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Wir überwinden Grenzen

Freiburg, 29.06.2018

Eine extrem wirksame Waffe gegen Krebs

Experten des Universitätsklinikums Freiburg begrüßen Empfehlung der HPV-Impfung auch für Jungen

Anfang Juni hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut beschlossen, die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren zu empfehlen. „Diese Entscheidung war längst überfällig“, sagt PD Dr. Maximilian Klar, Leitender Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg: „Mit der Impfung haben wir eine extrem wirksame Waffe gegen Gebärmutterhalskrebs.“ Der Gynäkologe ist sich sicher, dass mit einer flächendeckenden Impfung ein bedeutender Anteil der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verhindert werden könnte. Zudem schützt die Impfung vor weiteren gefährlichen Krebsarten wie Vulva- und Vaginalkarzinomen, Penis- und Analkarzinomen sowie Mund-Rachen-Karzinomen.

Übertragung durch Geschlechtsverkehr

Auslöser dieser Krebsarten ist das humane Papilloma-Virus (HPV), das meist beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Rund 90 Prozent aller sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens damit an. „Eine Infektion kann auch bei Benutzung eines Kondoms auftreten, da bereits der Hautkontakt im Genitalbereich infektiös ist“, warnt Dr. Klar. Viele Infektionen mit einem der über 100 Untertypen von HPV bleiben unbemerkt oder  verursachen lästige, aber harmlose Feigwarzen im Genitalbereich. Doch insbesondere zwei Virustypen können zu bösartigen Veränderungen in Haut- und Schleimhautzellen führen und so zur Karzinomentstehung beitragen.

Fast 8.000 Neuerkrankungen jährlich

Jedes Jahr erkranken laut Zentrum für Krebsregisterdaten in Deutschland etwa 6.250 Frauen und 1.600 Männer an HPV-verursachten Karzinomen. „Wir sind sehr froh, dass die STIKO in ihrer Impfempfehlung nun berücksichtigt hat, dass Jungen und Männer eben nicht nur Virus-Überträger sein können, sondern auch selbst schwerwiegend erkranken können“, sagt Prof. Dr. Philipp Henneke, Leiter der Sektion für Pädiatrische Infektiologie und Rheumatologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Eine Impfung von sowohl Mädchen als auch Jungen ist zudem wichtig, um die Verbreitung der Viren zu minimieren.

Impfstoff seit 2006 verfügbar

Gegen die krebsauslösenden HP-Virustypen gibt es seit 2006 eine wirksame Impfung. Seit 2016 ist zudem ein Impfstoff verfügbar, der zusätzlich auch gegen die HPV-Erreger der Feigwarzen wirkt. Die Impfungen enthalten nur Bruchstücke der Viren und stimulieren das Immunsystem, ohne eine echte Infektion auszulösen. Trotz der guten Verträglichkeit und der Empfehlung durch die STIKO sind derzeit gerade einmal 40 Prozent der 17-jährigen Frauen ausreichend geschützt; bei Jungen liegt die Rate deutlich darunter. „Viele Jugendliche scheuen sich, mit Eltern oder impfenden Ärzten über sexuell übertragbare Krankheiten zu sprechen“, bedauert Dr. Klar. Um das Risiko einer Infektion zu vermeiden, wird eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen. Aber auch ältere Mädchen und Jungen profitieren von der Schutzimpfung: „Die Impfung schützt auch nach einer Erkrankung vor neuen Infektionen. Wir gehen derzeit davon aus, dass der Impfschutz bis zu 20 Jahre hält. Das ist länger als der Immunschutz nach einer natürlichen Infektion “, sagt Prof. Henneke.

Einzelne Krankenkassen zahlen schon jetzt auch für Jungen

Offiziell tritt die Empfehlung der STIKO mit der Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 im August in Kraft. Nach der Veröffentlichung der Empfehlung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) drei Monate Zeit, um die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie zu prüfen, die die Kostenübernahme von Impfungen durch die gesetzlichen Krankenkassen regelt. Einzelne Krankenkassen übernehmen bereits jetzt die Kosten der HPV-Impfung für Jungen.

Kontakt:

PD Dr. Maximilian Klar
Leitender Oberarzt
Klinik für Frauenheilkunde
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-30740
maximilian.klar@uniklinik-freiburg.de 

Prof. Dr. Philipp Henneke
Leiter der Sektion für Pädiatrische Infektiologie und Rheumatologie
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-77640
philipp.henneke@uniklinik-freiburg.de     

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