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Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

Lipidambulanz

Herz-Kreislauferkrankungen sind in Deutschland immer noch die häufigsten Todesursachen für Männer und Frauen. Zu den Herz-Kreislauferkrankungen zählen die Verengung der Herzkranzgefäße (KHK), der Herzinfarkt, die Verengung der Beinschlagadern (periphere arterielle Verschlusskrankheit, Schaufensterkrankheit), die Verengung der hirnversorgenden Gefäße und der Schlaganfall (Apoplex).

An ihrer Entstehung sind unterschiedliche Risikofaktoren beteiligt. Die Hauptrisikofaktoren sind Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Rauchen, Alter und eine genetische Veranlagung. Von diesen Risikofaktoren lassen sich einige durch eine gesunde Ernährung, einen gesunden Lebensstil und wenn erforderlich auch durch Medikamente beeinflussen. Andere dagegen, wie die genetische Veranlagung oder das Alter sind nicht beeinflussbar. Die Entwicklung einer Herz-Kreislauferkrankung hängt vom persönlichen Risikoprofil ab.

In unserer Lipidambulanz beurteilen wir anhand der Krankengeschichte, der körperlichen Untersuchung, einer speziellen Laboranalytik und ggf. Zusatzuntersuchungen ihr Risikoprofil und geben dem kardiovaskulären Gesamtrisiko entsprechende individuell auf Sie abgestimmte Therapieempfehlungen. Unser Schwerpunkt liegt in der Differentialdiagnostik der Lipoproteine (Blutfette). Im Blut untersuchen wir mit verschiedenen Analysemethoden (Lipidelektrophorese, Ultrazentrifugation) die Konzentration und Qualität der unterschiedlichen Lipoproteine. Für spezielle Fragestellungen können wir auch Untergruppen der Lipoproteine (Subfraktionen) bestimmen.

Die wesentlichen Blutfette sind Cholesterin und Triglyzeride. Cholesterin braucht der Körper zum Einbau in die Zellmembran, sowie zur Herstellung von Gallensäuren und bestimmten Hormonen. Triglyzeride dienen vor allem als Energielieferanten für die Muskulatur und als Energiespeicher im Fettgewebe.

Beim Cholesterin unterscheiden wir unter anderem LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin. Vor allem ein erhöhtes LDL-Cholesterin ist für die Atherosklerose (Gefäßverkalkung) der Blutgefäße verantwortlich. Es kann sich in der Wand der Blutgefäße ablagern und dort zu einer Verengung führen. HDL-Cholesterin dagegen wird auch schützendes Cholesterin genannt. HDL transportieren abgelagertes Cholesterin aus den Gefäßwänden wieder zurück in die Leber. Über die Leber wird Cholesterin umgebaut und ausgeschieden.

Bei sehr hohen Triglyzeridspiegeln im Blut (> 1000 mg/dl) kann es zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kommen. Triglyzeride können sehr gut durch eine angepasste Ernährung, vermehrte körperliche Bewegung/Sport und Gewichtsnormalisierung gesenkt werden.

In Zusammenarbeit mit unserer nephrologischen Klinik betreuen wir seit vielen Jahren Patienten, bei denen eine Lipidapherese-Therapie (Blutwäsche zur Entfernung von Blutfetten) durchgeführt wird. Für einen Erstantrag zur Lipidapherese erstellen wir gerne ein Gutachten „Unabhängige lipidologische Beurteilung“ zur Vorlage bei der Apheresekommission der Kassenärztlichen Vereinigung / der Krankenversicherung. Der Patient sollte sich dazu persönlich in unserer Ambulanz vorstellen, in Ausnahmefällen können uns die erforderlichen Unterlagen auch zugeschickt werden. Link zur Checkliste

Risikofaktoren für Atherosklerose

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Genetische Veranlagung

Durch Lebensstilumstellung beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel

Durch Lebensstilumstellung und ggf. durch Medikamente beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Erhöhtes Cholesterin
  • Erhöhte Triglyzeride (Neutralfette)
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus

Postanschrift

Universitätsklinikum Freiburg
Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin
Lipidambulanz
Hugstetter Straße 55

79106 Freiburg

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Sandra Knackstedt