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Wir überwinden Grenzen

Referenzserien in der Prähistorischen Anthropologie

Zusammenstellung anthropologischer Skelettserien im Rahmen des Projekts „Standards zur Beurteilung des Gesundheitszustandes anhand von Biomarkern in historischem Skelettmaterial – Eine humanökologische Studie“.

Kontakt: Simone Ortolf, Ursula Wittwer-Backofen

Vorgehen

Zur Validierung anthropologischer Methoden sind geeignete Referenzserien mit der Möglichkeit, erzielte Ergebnisse zu verifizieren von enormer Wichtigkeit. Aufbauend auf der Zusammenstellung von Usher (2002) wurde nach weiteren Referenzserien recherchiert. Insgesamt konnten 75 anthropologische, osteologische, forensische und pathologische Sammlungen weltweit berücksichtigt werden. Die Zusammensetzung der Sammlungen wurde überprüft, sowie die Zeitstellung und die Quellenlage, woraus sich die bisherigen Untersuchungen bzw. die möglichen Forschungsansätze ergeben.

Ziel dieser Vorgehensweise war es, die unterschiedlichen Sammlungen nach einheitlichen Kriterien zu charakterisieren und letztendlich eine Aufstellung von Skelettserien zu erreichen, um das Forschungspotential der verschiedenen Referenzserien abschätzen und vergleichen zu können.

Bei der Recherche wurden folgende Sammlungen ausgeschlossen: a) Reine forensische Sammlungen und Sammlungen mit geringer Individuenanzahl (unter 50). b) Alle paläolithischen und archäologischen Sammlungen, welche aus Einzelfunden oder verschiedensten Grabungen bestehen und keinerlei historische Quellenlage aufweisen. C) Sammlungen, die entweder nur aus Schädeln oder anderen Teilskeletten bestehen oder nur eine eingeschränkte Altersklasse repräsentieren (z.B. nur Kinderskelette).

In einem letzten Schritt wurden die Serien aufgrund ihrer Zeitstellung und der vorhandenen Quellenlage gefiltert.

Folgende Kriterien wurden für die Auswahl der Serien berücksichtigt:

Zusammensetzung

Material, Zusammengehörigkeit, Anzahl der Individuen, Alters- und Geschlechtsverteilung

Zeitstellung und Herkunft

Jahrhundert der Grablege und möglichst genaue Angaben zur Friedhofsnutzung und Herkunft der Bestatteten

Quellenlage

schriftliche Quellen wie Geburts- und Sterberegister, Krankenberichte, Autopsieakten oder vergleichbares zur abgleichenden Identifikation der Individuen

Bisherige Untersuchungen und weitere Forschungsansätze

Kurzbeschreibung mit Literaturangaben.

Ergebnisse

Acht Skelettserien werden dem oben genannten Kriterienkatalog in weiten Teilen gerecht:

1. Coimbra Identified Skeletal Collection
Coimbra/Portugal

2. Collection de squelettes de références
Genf/Schweiz

3. St. Thomas Anglican Church
Belleville/Kanada

4. „Luís Lopes Collection“ am Bocage Museum
Lissabon/Portugal

5. Spitalfields
London/UK

6. Spitalfriedhof St. Johann
Basel/Schweiz

7. Terry Anatomical Skeletal Collection
Washington/USA

8. „Weisbach-Sammlung“ of the Museum of Natural History
Wien/Österreich