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Therapeutisches Assessment-Netzwerk

ICF-orientierte Assessment-Instrumente zur Evaluation ergotherapeutischer, logopädischer und physiotherapeutischer Interventionen

Etwa 150.000 Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten sind in Deutschland tätig. Die Therapeuten haben, wie auch die anderen Berufsgruppen der Rehabilitation, die Aufgabe der effizienten interdisziplinären Zusammenarbeit und müssen sich mit neuen Entwicklungen wie der Einführung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) und der Forderung nach systematischem Qualitätsmanagement auseinander setzen. Das interdisziplinäre Assessment-Netzwerk soll sie in diesen Aufgaben unterstützen. Es beinhaltet derzeit berufsspezifische aufeinander abgestimmte Assessmentverfahren für die Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie. Im Vorfeld der Entwicklung wurden Anforderungskriterien festgelegt. Die therapeutischen Assessment-Verfahren sollten:

  1. Stärken und Schwächen der Person auf den Ebenen der Funktionen sowie der Aktivitäten und Partizipation (ICF) erfassen,
  2. für alle erwachsenen Patienten anwendbar sein, d.h. im ambulanten und stationären Sektor sowie in der Prävention, Kuration, Rehabilitation und Langzeitversorgung und in den relevanten medizinischen Fachgebieten;
  3. von Fachpraktikern und mit Hilfe wissenschaftlicher Beratung entwickelt werden;
  4. potentielle Zielgrößen der jeweiligen Profession beinhalten;
  5. auf der strukturierten Befundung und Beurteilung qualifizierter Therapeuten basieren; d.h. die Therapeuten sollen Befundungsverfahren situationsspezifisch wählen können und bei der Beurteilung sowohl die Ergebnisse der Befundungsverfahren als auch den individuellen Kontext des Patienten berücksichtigen;
  6. konkreten Nutzen in der therapeutischen Routine stiften, d.h. die Befundung, Therapieplanung, Dokumentation, Evaluation und interdisziplinäre Kommunikation unterstützen;
  7. für alle berufsspezifischen Assessmentverfahren die gleiche Struktur mit (1) Vorinformation, (2) Beurteilungsdomänen mit zusammengehörigen Items und jeweils vier Schweregrad-Kategorien und (3) zusammenfassendem deskriptiven Abschlußbericht aufweisen;
  8. Daten generieren, die einen statistischen Vergleich von Patientengruppen ermöglichen; d.h. für Outcome-Studien und datengestütztes Qualitätsmanagement einsetzbar sein;
  9. die Testgütekriterien Validität, Reliabilität, Responsivität und Praktikabilität erfüllen;
  10. modular aufgebaut sein, so dass für spezialisierte Institutionen nur bestimmte Module zur Anwendung kommen müssen;
  11. EDV-fähig sein, d.h. sowohl individuelle Patientenberichte als auch eine übergreifende Datenzusammenschau etwa für Jahresberichte generieren können.

Downloads:

  • Info Ergotherapeutisches Assessment => www.ergoas.de
  • Info Logopädisches Assessment
  • Info Physiotherapeutisches Assessment
  • Info Studien Assessment-Netzwerk

Projektmanagement:
S. Voigt-Radloff MSc, (Tel: 0761 270-7095) sebastian.voigt@uniklinik-freiburg.de

Mitarbeiter:
D. Schlennstedt, B. Schwer, I. Junde

Zusammenarbeit mit:
Dr. T. Schochat (Schweiz), Dipl. Psych. Dr. M. Wirtz (Methodenzentrum, Abteilung Rehabilitationspsychologie, Universität Freiburg), Dipl. Psych. Rainer Leonhart (Abteilung für Sozialpsychologie und Methodenlehre, Universität Freiburg)

Publikationen:

  • Voigt-Radloff S (2008) Use in Practice - Links between the German Occupational Therapy Assessment and ICF Codes. Bulletin of the World Federation of Occupational therapy. WFOT Bulletin 57, May: 17-25.
  • Baßler C, Lenohart R, Voigt-Radloff S (2008) Das Ergotherapeutische Assessment – Praktikabilität, inhaltliche Validität und interne Konsistenz des Selbsteinschätzungsbogen für Alltagstätigkeiten. ergoscience 3(1): 13-21.
  • Wirtz M, Voigt-Radloff S (2008) A Rasch-analysis of the unidimensionality of the ICF-oriented Occupational Therapy Assessment International Journal of Rehabilitation Research 31(1): 23-32.
  • Voigt-Radloff S, Leonhard R, Schochat T, Schlennstedt D, Heiss HW (2006) Psychometrische Testung des Physiotherapeutischen Assessment. Physikalische Medizin.
  • Voigt-Radloff S, Leonhart R, Schwer B, Junde I, Heiss HW (2005) Das Logopädische Assessment: Feldversuch zu psychometrischen Eigenschaften, Praktikabilität, Akzeptanz und Prozessqualität. Das Gesundheitswesen 67: 665-73.
  • Leonhart R, Akkad H, Seume C, Häußermann H, Voigt-Radloff S (2006) Die Domäne „Arbeitsrelevante Basisaktivitäten“ im Ergotherapeutischen Assessment: Feldversuch zu psychometrischen Eigenschaften, Praktikabilität, Akzeptanz und Prozessqualität (submitted)
  • Voigt-Radloff S, Heiss HW (2003) Abgestimmte therapeutische Assessment-Verfahren: Entwicklungsstatus und Ergebnisse am Beispiel des Ergotherapeutischen Assessment. Neurologie und Rehabilitation 9 (6): 280-5.
  • Heiss HW, Voigt-Radloff S, Schochat T (2003) Occupational Therapy Assessment (OTA): Validity and reliability for adults of various ages. European Journal of Geriatrics 5 (1): 23-9.
  • Schochat, Voigt-Radloff S, Heiss HW (2002) Psychometrische Analysen des Ergotherapeutischen Assessments. Das Gesundheitswesen 64: 343-354.
  • Voigt-Radloff S, Kiesinger A, Schochat T, (2003) Das Ergotherapeutischen Assessment - Implementierung in der Routine. Die Rehabilitation 42: 16-21.
  • Voigt-Radloff S, Schochat T, Heiss HW (2000) Das Ergotherapeutische Assessment: Feldstudie zu Akzeptanz, Praktikabilität und Prozeßqaulität. Rehabilitation 39: 255-61.
unterer Abschluss
Impressum