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Wir überwinden Grenzen

Freiburg, 19.12.2016

Mehr hören dank neuartigem Implantat

Minimalinvasive Verankerung und besseres Hörerlebnis: In der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg kommt ein neues Cochlear-Implantat für taube oder hörgeschädigte Menschen zum Einsatz

Die Klinik für Hals-, Nasen, und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg gehört mit dem Cochlear-Implant Centrum Freiburg (ICF) zu den größten Zentren Europas, in denen die Versorgung von tauben Patientinnen und Patienten mit Cochlear-Implantaten (CI) angeboten wird. Als eines der ersten Zentren in Deutschland wird am ICF ein neues CI-System der Firma Oticon eingesetzt, das bei hochgradig hörgeschädigten Patienten verwendet werden kann. Es zeichnet sich besonders durch seinen umgebungsanalytischen Soundprozessor und seine minimalinvasive Befestigung am Kopf aus. „Innovativ bei diesem CI-System ist die Szenenanalyse des Prozessors, die sogar dann für Sprachverstehen sorgt, wenn Störgeräusche, wie beispielsweise Wind, auftreten“, sagt Prof. Dr. Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Der Soundprozessor ist mit einer speziellen Anpass-Software ausgestattet: Ohne Fernbedienung, die bei Vorgängermodellen noch gebraucht wurde, gewährleistet die Software, dass sich das CI-System ständig auf wechselnde Hörumgebungen einstellt.

Auch die Verankerung des Implantats wurde im Vergleich zu anderen Implantaten optimiert. Lediglich mithilfe von zwei kleinen Schrauben wird das Implantat am Kopf des Patienten angebracht. Somit ist es nicht mehr nötig, das Implantat durch Bohren in den Schädel-Knochen zu verankern. Die Methode verkürzt die Operationsdauer und vermindert durch den minimalinvasiven Eingriff eventuelle Risiken beim Verheilungsprozess. „Dieses neue Cochlear-Implantat hat für die Patienten nicht nur das feinere Hören als Vorteil, auch Einsetzen und Tragen des CIs werden wesentlich komfortabler“, sagt Prof. Laszig.  Mit dem neuen Cochlear-Implantat von Oticon ist am ICF nun das CI-Angebot neben den Firmen Cochlear, Medel und Advanced Bionics komplett mit allen ernst zu nehmenden Anbietern auf dem Markt.

Was ist das Cochlea-Implantat  

Das CI ist ein Innenohrimplantat, das gehörlos geborenen Kindern ermöglicht, das Hören und die gesprochene Sprache zu erlernen. Auch hochgradig hörgeschädigte Kinder und Erwachsene können dank des Implantats ihren Hörsinn zurück gewinnen. Das Implantat wird unter die Kopfhaut des Patienten eingesetzt und reicht bis in dessen Innenohr. Es wandelt gesprochene Worte und andere akustische Signale in elektrische Impulse um. Durch diese Impulse wird der Hörnerv stimuliert, der sich in der Hörschnecke, der so genannten Cochlea, befindet. Zu jedem CI-System gehören außerdem der Soundprozessor, der wie ein Hörgerät hinter dem Ohr getragen wird, sowie die Sendespule. Gehörlos geborenen Kindern sowie hochgradig hörgeschädigten Kindern und Erwachsenen eröffnet das CI den Zugang zur Welt des Hörens und der gesprochenen Worte.

Weitere Infos unter: www.uniklinik-freiburg.de/icf

Abbildung: Visualisierung des sogenannten Neuro CIs der Firma Oticon. Die Verankerung durch zwei kleine Schrauben ist gut zu sehen.
Abbildungsvermerk: © Oticon Medical

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Roland Laszig
Ärztlicher Direktor
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-42060
roland.laszig@uniklinik-freiburg.de


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