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Wir überwinden Grenzen

Freiburg, 27.06.2016

Was tun bei Bluthochdruck, wenn Tabletten nicht helfen? Mikrosystemtechnik bietet neue Möglichkeiten

Etwa die Hälfte aller Bluthochdruckpatienten können trotz medikamentöser Therapie ihren Blutdruck nicht ausreichend senken: der dauerhaft belastete Körper reagiert mit weiteren Erkrankungen. Das soll sich in Zukunft ändern, ein Produkt ist in der Entwicklung zur Marktreife.  

Die kleine Elektrode, die künftig in einen Patienten implantiert werden soll, erscheint genauso groß wie ein 1 Cent Stück und lässt sich um eine Stecknadel wickeln. Erforscht wurde diese Möglichkeit der Nervenstimulation in der Albert-Ludwigs-Universität und dem Universitätsklinikum Freiburg. Mit den beiden Medizintechnikfirmen Osypka AG und Aesculap AG sind auch zwei starke Partner aus der Industrie am Projekt beteiligt.  

Die Freiburger Forscher Dennis Plachta und Thomas Stieglitz von der Professur für Biomedizinische Mikrotechnik am IMTEK hatten 2014 in Kooperation mit den Neurochirurgen Mortimer Gierthmühlen und Josef Zentner vom Universitätsklinikum Freiburg eine neuartige Manschettenelektrode zur Nervenstimulation entwickelt. Dennis Plachta erhielt dafür im Januar 2016 den Förderpreis des Forums Angewandte Informatik und Mikrosystemtechnik (FAIM).  

Die Stimulation des Vagusnervs mit Hilfe neuester Mikrosystemtechnik steckt im Hinblick auf die vielen potentiellen Anwendungsmöglichkeiten noch in den Kinderschuhen, hat aber enormes Potential für die Behandlung chronischer Erkrankungen als Alternative zu Pharmaka. In diesem Verbundprojekt geht es dabei um die Manipulation des Baroloop, einem Kreislauf, der im Körper unter anderem den Blutdruck reguliert. Von Rezeptoren gemessene Signale werden über den Vagusnerven dem Gehirn mitgeteilt, so dass eine Stimulation des Nervs den Blutdruck beeinflussen kann.  

Das Projekt „Baroloop“ (FKZ 13GW0120B) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter der Ausschreibung „Individualisierte Medizintechnik“ mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert und wird voraussichtlich bis Ende 2018 laufen.  

Weitere Informationen unter www.medizintechnologie.de  

Kontakt:
Dr. Mortimer Gierthmühlen
Oberarzt
Klinik für Neurochirurgie
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-93390
mortimer.gierthmuehlen@uniklinik-freiburg.de

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