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TIPS

Angiographisches Bild nach der TIPS-Anlage

Die Leber spielt im menschlichen Körper eine wichtige Rolle. In dem Organ werden Nährstoffe verstoffwechselt und viele für den Körper giftige Stoffe umgewandelt, damit sie später ausgeschieden werden können. Das Blut aus dem Magen, dem Pankreas, der Milz des Dünndarms und auch aus Teilen des Dickdarms gelangt über die Pfortader zur Leber. Bei manchen Erkrankungen, vor allem bei einer Leberzirrhose, ist jedoch genau dieser Blutfluss gestört, wodurch der Blutdruck im Pfortadersystem erhöht wird. Das kann einen Rückstau von Blut zur Folge haben, bevor es die Leber erreicht. So verbleiben Stoffe im Blutkreislauf, die eigentlich hätten verstoffwechselt werden müssen. Solch ein Pfortaderhochdruck, auch portale Hypertension genannt, kann deshalb schwerwiegende Folgen für Betroffene haben. Auch das Budd-Chiari-Syndrom, bei dem es zum Verschluss der abführenden Blutgefäße der Leber kommt, führt zu diesem Effekt. Des Weiteren können Blutgerinnsel (Thrombosen) in der Pfortader entstehen, die falls sie dort sich nicht auflösen, auch zu einer portalen Hypertension führen können.

Einigen Patienten hilft in solcher einer Situation nur noch das Einsetzen eines Shunts, des transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS). Dabei handelt es sich um einen kleinen Metallstent, der nach dem Eingriff eine künstliche Verbindung zwischen der Pfortader und den abführenden Lebervenen darstellt. Die TIPS-Anlagen finden unter der kontinuierlichen Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmittel statt. Eine klassische Narkose, wie zu einer Operation, ist nicht notwendig.

Die TIPS-Anlage ist ein Verfahren, das 1989 von einer Arbeitsgruppe um Prof. Martin Rössle in Freiburg mit- und über die Jahre weiterentwickelt wurde. Die daraus resultierende hohe Expertise in der Diagnostik und Therapie der portalen Hypertension kommt den Patienten heute in verschiedenen Bereichen zugute.

In der TIPS-Ambulanz werden Patienten mit Komplikationen der portalen Hypertension betreut. Die Ärzte dort wägen ab, ob eine TIPS-Anlage notwendig ist und betreuen Patienten nach der Implantation der TIPS. Die interventionellen Eingriffe, also insbesondere TIPS-Anlagen, aber auch transjuguläre Leberbiopsien, Druckmessungen oder lokale Lysekatheter, werden in der interdisziplinären Endoskopie durchgeführt. Die Patienten werden auf den Stationen unserer Abteilung dabei vor- und nachbetreut. Wir beschäftigen uns zudem wissenschaftlich mit der portalen Hypertension und dem TIPS.

Schematische Darstellung der TIPS-Anlage