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Klinik für Innere Medizin IHämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation

Hodgkin-Lymphom

Was ist ein Hodgkin-Lymphom?

Das Hodgkin-Lymphom (ehemals Morbus Hodgkin oder Lymphgranulomatose genannt) gehört zu der großen Gruppe der malignen (bösartigen) Lymphome, mit sehr guten Heilungsaussichten. Dabei entarten Zellen des sog. lymphatischen Systems, welches eine zentrale Rolle in der Abwehr z.B. von Infektionen spielt. Das Hodgkin-Lymphom unterscheidet sich dabei von den Non-Hodgkin-Lymphomen durch den Nachweis von Sternberg-Riesenzellen bzw. Hodgkin-Zellen in der mikroskopischen Untersuchung, die bei den Non-Hodgkin-Lymphomen nicht zu finden sind.

Die Hodgkin-Lymphome machen zu Beginn häufig nur geringe Beschwerden, die sich nicht unmittelbar einer bestimmten Krankheit zuordnen lassen. Häufig führen schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten den Patienten zum Arzt. Oft bestehen auch Symptome wie: häufige Erkältungen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitverlust. Tritt eine Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder Fieber ohne Infekt auf, spricht man auch von so genannten B-Symptomen. Typische Symptome eines Hodgkin-Lymphoms können Juckreiz und der so genannte Alkoholschmerz (Schmerzen in Lymphknoten nach Alkoholgenuss) sein, wobei insbesondere der Alkoholschmerz nur sehr selten vorkommt. Weitere Beschwerden hängen insbesondere davon ab, welche Regionen des lymphatischen Systems von der Erkrankung betroffen sind.

Ursachen

Die Ursache der Hodgkin-Lymphome ist auch aktuell noch nicht befriedigend erklärt. Bei einem Teil der Hodgkin-Lymphome lassen sich Anteile des EBV-Virus, welches z.B. für das sog. Pfeiffersche-Drüsenfieber verantwortlich ist, im Genom der Hodgkin-Zellen nachweisen, wodurch Veränderungen in der Zelle hervorgerufen werden, die zu einem unkontrolliertem Zellwachstum führen können. Bei mehr als der Hälfte der Hodgkin-Lymphome lässt sich allerdings das Virus nicht in der Hodgkin-Zelle nachweisen, sodass bei diesen fällen die Ursache unklar bleibt.

Diagnose

Der Verdacht auf ein Hodgkin-Lymphom stellt sich bei über längere Zeit bestehenden Lymphknotenvergrößerungen, die nicht durch eine Infektion erklärbar sind und/oder einer Symptomatik, wie zuvor beschrieben. Auf Grund des Verdachtes, dass es sich um ein malignes Lymphom handeln könnte, sind weitergehende Untersuchungen notwendig. Dazu gehören unter anderem Blutuntersuchungen, Ultraschall, Röntgen, Computertomografie, ggf. PET-CT und/oder MR und als wichtigste diagnostische Maßnahme, die Entfernung eines vergrößerten Lymphknotens zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie). Dadurch kann in der Regel eine Zuordnung zu den verschiedenen Lymphomarten erfolgen. In Deutschland erfolgt, nach Bestätigung der Diagnose eines Hodgkin-Lymphoms, eine Untersuchung der Knochenmarks mittels einer Knochenmarkpunktion, zum Ausschluss einer Infiltration des Knochenmarks durch das Lymphom. Zusätzliche Untersuchungen (z.B. EKG, Lungenfunktion, Herzecho) dienen zur Überprüfung der Organfunktion vor einer eventuell durchzuführenden Therapie.

Auf Grund der durchgeführten Untersuchungen erfolgen eine Stadieneinteilung sowie das Erkennen von Risikofaktoren, welche die Grundlage für eine optimale Therapie des Hodgkin-Lymphoms darstellen. Das Stadium richtet sich nach der Zahl der befallenen Lymphknotenregionen, ob ein Befall auf einer oder beiden Seiten des Zwerchfells vorliegt, ob Organe außerhalb des lymphatischen Systems befallen sind (z.B. Knochenmark, Lunge) sowie dem Fehlen oder Vorhandensein von B-Symptomen (siehe oben). Man kann aufgrund der zuvor genannten Kriterien 4 Stadien definieren (Stadium I-IV mit dem Zusatz A oder B).

Zusätzlich werden beim Hodgkin Lymphom sog. Risikofaktoren definiert, welche unabhängig vom Stadium, die Prognose verschlechtern können und evtl. zu einer aggressiveren Therapie führen können. Es handelt sich dabei um eine stark erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit, den Befall von mehr als 3 Lymphknotenarealen, einen großen Mediastinaltumor sowie einen extranodalen Befall.

Auf Grund des Stadiums und der Risikofaktoren erfolgt eine Einteilung in eine Gruppe mit geringem Risiko, einer Gruppe mit mittlerem Risiko und einer Hochrisikogruppe, wobei die Dauer und Intensität der Therapie von der Niedrigrisikogruppe zur Hochrisikogruppe zunimmt.

Therapien

Wie schon erwähnt, gehört das Hodgkin-Lymphom zu den am besten heilbaren bösartigen Erkrankungen im Erwachsenenalter.

Die bisherige Standardtherapie besteht in der Gruppe mit niedrigen und mittleren Risiko in einer Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie, wobei die Strahlentherapie nach Abschluss der Chemotherapie durchgeführt wird. Patienten, die der Gruppe mit hohem Risiko zuzuordnen sind, werden i.d.R. durch eine alleinige, allerdings auch aggressivere Chemotherapie therapiert. Auf Grund der aggressiveren Chemotherapie muss nur noch in Einzelfällen nach Abschluss der Chemotherapie eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Dies hängt vom Ergebnis der Abschlussuntersuchung nach erfolgter Chemotherapie ab. Als Entscheidungskriterium kann heute das Ergebnis einer sog. PET Untersuchung herangezogen werden, welches noch aktives Lymphomgewebe nach Therapieende zeigen kann.

Im Rahmen der aktuellen Studien (HD16 und 17) der deutschen Hodgkin-Studiengruppe, an der auch wir teilnehmen, wird der Einsatz der PET bei Patienten mit niedrigem und mittleren Risiko dahingehend geprüft, ob bei den Patienten, die in der PET kein aktives Lymphomgewebe nach Chemotherapie mehr aufweisen, auf eine zusätzliche Strahlentherapie evtl. verzichtet werden kann. Bei Patienten mit hohem Stadium wird in der aktuellen Studie (HD18) geprüft, ob bei Patienten mit negativem PET-Befund nach 2 Zyklen einer Chemotherapie, evtl. zukünftig die Chemotherapie deutlich reduziert werden kann.

Nach Beendigung der Therapie erfolgen, in vorgegebenen zeitlichen Abständen, klinische und apparative Verlaufskontrollen. Diese sollen zum einen frühzeitig ein Wiederauftreten der Erkrankung erkennen und zum anderen das Auftreten möglicher Folgeschäden, die als Folge der durchgeführten Therapie auftreten können, erkannt werden.

Sowohl die Planung der Staginguntersuchungen, das Festlegen der Therapie, als auch die Nachsorge, erfolgen in unserer Spezialsprechstunde für Hodgkin Lymphome, die von OA Dr. Heinz betreut wird.

Terminvereinbarung

Ansprechpartner

Frau B. Hartmann
Telefon+49 (0) 761 270-34050
Telefax+49 (0) 761 270-32060
barbara.hartmann@uniklinik-freiburg.de