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Psychoedukation und Soziotherapie bei Angehörigen und Demenzerkrankten

Ein ambulantes Behandlungskonzept für Demenzpatienten und ihre Angehörigen wurde in der Memory-Ambulanz des Universitätsklinikums Freiburg entwickelt. In zwölf Terminen in zweiwöchentlichen Abständen werden Patienten und Angehörige zeitgleich, aber in getrennten Räumen betreut. Die Angehörigen nehmen an einem Informations- und Beratungsprogramm unter Leitung einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin teil. Die Patienten erhalten ein Förder- und Aktivierungsprogramm unter Leitung von Mitarbeitern aus therapeutischen Berufen (Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie). Einzelne Termine werden mit Patienten und Angehörigen gemeinsam durchgeführt, um den Angehörigen einen aktivierenden und Selbstwert-fördernden Umgang mit den Patienten näher zu bringen.

Die Praktikabilität, Akzeptanz und erste Hinweise zur Wirksamkeit des Behandlungsansatzes wurden in der vorliegenden Studie anhand von 50 teilnehmenden Patienten-Angehörigen-Paaren untersucht. Die Entwicklung von Patienten und Angehörigen wurde über den halbjährigen Interventionszeitraum im Eingruppen-prä/post-Vergleich mit standardisierten Erhebungsinstrumenten evaluiert.

Das Programm erwies sich als gut praktikabel und erfuhr eine hohe Akzeptanz von Patienten- und Angehörigenseite. Bei den Patienten zeigten sich im Verlauf eine Zunahme der Alltagsbeeinträchtigung, eine geringe Zunahme depressiver Symptome und eine leichte Verschlechterung des sozialen Verhaltens. Hingegen blieb die Ausprägung sonstiger Verhaltensauffälligkeiten unverändert. Trotz der erwartungsgemäßen Progredienz der Erkrankung konnte die Belastung und das psychische Befinden der Angehörigen auf dem Niveau einer geringen Beeinträchtigung stabil gehalten werden.

Leitung:
Frau Dipl. Psych. I. Wernher

Mitarbeiter:
I. Wernher, I. Junde, D. Schlennstedt, S. Schmid, Dr. S. Voigt-Radloff MSc, Dr. P. Dykierek, Prof. Dr. M. Hüll

Publikation:

  • E. Jost E, S. Voigt-Radloff S, K. Schmidtke, M. Hüll, P. Dykierek. Adaptierte Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) in ambulanten Gruppen. Ein Konzept der Patienten- und Angehörigenbetreuung der Memory-Ambulanz Freiburg. In: Deutsche Alzheimer Gesellschaft (Hrgb.): Tagungsreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., Band 4. Berlin: 2003, pp. 217-223.
  • Jost E, Voigt-Radloff S, Hüll M, Dykierek P, Schmidtke K (2006) Fördergruppe für Demenzpatienten und Beratungsgruppe für Angehörige - Praktikabilität, Akzeptanz und Nutzen eines kombinierten interdisziplinären Behandlungsprogramms. Zeitschrift für Gerontopsychologie und –psychiatrie 19(3): 139-50
unterer Abschluss
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