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Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter

AG Therapie-Forschung

"Treatment of childhood and adolescent Anorexia Nervosa – Day treatment vs. Inpatient treatment (BMBF-ANDI)"

Einführung

Die vorliegende Studie ist die erste klinische Multi-Center-Studie zum Vergleich von Langzeiteffekten zweier unterschiedlicher Behandlungssettings für die nicht-chronische Anorexia Nervosa (AN) im Kindes- und Jugendalter. Verglichen wird die Wirksamkeit einer tagesklinischen Behandlung mit der stationären Behandlung. Finanziert wird die Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Bis zu einem Viertel aller stationären Patienten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie leidet an Anorexia Nervosa. Viele von ihnen erleiden im Verlauf der Erkrankung mehrere Rückfälle und benötigen damit wiederholt stationäre Behandlungen. Aufgrund des hohen individuellen Leidensdruckes und der hohen Kosten der oft langwierigen stationären Behandlung der Pubertätsmagersucht, ist die empirische Überprüfung von alternativen und eventuell kostengünstigeren Behandlungsstrategien dringend erforderlich.

In einer Pilot-Studie aus England ergaben sich Hinweise darauf, dass eine tagesklinische Behandlung bei der jugendlichen Anorexia nervosa zu einer verringerten Rückfallrate führen könnte. Es wird vermutet, dass durch den teilweisen Verbleib der Patientinnen in den alltäglichen Beziehungsgefügen von Familie und Freundeskreis das Wiedererlernen einer geregelten und ausreichenden Nahrungsaufnahme im Alltag schneller und besser gelingt als im Rahmen einer vollstationären Behandlung. Zudem werden hierdurch möglicherweise soziale Kompetenz und Selbstwertgefühl der Patientinnen stabilisiert, und somit wichtige Ursachen für einen Rückfall verringert.

In der vorliegenden Studie soll überprüft werden, ob ein tagesklinisches Behandlungssetting vergleichbar effektiv wie das zurzeit übliche Standardverfahren der stationären Behandlung ist. Abhängige Variable zur Messung der Effektivität der Behandlung ist in erster Linie der BMI der Patientin ein Jahr nach Beginn der Behandlung. Zusätzlich wird anhand zahlreicher psychometrischer Verfahren das psychopathologische Zustandsbild erhoben.

Zu Beginn steht eine dreiwöchige Phase somatischer Stabilisierung, die für alle Patientinnen im stationären Setting stattfindet. Erfahrungsgemäß sind somatische Komplikationen wie Dehydrierung, Elektrolytverschiebungen, Bradykardie oder Untertemperatur in diesem Zeitraum soweit stabilisiert, dass aus medizinischer Sicht ein weiterer stationärer Aufenthalt nicht mehr zwingend erforderlich ist. Nach der dreiwöchigen Stabilisierungsphase erfolgen die Erhebung der Baseline-Daten sowie anschließend der Übergang in einen der beiden Behandlungsarme.

Die Randomisierung erfolgt zentral vom Koordinationszentrum für Klinische Studien (KKS) am Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie (Leiter Prof. Dr. Schäfer) aus. Da der BMI zu Beginn der Behandlung ein wichtiger Prädiktor für den weiteren Verlauf ist, wird der BMI bei der Randomisierung als Grundlage zur stratifizierten Zuweisung in parallelisierte Gruppen genutzt. Das Randomisierungsverfahren findet bereits zu Beginn der Stabilisierungsphase statt. Zwei Wochen nach der Aufnahme wird Therapeuten, Patientinnen und deren Eltern die Gruppenzuteilung bekannt gegeben. Nach einer weiteren Woche erfolgt dann der Übergang in das entsprechende Setting. Hiermit soll einerseits gewährleistet werden, dass die Stabilisierungsphase nicht zu sehr unter den Eindruck der Randomisierungsentscheidung steht. Andererseits wird den Probanden und ihren Eltern ermöglicht, sich auf das jeweilige Behandlungssetting einstellen zu können.

In ihrem jeweiligen Behandlungsarm erhalten die Patientinnen die gleiche 12-wöchige Behandlung. Hierbei handelt es sich um ein manualisiertes multi-modales Behandlungsprogramm mit klar definierten Bausteinen, das von ausgebildeten und supervidierten interdisziplinären Teams durchgeführt wird. Nach der Erhebung deskriptiver Variablen zum ersten follow-up nach 12 Wochen wird die tagesklinische oder stationäre Behandlung gegebenenfalls bis zum Erreichen der Zielgewichts (25. BMI-Perzentile) fortgesetzt.

Anschließend werden beide Patientinnengruppen im ambulanten Rahmen bis mindestens ein Jahr nach dem Zeitpunkt der Randomisierung behandelt. Zum Zeitpunkt des 1-Jahres-follow-up wird der BMI ein Jahr nach der Randomisierung erhoben.

Alle beschriebenen Behandlungskomponenten werden nach manualisierten Vorgaben bezüglich Quantität und Inhalt durchgeführt. Das Programm geht konform mit den aktuellen deutschen und britischen Leitlinien zur Behandlung von AN. Diese empfehlen einen multimodalen Ansatz, wobei zunächst lebensbedrohliche Faktoren auszuräumen sind. Sobald sich die Patienten in einem Zustand befinden, im dem psychotherapeutische Zugänge möglich sind, sollte eine Kombination aus Ernährungstherapie (regelmäßige Gewichtskontrollen, Ernährungs- und Bewegungsprotokolle, Hilfestellungen beim Essen (z.B. durch Essenspläne, Modellessen, Familienessen, Begleitung bei Essen in anderen Kontexten), Psychoedukation und Ernährungsberatung) und Psychotherapie (kognitiv-behavioraler Psychotherapie (CBT) sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting, zusätzlich soziale Kompetenzgruppen, Entspannungsverfahren) erfolgen. punkt der Randomisierung behandelt.

Zum Zeitpunkt des 1-Jahres-follow-up wird der BMI ein Jahr nach der Randomisierung erhoben. Alle beschriebenen Behandlungskomponenten werden nach manualisierten Vorgaben bezüglich Quantität und Inhalt durchgeführt. Das Programm geht konform mit den aktuellen deutschen und britischen Leitlinien zur Behandlung von AN. Diese empfehlen einen multimodalen Ansatz, wobei zunächst lebensbedrohliche Faktoren auszuräumen sind. Sobald sich die Patienten in einem Zustand befinden, im dem psychotherapeutische Zugänge möglich sind, sollte eine Kombination aus Ernährungstherapie (regelmäßige Gewichtskontrollen, Ernährungs- und Bewegungsprotokolle, Hilfestellungen beim Essen (z.B. durch Essenspläne, Modellessen, Familienessen, Begleitung bei Essen in anderen Kontexten), Psychoedukation und Ernährungsberatung) und Psychotherapie (kognitiv-behavioraler Psychotherapie (CBT) sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting, zusätzlich soziale Kompetenzgruppen, Entspannungsverfahren) erfolgen.

Leitung

Prof. Dr. med. Christian Fleischhaker

Mitarbeiter

Gemeinsame Postanschrift:
Klinik KJPP
Prof. Dr. C. Fleischhaker
Hauptstr. 8
D-79104 Freiburg

NameFunktionE-Mail
Frau Dipl.Psych. Anke MurphyDiagnostik und Therapieanke.murphy@uniklinik-freiburg.de
Frau Dipl.Soz. Karin BockDiagnostik und Koordinationkarin.bock@uniklinik-freiburg.de

Kooperationspartner und zentrale Studienleitung

Links

  • Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Flyer

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter

Hauptstraße 8
79104 Freiburg

 

Ambulanzanmeldung

Telefon:0761 270-68730
Mo-Do:8:00 - 16:30 Uhr
Fr:8:00 - 15:00 Uhr
Info
Ärztlicher Direktor

Prof. Dr. Eberhard Schulz

 

Sekretariat:

Kathrin Muck-Schatten
Telefon: 0761 270-65550
Telefax: 0761 270-69490
E-Mail: kathrin.muck-schatten@uniklinik-freiburg.de