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Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

Forschung

Genetik der Koronaren Herzkrankheit

Genetik der Koronaren Herzkrankheit

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) gehört zu den führenden Ursachen für Tod und Invalidität in der Welt, wobei aufgrund des wirtschaftlichen Fortschrittes in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit einem weiteren Anstieg der Zahlen zu rechnen ist. Anhand von Zwillingsstudien, Familienanalysen und tierexperimentellen Ansätzen ist erwiesen, dass der genetische Hintergrund einen nicht unerheblichen Beitrag zur KHK leistet. Aus der Aufklärung dieses genetischen Hintergrundes erhoffen wir uns Fortschritte in den folgenden Bereichen:

  • Klärung der pathophysiologischen Grundlagen und damit einhergehend die Identifizierung neuer Ziele für eine medikamentöse Therapie.
  • Erstellung eines genetischen Risikoprofiles und damit die Möglichkeit einer frühzeitigen und gezielten Prävention, wie schon erfolgreich am Beispiel der familiären Hypercholesterinämie gezeigt wurde.
  • Aufklärung der Wechselwirkung zwischen genetischer Prädisposition und Ansprechen auf medikamentöse Therapie.

Ein Ansatz, Suszeptibilitätsgene zu identifizieren, ist die Assoziationsuntersuchung von Kandidatengenen in Fall-Kontroll- bzw. Verlaufsstudien. Die Untersuchung erfolgt entweder genomweit mit Hilfe von Microarrays oder mittels der Analyse von genetischen Variationen innerhalb einzelner Gene.

Wir arbeiten vorrangig mit zwei Studien:

a) In der LUdwigshafen RIsk and Cardiovaskular Health (LURIC) Studie wurden zwischen Juni 1997 und Januar 2000 im Herzzentrum Ludwigshafen 3316 Patienten, die sich dort einer Koronarangiographie unterzogen, rekrutiert. Es handelt sich dabei um eine prospektive Kohortenstudie. Die LURIC Studie ist inzwischen Teil der Coronary ARtery DIsease Genome-Wide Replication And Meta-Analysis (CARDIoGRAM) Study mit 22000 Fällen und 60000 Kontrollen. Die Analyse erfolgt in Kooperation mit Prof. W. März (Mannheim, Eppelheim), Prof. B.R. Winkelmann (Frankfurt) und Prof. B.O. Böhm (Ulm).

b) Für die 4D Studie, Die Deutsche Diabetes Dialyse Studie wurden zwischen März 1998 und Oktober 2002 1255 Patienten rekrutiert. Hier handelt es sich um eine randomisierte, Plazebo kontrollierte Studie zum Einfluß von Atorvastatin auf die Überlebensrate von dialysepflichtigen Diabetikern. Die Analyse erfolgt in Kooperation mit Prof. C. Wanner (Würzburg).

PD Dr. rer.nat. Michael M. Hoffmann

Forschungsgruppe Hoffmann