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Leichte Kognitive Störung
Der Begriff „Leichte Kognitive Störung“ oder „Mild Cognitive Impairment“ (MCI) bezeichnet eine neu aufgetretene Störung der geistigen Leistungsfähigkeit, die nicht den Grad einer Demenz erreicht. Das heißt, dass die Alltagsbewältigung nicht wesentlich beeinträchtigt ist und die Patienten noch weitgehend selbständig sind. Das Leitsymptom der MCI ist die ausgeprägte Gedächtnisstörung.
Eine verbindliche, umfassende und unmissverständliche Definition existiert nicht. Dennoch ist „MCI“ in Klinik und Forschung eine sinnvolle und nützliche beschreibende Diagnose. Sie hat sich aus anderen Kategorien entwickelt, mit denen eine nachlassende geistige Leistung im Alter beschrieben wurde, unter anderem „Gutartige Altersvergesslichkeit“ und „Altersassoziiertes kognitives Defizit“. Wesentliche Merkmale des Begriffs MCI sind im Folgenden zusammengefasst:
- MCI bezeichnet einen pathologischen (krankhaften) Zustand, der mit dem normalen Nachlassen geistiger Leistungen im Alltag nicht erklärt werden kann. Alters-assoziiert ist das MCI nur insofern, als krankhafte Störungen im Alter häufiger auftreten.
- In einem etwas eingeengten, aber üblicherweise verwendeten Sinn ist MCI die Folge einer organischen Erkrankung.
- MCI wird für Defizite verwendet, die in jüngerer Zeit neu entstanden sind.
- Im engeren Sinn wird MCI als Vorstadium von prozesshaft verlaufenden Demenzerkrankungen, insbesondere der Alzheimerschen Erkrankung (AD) aufgefasst. Bei isolierter, deutlicher Gedächtnisstörung und Ausschluss anderer Ursachen – soweit dies möglich ist – besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das spätere Auftreten einer Demenzerkrankung.
MCI ist also keine pathologisch-anatomische Einheit, sondern eine diagnostische Kategorie. Die Feststellung einer MCI erfordert weitere diagnostische Maßnahmen und - soweit verfügbar – Behandlungen. Dies gilt besonders auch für vaskuläre Erkrankungen des Gehirns, während eine herauszögernde Medikamentbehandlung für vermutete Vorstadien der Alzheimerkrankheit bisher nicht verfügbar ist.
Wir haben in einer Katamnesestudie (Langzeit-Verlaufsbeobachtung) die Entwicklung von über 100 Patienten verfolgt. Dabei stellt sich heraus, dass nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 19 Monaten etwa je 45 % stabil blieben bzw. sich zu einer Demenzerkrankung verschlechtert hatten. Bei 10 % der Fälle stellten sich zuvor unerkannte Ursachen der Gedächtnisstörung heraus (S. Hermeneit, laufendes medizinisches Dissertationsprojekt)
Abstract:
- K Schmidtke, S Hermeneit. High rate of conversion to Alzheimer’s disease in a cohort of amnestic MCI patients. International Psychogeriatrics 2008, 20: 96-108




