Zu den Inhalten springen

Klinik für Hals-, Nasen- und OhrenheilkundeHNO

Schlafmedizinische Versorgung an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Ein nicht erholsamer Schlaf kann die Lebensqualität der betroffenen Patienten deutlich beeinträchtigen und auch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Das Team des Schlaflabors der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde steht Ihnen zur weiteren Abklärung zur Verfügung und konzentriert sich dabei auf schlafbezogene Atmungsstörungen, also Schnarchen, Hypoventilationssyndrome sowie die obstruktive und zentrale Schlafapnoe.

Hierbei stehen uns verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, wobei die weitere Abklärung über die schlafmedizinische Sprechstunde organisiert wird. Je nach Befund kann auch eine Untersuchung im Schlaflabor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde erforderlich sein.

In unserer Klinik können wir Ihnen ein großes Spektrum an konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten anbieten. Wir arbeiten dabei unter anderem mit der Klinik für Pneumologie, der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik sowie schlafmedizinisch ausgebildeten Zahnärzten zusammen.

Sie können sich auch gerne in unserer schlafmedizinischen Sprechstunde vorstellen, wenn bei Ihnen bereits eine obstruktive Schlafapnoe diagnostiziert wurde, Sie jedoch mit Ihrer aktuellen Therapie unzufrieden sind. Hier können wir mit Ihnen alternative Therapieformen, wie etwa einen oberen Atemwegsstimulator (Zungenschrittmacher), besprechen.

In unserer schlafmedizinischen Sprechstunde bieten wir Ihnen eine umfassende Abklärung Ihrer Schlafprobleme an. Neben einer sorgfältigen Anamnese, die durch entsprechende Fragebögen ergänzt werden kann, stehen uns folgende diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung:

• Endoskopische Untersuchung der oberen Atemwege

• Ambulante Schlafuntersuchung (Polygraphie, WatchPAT)

• Schlafvideoendoskopie

Eine Vielzahl von Schlafstörungen kann bereits ambulant diagnostiziert und behandelt werden. Sollten sich hier weiter abklärungsbedürftige Befunde ergeben erfolgt eine ausführliche Diagnostik im Schlaflabor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde.

Sprechzeiten:
mittwochs, 12:00 - 16:00 Uhr
nach Vereinbarung

Terminvereinbarung:
Telefon: 0761 270-42310
Fax:       0761 270-42380
E-Mail:  hno.schlaflabor@uniklinik-freiburg.de

Schlaflabor der Hals-Nasen-Ohrenklinik

In unserem Schlaflabor und der Schlafsprechstunde bieten wir Ihnen Diagnostik, Therapie und Begutachtung von Schlafstörungen und schlafbezogenen Atmungsstörungen an. Das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Schlafstörungen ist sowohl im Hinblick auf Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall, als auch für die Arbeits- und Verkehrssicherheit von großer Bedeutung.

Ambulante Untersuchung

Vor einem Aufenthalt im Schlaflabor wird in der Regel im Rahmen einer ambulanten Voruntersuchung eine Screening-Untersuchung (Polygraphie) durchgeführt. Abhängig vom Ergebnis entscheidet der behandelnde Arzt danach über eine weiterführende Untersuchung im Schlaflabor. Die Untersuchung findet in der gewohnten häuslichen Umgebung statt und umfasst Messungen vom Atemfluss der Nase, dem Sauerstoffgehalt des Blutes, Atembewegungen vom Brustkorb sowie Schnarchgeräusche. Viele Schlafstörungen können bereits ambulant diagnostiziert und behandelt werden. Hier kommt es besonders auf die individuelle Beratung des Patienten an. In unserer schlafmedizinischen Spezialsprechstunde in der Hochschulambulanz stehen Ihnen ausgebildete Schlafmediziner zur Seite.

Untersuchung und Behandlung im Schlaflabor

Am Aufnahmetag kommen Sie in das Schlaflabor der HNO-Klinik in der 6. Etage (Station Killian Nord). Sie erhalten dort ein Einzelzimmer in den gegenüberliegenden Räumen. Je nach Beschwerdesymptomatik und Fragestellung erfolgen schlafmedizinische Untersuchungen auch am Tage, um beispielsweise Tagesschläfrigkeit oder -müdigkeit zu messen. Im Schlaflabor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde wird Ihnen ein großes Spektrum an konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten (bis hin zur Stimulationstherapie der oberen Atemwege) angeboten. Bei speziellen Fragestellungen arbeiten wir interdisziplinär mit Fachkollegen der verschiedenen Kliniken und Institute des Universitätsklinikums zusammen. Besonders wichtig ist uns die Zusammenarbeit mit unseren niedergelassenen Kollegen, die tagtäglich mit verschiedenen schlafmedizinischen Fragestellungen konfrontiert werden.

Von der Diagnose einer obstruktiven Schlafapnoe zum Zungenschrittmacher

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine verbreitete Erkrankung – 6% aller Frauen und 13% aller Männer sind davon betroffen. Hierbei kommt es im Schlaf zu einem Erschlaffen der Zunge und der Weichgewebe im Hals, so dass der obere Atemweg kollabiert und dadurch verengt oder verschlossen wird. Es kommt somit im Schlaf zu Minderatmungen und Atemstillständen, die einen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut verursachen. Unser Körper und unser Gehirn reagieren darauf mit sogenannten Aufweckreaktionen, die vergleichbar zu Alarmreaktionen „beim Ersticken“ sind. Dies führt zu einer Unterbrechung des Schlafes und verhindert einen erholsamen Schlaf. Auch führen diese Alarmreaktionen zu einer Belastung des Herz-Kreislaufsystems, was das Risiko deutlich erhöht, im weiteren Verlauf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu entwickeln. Auch Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) werden hierdurch gefördert. Für die Therapie der obstruktiven Schlafapnoe hat sich die nächtliche Überdrucktherapie (CPAP, APAP, BIPAP) bewährt. Diese wird jedoch von einer Reihe der Patienten nicht vertragen. Für diese Patienten ist die Stimulationstherapie oder oberen Atemwege (auch Zungenschrittmacher oder Nervus hypoglossus-Stimulator) eine Alternative.

Wie funktioniert der Zungenschrittmacher?

Im Schlaf sinkt die Muskelspannung und der obere Atemweg fällt zusammen, er kollabiert. Der Schrittmacher stimuliert den Unterzungennerv (Nervus hypoglossus), der die Zungenmuskulatur versorgt. Durch diese Stimulation wird die kollabierte Muskulatur aktiviert, der Zungengrund wird flacher und die Zunge kommt nach vorne. Dadurch verschließt die Zunge nicht mehr den Atemweg und Atemaussetzer werden verhindert (Abbildung 1). Das Therapie-System besteht aus einem Atemsensor und einer Stimulationselektrode, die mit einem Schrittmacher verbunden sind (Abbildung 2). Das Therapie-System wird bei geeigneten Patienten in einem kurzen Krankenhausaufenthalt implantiert. Gesteuert wird das System mit einer Fernbedienung, die man auf den Schrittmacher auflegt und das System ein- und ausschaltet (Abbildung 3). Das Therapie-System ist unter bestimmten Bedingungen Kernspin-tauglich, etwa so groß wie ein Herz-Schrittmacher, hat eine Funktionsdauer von bis zu 11 Jahren und seine Wirksamkeit ist durch zahlreiche Studien belegt.

Abbildung 1

Abbildung 2

Abbildung 3


Eine Beratung sowie die Organisation der erforderlichen Voruntersuchungen erfolgt im Rahmen der schlafmedizinischen Sprechstunde. Sie können uns auch gern Ihre Anfrage per E-Mail zusenden.

Prof. Dr. Christian Offergeld

Leitung des Schlaflabors

Informationen zu Prof. Offergeld

PD Dr. med. Benedikt Hofauer

Benedikt Hofauer leitet zusammen mit Prof. Offergeld das Schlaflabor der HNO-Klinik und beschäftigt sich vorwiegend mit Therapiealternativen zur PAP-Therapie. Er habilitierte sich über das Thema „Die Stimulationstherapie der oberen Atemwege in der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe“. Für seine Untersuchungen zum Effekt der Stimulationstherapie der oberen Atemwege auf die Schlafarchitektur bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe erhielt er 2017 den Nachwuchsförderpreis Schlafforschung der Deutschen Gesellschaft für Schlaf-forschung und Schlafmedizin.

Mitgliedschaften: Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V., Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, International Surgical Sleep Society

Christina Thurow

Examinierte Krankenschwester

Kontakt


Anschrift

Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Freiburg
Killianstraße 5
79106 Freiburg

Termine für die Schlafsprechstunde
Sprechzeiten: mittwochs, 12:00-16:00 Uhr nach Vereinbarung
Telefon: 0761 270-42310
Fax:        0761 270-42380
E-Mail:  hno.schlaflabor@uniklinik-freiburg.de

Termine für die Zungenschrittmacher-Sprechstunde
Sprechzeiten mittwochs, 12:00-16:00 Uhr nach Vereinbarung
Telefon: 0761 270-42310
Fax:        0761 270-42380
E-Mail:  hno.schlaflabor@uniklinik-freiburg.de
hno.zungenschrittmacher@uniklinik-freiburg.de

Termine für die PAP-Sprechstunde
Sprechzeiten: donnerstags und freitags, 10:30-12:00 Uhr nach Vereinbarung
Christina Thurow
Telefon: 0761 270-70620
Fax:        0761 270-42380
E-Mail:  christina.thurow@uniklinik-freiburg.de