Zu den Inhalten springen

Klinik für Innere Medizin IHämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation

Tumoren des Zentralen Nervensystems (ZNS)

Was sind ZNS-Tumoren?

Zum zentralen Nervensystem (ZNS) werden das Gehirn und das Rückenmark gerechnet. Bösartige Tumoren können an unterschiedlichen Lokalisationen auftreten, nämlich im Gehirn, an den Hirnnerven, im Bereich des Hirnstamms oder im Rückenmark.

ZNS-Tumoren sind seltene Erkrankungen mit sechs Neuerkrankungen pro 100.000 Bundesbürgern pro Jahr. Dabei existieren zwei Häufigkeitsgipfel, der erste zwischen dem 5. und 10. Lebensjahr und der zweite zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr. Da viele verschiedene Zelltypen im ZNS vorliegen und prinzipiell jede davon entarten kann, sind eine Vielzahl von verschiedenen ZNS-Tumoren mit jeweils unterschiedlichem Wachstumsverhalten, Therapie und Prognose bekannt. Eine Untergruppe stellen die ZNS-Lymphome dar, auf deren ausführliche Besprechung wir an anderer Stelle verweisen.

Ursachen

Eine genetische Veranlagung spielt nur selten eine Rolle bei der Entstehung von ZNS-Tumoren. Zu den Risikofaktoren zählen eine Exposition zu ionisierender Strahlung sowie Vinylchlorid, fraglich ist die Assoziation zu Pestiziden, Herbiziden und Produkten aus Erdgas und Erdöl.

Diagnose

Die Symptome sind meistens unspezifisch mit Auftreten von Kopfschmerzen, Sehstörungen, Erbrechen, psychischen Störungen, Wesensveränderung, Schwindel oder Krampfanfällen. Abhängig von der Lokalisation des ZNS-Tumors können weitere Symptome hinzukommen, die durch die Beeinträchtigung eines bestimmten Hirn- bzw. Rückenmarkareals oder Hirnnerven ausgelöst werden, z.B. eine Halbseitenlähmung, Sprach- oder Hörstörungen.

Nach einem ausführlichen Arztgespräch und einer gründlichen körperlichen Untersuchung, die eine genaue neurologische Untersuchung beinhaltet, folgt weitere Diagnostik. Dazu zählen die Durchführung eines Elektroenzephalogramms (EEG), mit dem die Hirnströme gemessen werden, Schnittbildgebung mit Computer- oder besser Kernspintomographie (CT/MRT) sowie gegebenenfalls eine Darstellung der Hirnblutgefäße (Angiographie). Bei einigen Patienten können durch Punktion von Liquor , einer Körperflüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umspült, weitere Hinweise auf das Vorliegen einer bösartigen Erkrankung gewonnen werden. Um die Diagnose und den Subtyp durch den Pathologen definitiv bestimmen zu lassen, ist die Gewinnung einer Gewebeprobe (Biopsie) notwendig, die heutzutage häufig durch einen minimal-invasiven operativen Eingriff, d.h. schonend erhalten werden kann.

Therapie

Vor Durchführung der eigentlichen Therapie zur Tumorentfernung kann symptomatisch durch Gabe von Kortison eine Besserung einer oft begleitenden Hirnschwellung erreicht werden. Bei Auftreten von Krampfanfällen werden antiepileptische Medikamente eingesetzt.

Die weitere Therapie ist abhängig vom Subtyp des ZNS-Tumors sowie vom Ausbreitungsgrad. Therapie der Wahl ist die operative Entfernung des Tumors. Weitere Optionen sind Strahlen- oder Chemotherapie, wobei häufig Kombinationen der verschiedenen Therapieansätze genutzt werden. Neue Optionen sind der Einsatz von Antikörpern oder Tyrosinkinase-Inhibitoren, in Zukunft kommen evtl. gentherapeutische Ansätze hinzu.

Für weiterführende Informationen bitten wir um Kontaktaufnahme mit Prof. Dr. von Bubnoff

Terminvereinbarung

Ansprechpartner

Frau B. Hartmann
Telefon+49 (0) 761 270-34050
Telefax+49 (0) 761 270-32060
barbara.hartmann@uniklinik-freiburg.de