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Wir überwinden Grenzen

Aktuelle Veranstaltungen

Wintersemester 2019/2020

Vorlesung Biologische Anthropologie: Stammesgeschichte

Dozierende: Prof. Dr. Ursula Wittwer - Backofen

Zeit: Mi, 10:00-12:00 Uhr

Ort: Hebelstraße 29, Seminarraum

Ziel der Vorlesung ist es, die Prinzipien und Mechanismen der menschlichen Stammesgeschichte zu entwickeln, um zu einem Verständnis für die Interpretation relevanter  Fossilfunde zu gelangen. Dadurch werden kontrovers diskutierte Hypothesen zur Evolution und Ausbreitung früher Hominiden nachvollziehbar. Zudem sollen die Prozesse des Erkenntnisgewinnes durch neue Fossilfunde und Methoden, wie etwa der Molekularbiologie, dargestellt werden. Dies stellt eine Basis für die Möglichkeit dar, aktuelle Forschung in der menschlichen Stammesgeschichte zu verfolgen. Die Vorlesung stellt wesentliche evolutionäre Prozesse vom Tier-Mensch-Übergangsfeld bis zum anatomisch modernen Menschen dar. Darüber hinaus werden die Ausbreitung des anatomisch modernen Menschen, seine Anpassungsprozesse an die jeweiligen Umweltbedingungen, die Sesshaftwerdung und moderne evolutionäre Herausforderungen wie die Urbanisierung angesprochen.

Philosophisches Seminar/Biologische Anthropologie: Frauen-Männer-Menschen. Biologische Merkmale und soziale Konstruktionen im interkulturellen Vergleich.

Dozierende: Prof. Dr. Ursula Wittwer-Backofen und Prof. Dr. Regine Kather

Zeit: Do, 18:00-20:00 Uhr

Ort:  Hebelstraße 29, Seminarraum

Die Frage, was der Mensch ist, entscheidet darüber, wie er leben muss, um überleben und seine Möglichkeiten und Fähigkeiten entfalten zu können. Eine Reduktion auf biologische Mechanismen ist dabei ebenso unzureichend wie die umgekehrte Position, die nur kulturelle Bedingungen und deren historische Wandelbarkeit und Relativität im Blick hat. Einerseits ist der biologische Unterschied der Geschlechter, die Unterscheidung von Frauen und Männern, eine Grundlage für das Fortbestehen der Menschheit. Andererseits haben Kulturen seit jeher die sozialen Rollen ganz unterschiedlich verteilt. Das Geschlecht, so die radikale Formulierung von Judith Butler, sei daher nur eine Konstruktion und könne, so sieht es inzwischen die kanadische Verfassung, frei gewählt werden. Zu diesen Konstruktionen tragen, so die Evolutions- und Soziobiologie, die biologischen Interaktionen des Menschen mit seiner jeweiligen Umwelt bei. Auch in Deutschland gibt es heute die Wahl zwischen männlich, weiblich und divers. Zu diskutieren ist die Frage, ob das biologische Geschlecht irrelevant ist und biologische Mechanismen nicht doch Neigungen und Verhaltensmuster mitbestimmen, so etwa die Bindung an Kinder durch hormonelle Prozesse, die Unterschiede in der Vorliebe für social media und Computerspiele, bei der Ausübung von Leistungssport, im Umgang mit Gewalt und Kriminalität. Diese Unterschiede sind für die Gender-Debatte wiederum der Anlass, Fähigkeiten zu ontologisieren und eine Umwertung der Werte vorzunehmen: Weibliche Verhaltensmuster wie Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und Zugang zur Natur werden Frauen zugeschrieben, während Männer von Natur aus zu Dominanz, Macht und Aggression neigen. Während in früheren Jahrhunderten in der Regel Frauen Männern untergeordnet wurden und als weniger wert galten, so dass sie bei der Bildung ebenso wie in der medizinischen Versorgung oft vernachlässigt wurden, wurden beide inzwischen in Ethik und Recht aufgrund allgemeinmenschlicher Fähigkeiten gleichgestellt. Die Philosophin und Anthropologin M.Nussbaum versucht daher die Probleme der Gender-Debatte dahin gehend zu lösen, dass sie Überlappungen und Gemeinsamkeiten wieder stärker in den Blick rückt. Im Seminar sollen die verschiedenen Positionen präsentiert und diskutiert werden.

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