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Wir überwinden Grenzen

Brustkrebs: Von der Prävention bis zur Nachsorge

Frauenheilkunde

Am Universitätsklinikum Freiburg erhalten alle Patienten eine interdisziplinäre und kompetente Behandlung auf höchstem Niveau. Die Patienten werden von Ärztinnen und Ärzten aus verschiedenen Bereichen individualisiert und persönlich beraten. © Universitätsklinikum Freiburg

(16.11.2016) Fast 70.000 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an Brustkrebs. Betroffene Frauen haben heutzutage verschiedenste Möglichkeiten, Brusterkrankungen untersuchen zu lassen. Von der Prävention bis zur Nachsorge bietet das Brustzentrum im Universitätsklinikum Freiburg eine umfassende Beratung. Im Brustzentrum sind die Ärzte auf eine umfassende und individuelle Behandlung von Brusterkrankungen aller Art spezialisiert.

Zunächst gilt es, einen Verdacht auf Brustkrebs (Mammakarzinom) abzuklären. Mithilfe der digitalen Mammographie, bei der die Brust mit niedriger Strahlenbelastung geröntgt wird, können Ärzte Auffälligkeiten im Gewebe erkennen. Auch durch Mammasonographie (Ultraschall der Brust) und Mamma-Magnetresonanztomographie können Patienten auf Brustkrebs untersucht werden. „Bestätigt sich die Diagnose, sprechen wir in Ruhe mit der Patientin über das weitere Vorgehen. Dabei ist es wichtig, die Therapie individuell auf die Patientin abzustimmen“, sagt Dr. Thalia Erbes, Ärztliche Leiterin der Senologie in der Klinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Individuelles Therapiekonzept

In den interdisziplinären Tumorkonferenzen wird jeder einzelne Fall besprochen und ein individuelles Therapiekonzept entworfen. Eine Kombination aus Antihormon-, Chemo-, Strahlen- und gegebenenfalls Antikörpertherapie wird für die Patientin zusammengestellt. „Wir nehmen regelmäßig an nationalen und internationalen Therapiestudien teil, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse für die Patienten nutzbar zu machen“, sagt Dr. Erbes. Besonders im Bereich der Strahlentherapie gab es in den vergangenen Jahren große Entwicklungen: „Bei der Intraoperativen Strahlentherapie wird mit einem mobilen Bestrahlungsgerät gezielt der Tumor sehr präzise ins Visier genommen. Die Röntgenstrahlung hat im Gewebe eine geringe Reichweite. Somit werden die umliegenden Organe geschützt“, erklärt Professor Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. „Die Kombination der Intraoperativen Strahlentherapie mit Anschlussbestrahlungen der gesamten Brust führt zu einer deutlich kürzeren Dauer der Gesamtbehandlung“, ergänzt Dr. Erbes.

Eine Operation ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Brustkrebs. Häufig wird die brusterhaltende Operation angewandt, bei der nur der Tumor entfernt wird. Bei der Wächter-Lymphknotenoperation werden schonend die Achsellymphknoten entfernt, die als erstes von der Gewebsflüssigkeit, der Lymphe, der Brust durchströmt werden. Somit müssen nicht die kompletten Achsellymphknoten entfernt werden und das Risiko als Folge an einer chronischen Armschwellung (Lymphödem) zu erkranken wird maximal reduziert.

Brustwiederaufbau nach einer Operation

Wenn jedoch eine brusterhaltende Therapie nicht möglich ist, muss in einer Mastektomie die Brust abgenommen werden. Dabei entfernen die Ärzte das Brustdrüsengewebe mit der darüber liegenden Haut sowie das Bindegewebe des Brustmuskels. Bei einem so einschneidenden Eingriff wird der Patientin auch die Möglichkeit eines Brustwiederaufbaus angeboten. Das Universitätsklinikum  Freiburg verfügt über alle Möglichkeiten des Brustwiederaufbaus (Rekonstruktion). Es erfolgt eine individuelle Beratung hinsichtlich eines Wiederaufbaus mit Silikonimplantat oder Eigengewebe. „Auch die Klinik für Plastische Chirurgie ist Mitglied im Brustzentrum und bietet das gesamte Spektrum der Brustwiederherstellung an“, sagt Dr. Erbes.

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Eine frühe erste Regelblutung und spät einsetzende Wechseljahre können ein höheres Risiko für eine Brustkrebserkrankung darstellen. Auch das Stillen spielt eine wichtige Rolle: „Je länger eine Frau stillt, desto niedriger ist ihr Brustkrebsrisiko“, sagt Dr. Erbes.

Auch Männer können an Brustkrebs erkranken. In Deutschland werden circa 400 bis 450 neue Fälle jährlich diagnostiziert. Männliche Mammakarzinompatienten werden ebenfalls am Brustzentrum behandelt. Unter allen diagnostizierten Brustkrebsfällen tritt das männliche Mammakarzinom zu 0,5 bis ein Prozent auf. Häufig ist die Erkrankung bereits in einem weitaus fortgeschritteneren Stadium als bei Frauen, wenn sich die Männer beim Arzt vorstellen. Circa 40 Prozent der Fälle erhalten die Diagnose, dass sich der Brustkrebs bereits im Stadium III oder IV befindet.

Vorbeugen durch Sport

Einen wichtigen vorbeugenden Effekt hat auch Sport. Regelmäßige Bewegung und wenig Zeit im Sitzen zu verbringen, kann vor Krebs schützen. Ausschlaggebend ist jedoch, wie oft in der Woche trainiert wird. „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, mindestens 75 Minuten pro Woche so Sport zu treiben, dass man ins Schwitzen kommt, oder 150 Minuten pro Woche ein leichtes, moderates Training auszuüben“, sagt Professor Dr. Peter Deibert, Ärztlicher Leiter am Institut für Bewegungs- und Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Langstreckenschwimmen, Tanzen und Laufen sind nur ein paar Beispiele, bei denen man ordentlich aus der Puste kommen kann. Das Angebot der Sportonkologie im Tumorzentrum Freiburg - CCCF am Universitätsklinikum Freiburg bietet allen Krebspatienten die Möglichkeit therapiebegleitend oder in der Nachsorge an einem regelmäßigen Bewegungsprogramm teilzunehmen.

Neben der medizinischen Versorgung ist auch die persönliche Betreuung der Patienten wichtig. Sie erhalten eine Beratung zu Ernährung, Bewegung und Informationen zu zusätzlichen Möglichkeiten der integrativen Medizin und Naturheilkunde. Eine abwechslungsreiche Ernährung, die reich an Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse ist, hilft, um die Gesundheit zu unterstützen. Übergewicht sollte vermieden werden. Alkohol sollte nur begrenzt konsumiert werden. Die Ernährungsberatung am Tumorzentrum Freiburg – CCCF findet immer montags bis Freitag von 9 Uhr bis 13 Uhr statt.

Das Tumorzentrum Freiburg – CCCF bietet Krebspatienten auch eine psychosoziale Krebsberatung an. Dort bekommen Patienten Hilfestellung, bei der sie neben der individuellen Betreuung auch Gesprächs- und Informationsgruppenangebote in Anspruch nehmen können.

Breast Care Nurse unterstützt Patienten

Ein weiterer Service ist die Sprechstunde der Breast Care Nurse einmal in der Woche. Sie berät Patientinnen mit Brustkrebs und Frauen, die Probleme mit ihrer Brust haben, koordiniert Termine und gibt Informationen zu Selbsthilfegruppen weiter. „Bei einer Befundbesprechung mit dem behandelnden Arzt bin ich zur Unterstützung dabei“, sagt Anneliese Marber, Breast Care Nurse und Krankenpflegekraft am Universitätsklinikum Freiburg.

Als Breast Care Nurse gilt sie auch als Vertrauens- und Kontaktperson bei persönlichen Fragen und zu Abläufen der Therapie. In der Sprechstunde der Breast Care Nurse wird in Ruhe über die Bedürfnisse und Probleme, die durch die Krankheit entstehen, und über mögliche Lösungen gesprochen. „Die Frauen rufen mich auch an und bitten um Rat“, sagt Marber. Oft sind es Fragen zu Nebenwirkungen während der Hormontherapie oder nach der Bestrahlung. Sie wenden sich auch an die Breast Care Nurse, weil sie wissen möchten, was man im Alltag beachten sollte, wie die Körperhygiene aussehen sollte, aber auch Fragen zur Sexualität sind häufig.

Auch im Wundmanagement sind die Breast Care Nurses tätig. „Die Patientinnen kommen bei uns zur regelmäßigen Kontrolle“, sagt Marber. „Das Ziel ist, durch unsere Unterstützung die Zufriedenheit und Lebensqualität der Brustkrebspatientinnen zu verbessern“, sagt Marber. Nach der Entlassung aus dem Klinikum stehen die Breast Care Nurses, von denen es drei am Universitätsklinikum Freiburg gibt, den Frauen für Fragen im Alltag emotional und fachlich zur Seite.

Am universitären Brustzentrum erhalten alle Patienten eine interdisziplinäre und kompetente Behandlung auf höchstem Niveau unter einem Dach. Die Patienten werden von Ärztinnen und Ärzten aus verschiedenen Bereichen individualisiert und persönlich beraten.

Eine aktuelle Pressemitteilung zum Thema Intraoperative Strahlentherapie finden sie hier

Weitere Informationen:

Brustzentrum am Universitätsklinikum Freiburg

Ernährungsberatung

Bewegungsangebot für Krebspatienten

Psychosoziale Krebsberatung

Klinik für Plastische und Handchirurgie

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