IgG, IgM
Rekombinanter Lineassay
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Durch IgG-Serokonversion Nachweis der Primärinfektion; keine Unterscheidung zw. Typ 1+2. Anstieg von IgM bei Reaktivierung möglich, jedoch unsicher. IgM häufig positiv ohne klinisches Korrelat Besser: Virusisolierung. Nachweis typenspezifischer IgGs; vor allem zur Abklärung genitaler Infektionen in der Schwangerschaft in Kombination mit Virusisolierung |
| HHV6 | IFT IgG, IgM | Durch Serokonversion Nachweis der Primärinfektion (für gewöhnlich im Säuglings- oder Kleinkindalter); Erwachsene sind wahrscheinlich zu 100% seropositiv. |
| HIV |
Anti-HIV-1/2/O-IgG(ChLIA) HIV-Combitest (p24Ag+Antikörper)
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Hinweis auf HIV-Infektionf HIV-Infektion Bei V.a. HIV-Primärinfektion (akute HIV-Krankheit). Ist ca. 1-2 Wochen vor AK-Test positiv. Positivität muss bei negativem Lineassay durch PCR bestätigt werden. |
| Influenza-A+B-Viren | ELISA IgG | IgG Elisa mit hohem Grenzwert, wird nur nach durchgemachter Infektion positiv (jedoch nicht zuverlässig); nach Impfung evtl. ebenfalls positive Ergebnisse. Beweis nur bei Vorliegen eines Serumpaars mit Abstand von 8 bis 10 Tagen möglich. Im Einzelserum keine zeitliche Zuordnung möglich. Im Akutfall: PCR; Virusisolierung |
| Masernvirus | ELISA IgG, IgM | IgG: Immunitätsnachweis IgM: bei passender klin. Symp. Hinweis auf Maserninfektion; auch nach Impfung nachweisbar |
| Mumpsvirus | ELISA IgG, IgM | IgG: Immunitätsnachweis IgM: bei passender klin. Symp. Hinweis auf Mumpsinfektion; auch nach Impfung nachweisbar |
| Parvovirus B19 |
ELISA-IgG; -IgM
Rekombinanter Immunoblot |
IgG: Positives IgG spricht für Immunität, die gegen eine erneute Erkrankung schützt IgM: Hinweis auf frische Infektion Nachweis der frischen bzw. kürzlich zurückliegenden Infektion; Infektionszeitpunkt durch frühen (VP-C) und späten Marker (NS-1) eingrenzbar |
| Rötelnvirus |
Hämagglutinations-Hemmtest (HHT)nations-Hemmtest (HHT)
ELISA IgG, IgM
Westernblot IgG |
Ab 1:32 ausreichender Schutz sreichender Schutz
IgG: Ab 15 IU/ml und HHT-Titern ab 1:8 Immunitätsnachweis Vorhandensein der E2-Bande schließt Infektion in den letzten 3 bis 5 Monaten aus |
| Varicella-Zoster-Virus (VZV) | ELISA IgG, IgM, IgA | IgG: Ab 100 IU/ml Immunitätsnachweis IgM und IgA: Bei passender klin. Symp. Hinweis auf kürzlich zurückliegende, frische oder reaktivierte VZV-Infektion. Serologie für die Diagnostik der akuten Infektion/Reaktivierung ungeignet. Bei frischer Infektion lange negativ. IgM/IgA kann auch ohne Symptomatik positiv sein. Diagnostik daher bei klin. unklaren Fällen mittels Virusisolierung/PCR |
Andere Erreger
| Mycoplasma pneumoniae | ELISA IgG, IgM, IgA | Nachweis von mind. 2 Antikörperklassen gegen M. pneum. hat hohe diagnostische Spezifität. Nachweis gelingt am besten 2 bis 3 Wochen nach Erkrankungsbeginn |
| Coxiella burneti |
ELISA Phase-II-IgG
IFT Phase I IgG, IgA, Phase II IgG, IgM |
IgG gegen Phase-II meist ab dem 7. Tag der Erkrankung nachweisbar. Bei positivem ELISA wird immer der IFT angeschlossen, um akutes, chronisches und früher durchgemachtes Q-Fieber zu unterscheiden. Ab dem 7.Tag IgM und IgG gegen Phase II-Antigen nachweisbar; bei chron. Infektion PhaseI-IgG größer Phase II-IgG bzw. beide Titer über 1000 |
G. Andere
Für Untersuchungen, die bei uns nicht durchgeführt werden (spezielle Untersuchungsmethoden/seltenere Viruserkrankungen), finden Sie unter "Untersuchungsprogramm" auf Seite 18 ff die Adressen der Referenzlabore. Gerne können wir nach Rücksprache das Material an die entsprechenden Labore weiterversenden. Die Kosten für die externen Untersuchungen trägt der Einsender. Kontaktieren Sie bitte in Zweifelsfällen den diensthabenden Arzt.














