![]() |
Verdauungsstörungen
Die Anfälligkeit für Verdauungsstörungen steigt im höheren Lebensalter. Durch alterungsbedingte Veränderungen an der Darmschleimhaut sind viele ältere Menschen von Verdauungsstörungen verschiedenster Art betroffen. Die häufigsten Beschwerden sind Verstopfung (Obstipation), Durchfall (Diarrhoe), unwillkürlicher Stuhlabgang (Stuhlinkontinenz) bzw. Mangel- und Fehlernährung (Malnutrition). Ältere Menschen leiden fünf mal häufiger an Verstopfung als jüngere Erwachsene, Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Dafür gibt es viele Gründe: falsche Ernährung, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, Bewegungsmangel, ungünstige Toilettengewohnheiten und die Einnahme verschiedener Medikamente. Auch Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Depressionen oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) können eine Verstopfung begünstigen.
Mangelernährung gilt als eine der häufigsten und am wenigsten beachteten Erkrankungen im Alter. Beschwerden wie Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Antriebslosigkeit und Gewichtsabnahme sind nicht selten Folge einer Mangelernährung mit Energie- und Nährstoffen. Sie ist im höheren Lebensalter unter anderem durch eine Stoffwechselverlangsamung, Verringerung der Muskelmasse und relative Zunahme an Fettmasse gekennzeichnet. Gleichzeitig ist die körperliche Betätigung bei vielen Älteren meist reduziert und damit der Tagesenergiebedarf herabgesetzt. Der Bedarf an Nährstoffen- und Mineralstoffen ist jedoch erhöht bei gleichzeitiger Abnahme der Nahrungszufuhr. Daher benötigen Senioren eine Kost mit einer höherer Nährstoffdichte.
Das Unvermögen, Stuhl halten zu können (Stuhlinkontinenz), ist nicht so häufig wie die Harninkontinenz. Häufig weisen stuhlinkontinente ältere Menschen auch eine Harninkontinenz auf. Bei hochbetagten und insbesondere gerontopsychiatrisch erkrankten Älteren liegt die Stuhlinkontinenzrate bei bis zu 30% und führt nicht selten zu einer Pflegeheimaufnahme. Sie wird häufig für die Betroffenen und deren Umfeld als sehr belastend empfunden. In nur einem geringen Prozentsatz aller Fälle ist die Stuhlinkontinenz den behandelnden Ärzten bekannt. Aus Schamgefühl und Verunsicherung ziehen sich die Betroffenen aus dem sozialen Leben zurück. Dabei kann die Stuhlinkontinenz ein erstes Zeichen einer ernsten, möglicherweise heilbaren Erkrankung sein und sollte daher zügig abgeklärt werden. Für die Abklärung und Behandlung von Verdauungsstörungen ist unsere neuro-geriatrische Ambulanz zuständig.














